Auf in die Sommerfrische

 

Die Ausstellung Linz auf Sommerfrische“ im Nordico Stadtmuseum, kuratiert von Andrea Bina,

geht dem Phänomen der Sommerfrische bis 25. August 2024 nach und untersucht Plätze, die der Stadtbevölkerung Raum zur Erholung bieten. Im Fokus stehen dabei das Salzkammergut und Mühlviertel als Sehnsuchtsräume.

 

Diese sind in den frühesten Sommerfrischen um 1850 der Linzer Familie Schwabenau in Ebensee und Ischl bis in die Gegenwart des „slow tourism“ zu finden. Der von Betrieben organisierte Aufenthalt in Erholungsheimen wird ebenso thematisiert wie entspannende Wanderungen entlang des Granitwanderwegs im Mühlviertel. Sich verändernde Fortbewegungsmittel von der Pferdeeisenbahn über das Auto bis zum Fahrrad führen die Stadtbevölkerung in ländliche Gegenden.

Der Begriff der Sommerfrische hat dabei eine tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung erfahren, was die Ausstellung in ihren unterschiedlichsten Facetten aufgreift. Heute bedeutet der Ausdruck, der aktuell eine Renaissance erfährt, nicht mehr den saisonalen Aufenthalt, sondern ein Verweilen von nur wenigen Wochen oder Tagen an einem Ort. Vor allem wird nicht mehr der gesamte Hausrat in eine andere Region übersiedelt – heute ist in manchen Gegenden eher der Zweitwohnsitz verbreitet.

 

Weitere Informationen unter www.nordico.at

(JT Juni 2024)

Fotos:

Karl Hauk, Sommer im Salzkammergut, 1956. Kunsthandel Widder, Wien

Hochland Mühlviertel – Oberösterreich, Rot-Weiss-Werbung (Ausschnitt), um 1955. ÖNB Bildarchiv

Klemens Brosch, Segelboote am Traunsee, 1926. Nordico Stadtmuseum Linz 

Dick aufgetragen

 

Franz Grabmayr’s Motive sind die Elemente: Wasser, Feuer, Himmel, Erde. Seine Heimat ist die Natur: Flüsse und Felsen, Wurzeln, Bäume und Sandgruben. 

Die ALBERTINA widmet dem österreichischen Künstler bis 13. Oktober 2024 in den Tietze Galleries, kuratiert von Constanze Malissa, eine Einzelausstellung, die sowohl Gemälde, als auch Grafiken zeigt.

 

Aus der Nähe betrachtet gemahnen seine oft bis zu 60 kg schweren, plastischen Gemälde an abstrakte, zufällige Kompositionen und ziehen kraft ihrer drängenden Präsenz in den Bann des beschwingten Pinselduktus, dessen rhythmische Bewegung alles zu bestimmen scheint.
Aus größerer Entfernung hingegen ist die Nähe zum jeweiligen Studienobjekt zu erahnen.

Es erschließen sich Landschaften, Gesteinsformationen, die wogenden Linien von Feuer und Rauch oder die ekstatischen Bewegungen tanzender Menschen, durch deren Körper der Rhythmus der Musik fließt. In seinen Feuerbildern ebenso wie in seinen Tanzblättern spielt der Künstler mit Dynamik, Ekstase

und Bewegungsrausch.

Seine pastose Malerei ließ seine Arbeiten schon zu Lebzeiten unverwechselbar werden.

Jetzt gilt es, Grabmayr zu entdecken. In der ALBERTINA hat man nun die Gelegenheit dazu.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT Juni 2024)

Foto:

Franz Grabmayr. Tanzblatt, ca. 2000er. 100 x 70 cm, Farbige Tusche auf Papier (ALBERTINA, Wien ©

Bildrecht, Wien 2024) 

Beklemmende Szenerie

 

Der US-Amerikaner Gregory Crewdson (*1962, Brooklyn) zählt zu den international renommiertesten Fotografen. In der Kulisse amerikanischer Kleinstädte und auf Filmsets entwirft Crewdson seit Mitte der 1980er-Jahre gleich einem Regisseur technisch brillante und farblich verführerische Inszenierungen, die menschliche Einsamkeit und die Abgründe der Gesellschaft zum Thema haben. Die rätselhaften Szenen werfen auf selbstreflexive Weise die Frage nach der Grenze zwischen Fakt und Fiktion auf, lassen sich aber auch mit sozial-politischen Entwicklungen in Beziehung setzen.

 

Die Ausstellung Gregory Crewdson. Retrospektive“, kuratiert von Walter Moser und Astrid Mahler, ist bis 8. September 2024 in der ALBERTINA in der Propter Homines Halle zu sehen. 

Die Retrospektive umfasst insgesamt neun Werkgruppen, die in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten entstanden und seriell angelegt sind. Crewdson verwandelt reale Orte in geheimnisvolle Szenen, die die Vorstadt als Ort der Isolation und Beklemmung darstellen.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT Juni 2024)

Foto: Gregory Crewdson | Untitled, From the series: Twilight, 1998-2002 | The ALBERTINA Museum,

Vienna – Permanent loan, Private Collection © Gregory Crewdson

Das mumok ist zurück!

 

Die Kunst kommt wieder zurück ins sanierte mumok im MQ in Wien!

 

Die Ausstellung Avant-Garde and Liberation. Zeitgenössische Kunst und dekoloniale Moderne, kuratiert von Christian Kravagna und co-kuratiert von Matthias Michalka, präsentiert

vom 7. Juni bis 22. September 2024 Werke von Künstlern aus Südasien, Afrika, Europa und Amerika.

 

Die Schau beleuchtet die Bedeutung der globalen Moderne für die Gegenwartskunst und fragt nach den Motiven, die zeitgenössische Künstler zum Rückgriff auf befreiungspolitische Avantgarden in Indien, Afrika und dem „Black Atlantic“ bewegen.

Und welche künstlerischen Verfahren kommen zum Einsatz, wenn Bedrohungen der persönlichen Freiheit und des sozialen Zusammenhalts im Anschluss an antikoloniale und antirassistische Positionen des frühen und mittleren 20. Jahrhunderts thematisiert werden?

Mit zahlreichen Werken von vierundzwanzig Künstlern öffnet Avant-Garde and Liberation einen Blick auf globale Modernismen durch das Prisma ihrer Brisanz für die Kunst der Gegenwart. Die Ausstellung reflektiert in der komplexen Verbindung von Gegenwart und Vergangenheit über Fragen der Zeitlichkeit sowie über Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit alten und neuen Befreiungsbewegungen.

Künstler der Ausstellung: Mathieu Kleyebe Abonnenc, Omar Ba, Radcliffe Bailey, Yto Barrada, Mohamed Bourouissa, Diedrick Brackens, Serge Attukwei Clottey, william cordova, Atul Dodiya, Robert Gabris, Jojo Gronostay, Leslie Hewitt, Iman Issa, Janine Jembere, patricia kaersenhout, Belinda Kazeem-Kamiński, Zoe Leonard, Vincent Meessen, The Otolith Group, Fahamu Pecou, Cauleen Smith, Maud Sulter, Vivan Sundaram, Moffat Takadiwa

 

Weitere Informationen unter www.mumok.at

(JT Juni 2024)

Fotos:

mumok by Stephan Oláh

Omar Ba. Clin d‘oeil à Cheikh Anta Diop – Un continent à la recherche de son histoire, 2017. Öl, Bleistift, Acryl, Tinte, Gouache auf Wellpappe. ca. 330 x 718 x 40 cm. Courtesy of Galerie Templon,

New York / Paris / Brussels. © Adagp, Paris, 2024 / Photo: Galerie Templon, New York / Paris / Brussels

Atul Dodiya, Volunteers at the Congress House—August 1931, 2014. Öl, Acryl mit Marmorstaub und

Ölkreide auf Leinwand. 183 × 183 cm. Courtesy of the artist and Chemould Prescott Road

© Anil Rane 

Facettenreich

 

Die Galerie bei der Albertina ▪ Zetter widmet dem niederösterreichischen Künstler Peter Weihs

bis 13. Juli 2024 die umfangreiche Einzelausstellung "Peter Weihs- Grenzenlos /Skulpturen

und Gemälde".

 

Das vielfältige Werk von Peter Weihs (1940-2021) entzieht sich jeder stilistischen Einordnung.

Angefangen bei seinen frühen, kubistisch anmutenden Arbeiten aus den 1960er Jahren bis hin zu den farbstarken Kompositionen, die in seiner letzten Schaffensphase entstanden sind, bildet die Ausstellung das Gesamtwerk des facettenreichen Künstlers ab.

Peter Weihs’ künstlerisches Oeuvre, das sich in den drei Gattungen der bildenden Kunst (Bildhauerei, Malerei und Zeichnung) manifestiert, wird durch einen ausgeprägten Hang zum Narrativen, durch formale Klarheit und plakative Farbigkeit charakterisiert.

Die Einzelpräsentation wird begleitet von einer umfassenden Publikation mit einem Textbeitrag von Günther Holler Schuster, Kurator der Neuen Galerie Graz.

Zeitlebens begleitet Weihs der enge Austausch mit seinem Künstlerkollegen Bruno Gironcoli, mit dem

er auch die Liebe zur afrikanischen Kunst teilt.

 

Weitere Informationen unter https://peter-weihs.net/ und https://www.galerie-albertina.at/

(JT Juni 2024)

Foto: Galerie Zetter – Peter Weihs

Welch Glanz im Elend

 

Das Leopold Museum zeigt erstmals in Österreich eine umfassende Ausstellung zur deutschen

Neuen Sachlichkeit. Die Schau „GLANZ UND ELEND - NEUE SACHLICHKEIT IN DEUTSCHLAND“ präsentiert auf der Ebene -1 bis 29. September 2024 das neusachliche Kunstschaffen im Deutschland der 1920er-Jahre anhand von circa 150 Exponaten aus zahlreichen internationalen Museen und Privatsammlungen, darunter rund 100 Gemälde, etwa 40 Arbeiten auf Papier sowie Fotografien und Archivmaterial.

 

Die Kunstrichtung der Neuen Sachlichkeit geht auf die 1925 von Gustav Friedrich Hartlaub in der Städtischen Kunsthalle Mannheim organisierte Ausstellung „Die Neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei seit dem Expressionismus“ zurück.

Die Künstler der Neuen Sachlichkeit wie Max Beckmann, Otto Dix, Carl Grossberg, George Grosz,

Karl Hofer, Karl Hubbuch, Grethe Jürgens, Alexander Kanoldt, Lotte Laserstein, Jeanne Mammen,

Felix Nussbaum, Gerta Overbeck, Christian Schad, Rudolf Schlichter, Georg Schrimpf und viele mehr betrachteten das Zeitgeschehen mit einem nüchternen Blick und bannten das Gesehene emotionslos und ungefiltert auf Leinwand und Papier.

Sie fanden ihre Bildthemen in den Straßen der Metropolen, den Vergnügungsetablissements der Großstadt, wie auch in den neuen Lebensentwürfen selbstbewusster, moderner Frauen oder in den durch rasanten technischen Fortschritt bedingten radikalen Veränderungen nach den verheerenden Jahren des Ersten Weltkrieges.

 

Die Goldenen Zwanziger Jahre waren ein gefährlicher Tanz auf dem Vulkan. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde die neue künstlerische Herangehensweise jäh unterbunden. 

Das Leopold Museum zeigt den vordergründigen Glanz und die Dekadenz der herausragenden Bilder vor dunklen Wandfarben, denn schaut man dahinter, war nicht wirklich alles glamourös zu jener Zeit.

Es gab unbeschreibliches Elend auf der einen und hemmungslose Lebenslust in den florierenden Vergnügungsstätten auf der anderen Seite.

 

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog in deutscher und englischer Sprache, erhältlich im Leopold Museum Shop.

Weitere Informationen unter www.leopoldmuseum.org

(JT Juni 2024)

Fotos:

MAX BECKMANN 1884–1950 Doppelbildnis, 1923 Öl auf Leinwand | 80,3 × 65 cm. Städel Museum,

Frankfurt am Main Foto: Städel Museum, Frankfurt am Main

ERNEST NEUSCHUL 1895 –1968 Takka-Takka tanzt, 1926 Öl auf Leinwand | 141 × 103 cm.

Privatsammlung Foto: Christian Wirth, München

KARL HOFER 1878–1955 Tiller-Girls, vor 1927 Öl auf Leinwand | 110,1 × 88,6 cm. Kunsthalle Emden

Foto: bpk/Kunsthalle Emden/Martinus Ekkenga © Bildrecht, Wien 2024

Albert Oehlen in Beijing

 

Bis 27. September 2024 präsentiert das Espace Louis Vuitton Beijing die Ausstellung "Malerei",

die dem deutschen Künstler Albert Oehlen gewidmet ist.

Im Rahmen des „Hors-les-murs“-Programms der Fondation Louis Vuitton, welches Werke der weltweiten Sammlung zeigt, unterstreicht die Schau das Engagement der Fondation für internationale Projekte.

 

Albert Oehlen, 1954 in Krefeld geboren, wurde in den 1980er Jahren Teil des deutschen Neoexpressionismus. Er gehörte zur Kölner Szene und stellte sich zunächst selbst Regeln auf, wie die Verwendung einer Palette von nur Grau und Braun, wich aber für besondere Werke gelegentlich auch davon ab.

1988 wandte er sich offiziell der Abstraktion zu, nannte aber bereits einige seiner figurativen Werke „abstrakte Malereien“ um sich mehr Freiheit erlauben zu dürfen. Er schuf Tiefe durch lebhafte Farben und Schichtungen. 1992 begann er mit "Computer Paintings", bei denen er Schwarz-Weiß-Diagramme auf Leinwand druckte und von Hand überarbeitete.

Oehlens Werk umfasst verschiedene Phasen, von grauen Malereien bis zu farbenfrohen, abstrakten Werken.

 

Weitere Informationen unter www.fondationlouisvuitton.fr/en

(JT Mai 2024)

Fotos: Fondation Louis Vuitton/Espace Louis Vuitton Beijing

Unbekannte Verwandte

 

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Wiener Städtischen Versicherungsvereins, dem Hauptaktionär der Vienna Insurance Group, präsentiert das Leopold Museum eine umfassende Ausstellung, die erstmals Highlights aus allen sechs Sammlungen der Unternehmensgruppe vereint. 

UNKNOWN FAMILIARS. DIE SAMMLUNGEN DER VIENNA INSURANCE GROUP, kuratiert von Philippe Batka und Vanessa Joan Müller zeigt bis 6. Oktober 2024 ausgewählte Werke aus den Kollektionen der Gesellschaften der Versicherungsgruppe aus Österreich, Tschechien, Serbien und Lettland.

Die medial vielfältige Präsentation von gesamt 219 Exponaten bespielt die gesamte Museumsetage -2 und versammelt Arbeiten verschiedener Genres aus unterschiedlichen Epochen. Junge zeitgenössische Kunst trifft auf die Moderne der Zwischenkriegszeit, die Avantgarde der 1970er-Jahre auf bedeutende Positionen der österreichischen ­Gegenwartskunst.

 

Die Schau stellt einander Unbekannte in den Raum – genauer handelt es sich um unknown familiars, einander unbekannte Verwandte. Die Werke begegnen sich quasi zum ersten Mal. Sie sind ein Rendezvous von Kunstwerken, die eine spannende Begegnung haben. Damit bergen sie in sich auch eine spannende Begegnung mit ihren Betrachtern.

 

Weitere Informationen unter www.leopoldmuseum.org

(JT Mai 2024)

Fotos:

Martha Jungwirth. Große Natur, 1993 © Wiener Städtische Versicherung AG – Vienna Insurance Group,

Vienna, Foto: Manfred Thumberger © Bildrecht, Wien 2024

Matthias Noggler. motion sickness, 2016 © Wiener Städtische Versicherung AG – Vienna Insurance

Group, Vienna, Foto: Galerie LAYR © Bildrecht, Wien 2024 

Fondation Louis Vuitton zeigt Henri Matisse & Ellsworth Kelly

 

Bis 9. September 2024 wird eine Ausstellung über das "The Red Studio" (1911) von Henri Matisse (1869-1954) sowie eine Retrospektive des Werks von Ellsworth Kelly (1923-2015) in der Fondation Louis Vuitton in Paris gezeigt.

Im Rahmen der Olympischen Spiele in Paris präsentiert die Fondation Louis Vuitton auch eine Auswahl an Werken aus der Sammlung, die sich auf den Sport beziehen und eine alternative Sicht auf das internationale Ereignis darstellen. 

 

Die Fondation Louis Vuitton zeigt in Zusammenarbeit mit dem Museum of Modern Art (MoMA), New York, und dem SMK - Statens Museum for Kunst, Kopenhagen, die Ausstellung "Matisse, The Red Studio", die sich mit der Entstehung und Geschichte des berühmten Meisterwerks von 1911 befasst. Das ikonische Werk zeigt das Atelier des Künstlers, das mit Gemälden, Skulpturen, Möbeln und dekorativen Objekten ausgestattet ist. Das "The Red Studio" gehörte zu einer Reihe von Werken, die Sergej Schtschukin, Henri Matisse' früher Kunstmäzen, in Auftrag gegeben hatte. Henri Matisse' Einsatz der Abstraktion, insbesondere die Vorherrschaft der Farbe Rot, wurde in den späten 1940er Jahren hervorgehoben und beeinflusste spätere Kunstwerke wie "Large Red Interior" (1948).

 

Anlässlich des hundertsten Geburtstages des Künstlers präsentiert die Fondation Louis Vuitton „Ellsworth Kelly: Shapes and Colors, 1949-2015" - die erste umfassende Ausstellung in Frankreich über das Werk des Künstlers. Ellsworth Kelly, einer der bedeutendsten amerikanischen abstrakten Maler und Bildhauer, ließ sich von der Natur inspirieren.

Zu sehen sind rund 100 Werke aus den Sammlungen des Glenstone Museums, der Fondation Louis Vuitton und bedeutender internationaler Museen, die Ellsworth Kellys Vielseitigkeit in verschiedenen Medien wie Malerei, Skulptur, Collage und Fotografie zeigen. Zu den Höhepunkten gehören frühe Werke wie "Tableau Vert" (1952) und "Painting in Three Panels" (1956) sowie Werke aus seinen berühmten Serien Chatham und Spectrum. Zu den bemerkenswerten Installationen gehört

"Yellow Curve" (1990), ein großformatiges Bodengemälde.

 

Weitere Informationen unter www.fondationlouisvuitton.fr/en

(JT Mai 2024)

Fotos:

Fondation Louis Vuitton_ELLSWORTH KELLY © Ellsworth Kelly Foundation

Fondation Louis Vuitton_HENRI MATISSE © Succession H. Matisse

Am Mönchsberg wird gespielt

 

Das Spiel ist eine besondere Form der Welterfahrung. Es ist eine Metapher für das gesellschaftliche Zusammenleben, aber auch ein Motor für kulturellen Wandel. Im lustvollen Spiel entdecken wir uns selbst, unsere individuellen Eigenschaften und Fähigkeiten. Andererseits schlägt das freie Spiel oft in bitteren Ernst um. Im spielerischen Wettkampf erleben wir das soziale Mit- und Gegeneinander. Wir lernen, wie Regeln und Systeme funktionieren und was es heißt, sie zu brechen und zu durchkreuzen.

 

Die Ausstellung "Spielen heißt verändern! Die Sammlungen" im Museum der Moderne Salzburg

am Mönchsberg auf der Ebene 1, kuratiert von Stefanie Grünangerl, Doris Leutgeb, Marijana Schneider und Jürgen Tabor, widmet sich bis 9. Oktober 2024 dem Spieltrieb in der Kunst.

Von Natur, Körper und Sport bis hin zu Kommunikation und Medienbildern - dies sind nur einige der Bereiche, die Künstler spielerisch erkunden und durch Formen der Improvisation und Interaktion verwandeln. Sie zeigen, wie Kunst fantasievoll die Grenzen des Denkbaren erweitert und die Möglichkeiten des Spiels nutzt um gesellschaftliche Verhältnisse darzustellen und nicht selten auch zu unterlaufen.

Mit Werken von Marc Adrian, Josef Bauer, VALIE EXPORT, Harun Farocki, Nilbar Güreş, Hans Haacke, Jürgen Klauke, Julius Koller, Edward Krasiński, Sigalit Landau, Angelika Loderer, Dorit Margreiter Choy, Dóra Maurer, Robert Rauschenberg, Christa Sommerer & Laurent Mignonneau, Franz West.

 

Weitere Informationen unter www.museumdermoderne.at

(JT Mai 2024)

Foto:

Jürgen Klauke. Aus der Serie „Sonntagsneurosen“, 1991. 8 Silbergelatineabzüge auf Barytpapier.

Ausstellungsansicht © Museum der Moderne Salzburg. Foto: wildbild/Herbert Rohrer

Die Albertina ist nun auch in Klosterneuburg!

 

Nach acht Jahren öffnete das ehemalige Essl Museum als ALBERTINA KLOSTERNEUBURG seine Pforten. Das Ziel war es, einen großen Teil der Sammlung der Gegenwartskunst nach 1945 öffentlich zu machen. Kunstwerke, die nicht für Präsentationen an einem der beiden anderen Standorte, der Albertina und der Albertina Modern vorgesehen oder verliehen sind, bleiben so zugänglich.
Die Sammlung der Gegenwartskunst umfasst heute ca. 65.000 Kunstwerke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien, Skulpturen, Videos und Installationen.
Erstmals wird in Klosterneuburg auch ein Präsentationsschwerpunkt auf Skulpturen gesetzt. Das zweite Obergeschoss des Museums lädt ein, die bedeutende Skulpturensammlung der ALBERTINA zu entdecken.

Die ALBERTINA KLOSTERNEUBURG beherbergt auch ein eigenes, kunstvoll-minimalistisch gestaltetes Café in weiss und rot mit Sitzmöbeln von Charles & Ray Eames und einer grossen Arbeit von Karel Appel.

 

Das Museum befindet sich in 3400 Klosterneuburg, An der Donau-Au 1, und ist heuer bis

2. November 2024, jeweils Donnerstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

 

Die Ausstellungen in der ALBERTINA KLOSTERNEUBURG werden ausschließlich aus der eigenen Sammlung gespeist: Über 150 Werke können der Öffentlichkeit in eigens für die neuen Räumlichkeiten konzipierten Hängungen zugänglich gemacht werden.

Den Anfang machen drei getrennte Ausstellungen:

Pop Art – The Bright Side of Life

Von Hundertwasser zu Kiefer – Vom Symbol der Freiheit zu den Schatten der Vergangenheit

und

Die Lädierte Welt.

 

Kunstgeschichtlich ist die Pop-Art die Reaktion auf die Abstraktion in der Malerei, den vermeintlichen Endpunkt ihrer Entwicklungsgeschichte. Es tritt das Gegenständliche in der Kunst wieder machtvoll in Erscheinung: nicht als „Nachahmung“ (Mimesis) der Natur, sondern als „Aneignung“ (Appropriation) von bereits existierenden Bildern. Ob Fotos oder andere Bilder aus Zeitungen, Comics, Illustrierten oder Werbeanzeigen - jede Person, jeder Gegenstand wird zur Ware, zum Fetisch, zur Celebrity, zum Konsumobjekt.

Gegenständliche Kunst ist Propaganda, die Ausdrucksform von Diktaturen vom Nationalsozialismus bis zum Stalinismus. Abstrakte Malerei ist die Antwort auf diesen Realismus im Dienst der Propaganda. Abstraktion als existenzieller Selbstausdruck des Künstlers entsteht aus der Weigerung, sich in Kunst und Form Gesetzen und Regeln zu unterwerfen. Friedensreich Hundertwasser und Anselm Kiefer zeigen, wie sie abstrahieren.

Der Mensch in seiner endlichen, von Krankheit und Tod bedrohten Existenz ist auch Träger der Wunden, die die Gesellschaft dem Einzelnen schlägt – er lebt in einer lädierten Welt. Bilder der Ausstellung geben Zeugnis vom unerschrockenen, unverwandten Blick der Kunst auf Krieg, Zerstörung, Krankheit, Elend und Tod.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT Mai 2024)

Fotos:

ALBERTINA KLOSTERNEUBURG (Mock-Up), Foto © Stefan Oláh

Mel Ramos. Elephant Seal, 1970. Öl auf Leinwand. ALBERTINA, Wien – Leihgabe Andreas Brinkmann

Friedensreich Hundertwasser. 313 Du soleil pour ceux qui pleurent en campagne, 1957 / 1959

Eitempera, Wasserfarbe, Öl und Sand in Öl auf "Japanese preparation" (Papierstücke

zusammengeklebt); befestigt auf Holzrahmen. ALBERTINA, Wien – The ESSL Collection

Marc Quinn. Mirage, 2009. Patinierte Bronze. ALBERTINA, Wien – Familiensammlung Haselsteiner

Bruno Gironcoli – Toni Schmale

 

Die ALBERTINA MODERN am Wiener Karlsplatz präsentiert bis 28. Juli 2024 eine gemeinsame Ausstellung des österreichischen Künstlers Bruno Gironcoli (1936–2010) und der in Wien lebenden Bildhauerin Toni Schmale (*1980). Anlass der Schau, die von Elsy Lahner kuratiert wurde, ist eine umfangreiche Schenkung der Gironcoli Zeichnungen von Agnes Essl.

 

Gironcolis Werken, ergänzt durch weitere Arbeiten aus den Sammlungsbeständen, werden in der Ausstellung Skulpturen von Toni Schmale gegenübergestellt. Ähnlich wie bei Gironcoli wecken auch Schmales Werke, in denen Materialien wie Metall und Beton dominieren, Assoziationen an einen möglichen Gebrauch.

Der Zyklus von 155 Zeichnungen Gironcolis bildet den Ausgangspunkt dieser außergewöhnlichen Ausstellung. Sein zeichnerisches und skulpturales OEuvre tritt in Dialog mit den minimalistischen Skulpturen der Künstlerin Schmale, die Parallelen zu Gironcolis Kunstverständnis aufweisen.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT April 2024)

Fotos:

Toni Schmale. Waltraud, 2016. Pulverbeschichteter Stahl RAL 9005, erhitzter, gewachster Stahl, Beton.

Courtesy die Künstlerin. Foto: Sofia Goscinski

Bruno Gironcoli. Ohne Titel, 1980-1985. Bleistift und Farbstift auf Papier. ALBERTINA, Wien –

Schenkung von Agnes Essl © Bruno Gironcoli

Malerin der Wiener Moderne – Künstlerin ihrer Zeit

 

Das Untere Belvedere zeigt bis 8. September 2024 die Ausstellung „Broncia Koller-Pinell. Eine Künstlerin und ihr Netzwerk“, kuratiert von Alexander Klee und Katharina Lovecky.

 

Broncia Koller-Pinell (1863–1934) war wie kaum eine andere Künstlerin der Wiener Moderne im internationalen Ausstellungsbetrieb präsent. Bereits mit 27 Jahren zeigte sie Bilder im Wiener Künstlerhaus. Ihre größten Erfolge feierte sie in der von Gustav Klimt gegründeten Kunstschaugruppe.

 

Das Belvedere widmet der Künstlerin nun eine Ausstellung, in der nicht nur Hauptwerke zu sehen sind, sondern auch gezielt auf die Netzwerke der Malerin und ihre Aktivitäten in der Kunstförderung eingegangen wird. Mithilfe der Einbeziehung des künstlerischen Umfelds von Broncia Koller-Pinell lässt sich ihre stilistische Entwicklung von der Münchner Schule des späten 19. Jahrhunderts über den Impressionismus bis zu den neusachlichen Tendenzen der 1920er-Jahre nachvollziehen. Wechselwirkungen und Einflüsse werden anhand von Gemälden und Grafiken von Künstlern wie Robin Christian Andersen, Anton Faistauer, Albert Paris Gütersloh, Karl Hofer, Koller-Pinells Tochter Silvia Koller, Koloman Moser, Egon Schiele, Heinrich Schröder und Franz von Zülow dargestellt.

Auch die Rolle als Mäzene, die Broncia Koller-Pinell und ihr Mann Hugo Koller einnahmen, wird hier thematisiert.

 

Weitere Informationen unter www.belvedere.at

(JT März 2024)

Fotos:

Broncia Koller-Pinell, Silvia Koller mit Vogelkäfig, 1907/08. Sammlung Eisenberger, Wien

Broncia Koller-Pinell, Sitzende (Marietta), 1907. Sammlung Eisenberger, Wien, Dauerleihgabe im

Leopold Museum

Punkti, Punkti, Lichtenstein

 

Anlässlich seines 100. Geburtstagsjubiläums feiert die ALBERTINA den Pop-Art-Meister

Roy Lichtenstein (1923–1997, New York), mit einer großen Retrospektive. Sie umfasst seine bedeutendsten Gemälde, Skulpturen und Papierarbeiten von den Anfängen der PopArt in den 1960er Jahren bis zum Spätwerk, mit großzügigen Leihgaben der bedeutendsten europäischen und U.S.-amerikanischen Museen und Privatsammlungen, wie der National Gallery, Washington, dem

Museum of Modern Art und Whitney Museum, New York oder der Yale University Art Gallery,

New Haven.

Mit Andy Warhol und Jackson Pollock gilt Lichtenstein heute als einer der drei populärsten und berühmtesten U.S.-amerikanischen Künstler.
Die Ausstellung in der Basteihalle, kuratiert von Gunhild Bauer und Serena Ligas (Assistenz) ist

bis 14. Juli 2024 zu sehen. Sie wurde mit Unterstützung von und in Zusammenarbeit mit der

Roy Lichtenstein Foundation und dem Roy Lichtenstein Estate realisiert.

 

Roy Lichtenstein ist für seine klischeehaften Blondinen und Comic-Figuren mit Sprechblasen bekannt und prägte in den 1960er Jahren mit seiner Cartoon-Ästhetik die amerikanische Kunstszene.

Er imitierte das Erscheinungsbild des billigen und schnellen Massendruckverfahrens, das zu seinem Markenzeichen wird: Seine Bildsprache kennt nur wenige Umrisslinien und Primärfarben sowie die monotonen Rasterpunkte – die durch ihn erst berühmt gewordenen „Ben-Day-Dots“, die Rasterpunkte für die Tonwerte der Grafikvorlage im Druck, benannt nach ihrem Erfinder Benjamin Day.

Lichtenstein brachte sie mit Schablonen auf seine Leinwände auf,

Noch während der Hochblüte des abstrakten Expressionismus kehrte er zu einer gegenständlichen, selbstreflexiven Kunst zurück und reißt mit viel Ironie die Grenzen zwischen hoher Kunst und Alltagskultur nieder. Außerdem wurde er zum einflussreichsten Vorläufer der Appropriation Art und zum Vorreiter der Verschmelzung von High und Low Art in der Gegenwartskunst.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT März 2024)

Fotos:

Roy Lichtenstein. Mädchen in der Badewanne, 1963 Öl und Acryl auf Leinwand 173 × 173 cm Museo

Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid © Estate of Roy Lichtenstein/Bildrecht, Wien 2024

Roy Lichtenstein. An ihn denken, 1963 Acryl auf Leinwand 170 × 170 cm Yale University Art Gallery,

New Haven, Gift of Richard Brown Baker © Estate of Roy Lichtenstein/Bildrecht, Wien 2024/Foto: Yale

University Art Gallery, New Haven 

Der Blaue Reiter – neu erzählt
 
Im Zuge der Kooperation zwischen
dem Münchner Lenbachhaus und der Londoner Tate findet vom bis 20. Oktober die Ausstellung "Expressionists. Kandinsky, Münter and the Blue Rider" mit zahlreichen Leihgaben aus der Lenbachhaus Sammlung in London statt.

Für das Lenbachhaus mit der weltweiten größten Sammlung zur Kunst des Blauen Reiter stellt dies eine Chance dar, Sammlungshighlights, die nicht reisen, zusammen mit bisher selten gezeigten Arbeiten der Künstler des Blauen Reiter zu präsentieren und ihr Schaffen in einen größeren zeitgeschichtlichen Kontext zu setzen.

Die Ausstellung Der Blaue Reiter. Eine neue Sprache startet am 12. März 2024, kuratiert von Melanie Vietmeier, Nicholas Maniu und Matthias Mühling. Die Schau ist eine Kooperation mit derGabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung und wird unterstützt vom Förderverein Lenbachhaus e.V. und der Herbert Schuchardt-Stiftung. 
 
Die Wurzeln des Blauen Reiter reichen bis zur Kunst des Jugendstils und des Impressionismus zurück. Das Interesse an Volkskunst, Kinderkunst, japanischen Holzschnitten, bayerischen Hinterglasbildern und den internationalen Avantgarden sowie das Bedürfnis nach freier künstlerischer Entfaltung wurde zu den Grundfesten des Blauen Reiter.

Der intensive Austausch zwischen Künstlern wie Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Franz Marc, Maria Franck-Marc, August Macke, Alexej Jawlensky, Marianne von Werefkin, Robert Delaunay und Elisabeth Epstein ließ eine produktive Gruppendynamik entstehen. Gemeinsam wurde nun nach einer neuen Sprache in der Kunst gesucht. Es ging um den Ausdruck kollektiver Ideen. Genau jenes Streben findet in den Werken der Künstler des Blauen Reiter facettenreiche Umsetzung: von den Abstraktionen Kandinskys und Marcs bis hin zu Jawlenskys, Münters und Werefkins expressiven Menschen- und Naturdarstellungen.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 markiert das Ende des Blauen Reiter. In den Kriegs- und Exiljahren finden die Protagonisten jedoch wiederum zu neuen Bildsprachen.
 
Die Entwicklung einer neuen Sprache steht im Fokus der Neupräsentation, die den Blick auch auf die unmittelbare Vorgeschichte des Blauen Reiter sowie auf seine Nachwirkungen lenkt.
Anhand einer Auswahl von ca. 250 Werken, darunter Gemälde, Grafiken, Hinterglasbilder, Fotografien und Skulpturen, führt die Ausstellung von der bewegten Zeit um die Jahrhundertwende bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.

 

Weitere Informationen unter www.lenbachhaus.de

(JT März 2024)

Fotos:

Alexej von Jawlensky, Sommerabend in Murnau, 1908/09, Öl auf Pappe, 32,9 cm x 44,5 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Schenkung Gabriele Münter

Maria Franck-Marc, Kinderspielzeug mit Vogelkäfig, um 1911, Öl auf Leinwand, 60,2 cm x 88,5 cm x 2,3 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, © Rechtsnachfolge der Künstlerin

Am Mönchsberg gibt es was zu sehen

 

Das Jahr 2024 steht für das Museum der Moderne Salzburg im Zeichen großer Jubiläen.

Vor zwanzig Jahren wurde der Standort am Mönchsberg eröffnet und zu einem neuen Wahrzeichen für das Land und die Stadt Salzburg.

Vor zehn Jahren kam die Sammlung Generali Foundation, eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Österreichs mit internationaler Ausrichtung, als Dauerleihgabe nach Salzburg und ist seither eine produktive Akteurin am Museum.

Anlässlich dieser Jubiläen präsentieret das Museum eine Ausstellungsreihe, die die Kunstsammlungen zusammenführt, die am Haus bewahrt und erforscht werden - die eigenen Bestände, die Sammlung Generali Foundation sowie die Fotosammlung des Bundes und die Sammlung Land Salzburg / Kunstförderung.

Zwei Ebenen auf dem Mönchsberg werden fast das ganze Jahr über mit vier Sammlungsausstellungen bespielt. Die Sammlungsausstellungen 2024 werden vom Museum der Moderne Salzburg in Kooperation mit der Generali Foundation präsentiert.

 

Die Ausstellung Räume öffnen! trägt bis 9. Oktober 2024 einer Entwicklung Rechnung, die dem Raum bzw. dem Raumbegriff einen besonderen Stellenwert als Analyseinstrument einräumt (spatial turn). Im Fokus steht dabei nicht der statische, geometrische Raum, sondern der Raum als ein von Menschen gestaltetes, erlebtes und codiertes Phänomen. Die Ausstellung beleuchtet, wie Raum, Körper und Medien einander bedingen. Sie nimmt Schnittstellen, Zwischenräume und Übergänge in den Blick und erweitert den Museumsraum um Handlungs-, Erfahrungs- und Erinnerungsräume. Sie schlägt den Bogen von der klassischen Moderne bis hin zu den neuen Medien. 

Mit Werken von Annemarie Avramidis, Josef Bauer, Günter Brus, Georgia Creimer, Yan Duyvendak, Georg Eisler, Werner Feiersinger, Sylvie Fleury, Seiichi Furuya, Gelitin, George Grosz, Renée Green, Ulrike Grossarth, Manfred Grübl, Wolfgang Herzig, Kathi Hofer, Martha Jungwirth, Franz Kapfer, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz, Alfred Kubin, Branko Lenart, Luiza Margan, Manon, Kurt Mayer, Tim Noble und Sue Webster, Klaus Pamminger, Marjetica Potrč, Dargo J. Prelog, Simona Reisch, Annerose Riedl, Martha Rosler, Gregor Sailer, Egon Schiele, Markus Schinwald, Thomas Stimm, Margherita Spiluttini, Martin Walde, Lois Weinberger, Werkstatt Rixdorfer Drucke und Erwin Wurm.

 

Weitere Informationen unter www.museumdermoderne.at

(JT Feb. 2024)

Fotos:

Egon Schiele, Edith Schiele ihren Mann umarmend, 1915, Bleistift auf Papier, Museum der Moderne Salzburg – Schenkung Alette Sigmundt, Foto: Rainer Iglar

Drago J. Prelog, Viel rosa, 2009, Acryl auf Leinwand, Museum der Moderne Salzburg – Schenkung Melita Prelog, © Bildrecht, Wien, 2024, Foto: Rainer Iglar 

Neuer Zugang zur zeitgenössischen KunstSammlung

 

Der Kunstbetrieb beschäftigt sich heutzutage intensiv mit identitätspolitischen Fragestellungen rund um Klasse, race und gender. Das breite Spektrum künstlerischer Herangehensweisen, stilistischer und inhaltlicher Zugänge stellt eine notwendige Ergänzung des kunsthistorischen Kanons dar, der in der ALBERTINA von Michelangelo und Raffael über Dürer, Rembrandt und Rubens bis Goya, Schiele, Picasso und Warhol repräsentiert ist.

Die Ausstellung The Beauty of Diversity in der ALBERTINA MODERN bis 18. August 2024, kuratiert von Angela Stief, zeigt mit dem Sammlungsbestand der Gegenwartskunst ab 1945 und Neuerwerbungen die Vielfalt der Sammlungen der ALBERTINA. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, anderen Perspektiven Sichtbarkeit einzuräumen und Frauen, LGBTQIA+-Künstlern, People of Color, Aboriginal Positionen, Autodidakten und Außenseitern zu berücksichtigen, die sich von den Alten Meistern abheben.

 

The Beauty of Diversity bewegt sich im Spannungsfeld eines etablierten Kunstverständnisses und seiner Erneuerung. Die Ausstellung entfaltet ihre Überzeugungskraft durch Künstler, die die Sehgewohnheiten irritieren, gegen den Strom schwimmen, an den Grundfesten der Hochkultur rütteln, die Norm brechen und damit die Ästhetik der Diversität begründen.

Sie geht der Schönheit des Grotesken, Unreinen und Verdrängten nach. Die Inklusion von Künstlern aus Australien, Afrika, Asien und Südamerika nimmt einen hohen Stellenwert ein.

 

 

110 Werke werden gezeigt von folgenden Künstlern: Jean-Michel Basquiat, Eva Beresin, Amoako Boafo, Verena Bretschneider, Cecily Brown, Nyunmiti Burton, Miriam Cahn, Alexandre Diop, Ines Doujak, Jean Dubuffet, Stefanie Erjautz, Gelitin/Gelatin, Aïcha Khorchid, Soli Kiani, Basil Kincaid, Jürgen Klauke, Emily Kame Kngwarreye, Elena Koneff, Maria Lassnig, Daniel Lezama, Angelika Loderer, Claudia Märzendorfer, Jonathan Meese, Sungi Mlengeya, Tracey Moffatt, Michel Nedjar, Tony Oursler, Grayson Perry, Marc Quinn, Franz Ringel, George Rouy, Iris Sageder, Cindy Sherman, Sarah Slappey, Kiki Smith, Tal R, VALIE EXPORT, Jannis Varelas, August Walla, Franz West, Kennedy Yanko

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT Feb. 2024)

Fotos:

Alexandre Diop, Il était une fois le Mouton Noir, 2021 Mischtechnik auf Holz 215 × 500 × 6 cm

ALBERTINA, Wien © Alexandre Diop

Amoako Boafo, Ivy Off Shoulder Dress, 2023 Öl auf Leinwand 170 × 150 cm ALBERTINA, Wien –

Familiensammlung Haselsteiner © Bildrecht, Wien 2024 Foto: © Sandro E. E. Zanzinger 

Meisterwerke des 20. und 21. Jahrhunderts

 

Unter dem Titel WE  präsentiert die Heidi Horten Collection in Wien bis 25. August 2024 eine umfassende Auswahl ikonischer Werke aus eigenem Bestand und knüpft mit ihren Schwerpunkten an die 2018 im Wiener Leopold Museum gezeigte Ausstellung WOW! an.

 

Entsprechend der inhaltlichen Ausrichtung der Sammlung gliedert sich WE  in drei Themenfelder: dem Expressionismus, insbesondere in seiner deutschen Ausprägung, gefolgt von der Kunst der 1960er- und 1970er-Jahre, mit einem besonderen Fokus auf US-amerikanischen, italienischen und deutschen Positionen. Der dritte Schwerpunkt liegt auf der Malerei und Skulptur, die das Spannungsfeld zwischen Figur und Abstraktion erkunden.

 

Zusätzlich steht im Rahmen einer von Tobias Natter kuratierten Kabinettspräsentation mit dem Titel Focus ein herausragendes Werk von Gustav Klimt im Mittelpunkt, nämlich sein Gemälde 

Kirche in Unterach am Attersee von 1915/16. Dieses Werk des berühmtesten Vertreters des österreichischen Fin de Siècle wird grafischen Arbeiten der Epoche Wien um 1900 wie auch Positionen von zeitgenössischen Künstlern gegenübergestellt. 

 


In einer Zeit, in der digitales Engagement unsere Erfahrungen neu formt, präsentiert die Heidi Horten Collection die innovative Initiative #ARTfluence. Bei diesem zukunftsweisenden Konzept stehen die Museumsbesucher im Mittelpunkt. Ihre Stimmen prägen das Museum von morgen. Vor Ort und in den sozialen Netzwerken haben sie die Chance, für ihre Favoriten aus der Sammlung zu voten und so die Kunstwerke auszuwählen, die ab Herbst 2024 einen festen Platz in der Ausstellung erhalten.

Dieser partizipative Ansatz verwandelt das traditionelle Museumserlebnis von einem rein beobachtenden Akt in eine interaktive Reise.

 

Weitere Informationen unter www.hortencollection.com

(JT 2023)

Fotos:

Max Pechstein. Die gelbe Maske II, 1910. Heidi Horten Collection

Gustav Klimt. Kirche in Unterach am Attersee, 1916. Heidi Horten Collection

Franz Marc. Rote Rehe I, 1910. Heidi Horten Collection

80 Jahre Zens

 

Der österreichische Künstler und Kunstpädagoge Herwig Zens (1943-2019) ist vor allem für seine umfangreichen Druckgrafiken und Radierungen bekannt. Am 5. Juni 2023 hätte der 2019 verstorbene Maler seinen 80. Geburtstag gefeiert.

Der Niederösterreicher hatte einen prägenden Einfluss auf das heimische Kulturgeschehen. Als Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Wien verantwortete er die Ausbildung zahlreicher Generationen von Pädagogen. Neben der universitären Laufbahn schuf Zens ein umfangreiches und international rezipiertes künstlerisches Oeuvre.

 

Mit rund 160 Malereien, Zeichnungen und Druckgrafiken zeigt die Landesgalerie Niederösterreich

bis 25. August 2024 die bisher größte Einzelausstellung zu Herwig Zens.

Zentrales Werk ist das „Radierte Tagebuch“. Dafür reihte der begnadete Radierer Kupferdrucke auf einer langen Papierbahn aneinander. Kästchen mit Zeichnungen, Notizen, aber auch ohne Inhalt repräsentieren die einzelnen Tage. Weiters zeigt die Ausstellung Zens‘ Neuinterpretationen von Francisco de Goya (1746-1828). Beleuchtet werden die Themenbereiche Musik und griechische Mythologie sowie das Motiv des Todes, das Zens obsessiv durch die Schaffung teils monumentaler Totentänze umsetzte. Kurator ist Nikolaus Kratzer, Leiter der Kunstsammlung des Landes Niederösterreich. 

Weitere Informationen unter:

https://www.lgnoe.at/de/ausstellungen/29-herwig-zens

(JT 2023)

Foto:

Herwig Zens. Hexensabbat. 1984. Öl. Acryl auf Leinwand. Landesgalerie NÖ. Copyright by

Landessammlungen NÖ

So ging einst „Schöner Wohnen“

 

Im Waschsalon Karl-Marx-Hof wurde die Sonderausstellung Schöner Wohnen im Roten Wien.

100 Jahre Punktesystem – 100 Jahre Wohnbauprogrammbis 1. September 2024 verlängert. 

Konzipiert und kuratiert von Lilli Bauer und Werner T. Bauer. Sponsor der Sonderausstellung ist die Wiener Städtische - Vienna Insurance Group.

 

Einen Wiener Gemeindebau der Ersten Republik erkennt man auf den ersten Blick.

Die Fassaden mit ihren Sprossenfenstern, Balkonen, Loggien und Erkern prägen das Stadtbild bis heute. Doch wie wohnten die ersten Arbeiterfamilien in diesen neuen, gesunden Volkswohnungen?

Der Waschsalon geht auf Wohnungsinspektion.

 

Um 1900 lebte die Mehrheit der Wiener Bevölkerung noch auf Zimmer und Küche. Berüchtigt waren die Gangküchenwohnungen ohne fließend Wasser und ohne Elektrizität.

1922 wurde ein transparentes „Punktsystem“ eingeführt, das die Wohnungswerber in Dringlichkeitsstufen einteilt. 1923 beschloss der Gemeinderat ein erstes Wohnbauprogramm,

Am Ende der Ersten Republik wohnte jeder zehnte Wiener in einer Gemeindebauwohnung.

Die Wohnungsgrößen wurden anfangs häufig als zu klein empfunden. Die Stadt nahm sich die Kritik zu Herzen und plante ab 1927 auch größere Wohneinheiten. Mit den größer dimensionierten Grundrissen hielt auch das bürgerliche Wohnzimmer Einzug in die Arbeiterwohnung.

 

Weitere Informationen unter www.dasrotewien-waschsalon.at

(JT 2023)

Foto: Interieur, 1928, koloriert © WStLA/Foto Gerlach