Vermisst - entführt - missbraucht - getötet

 

Arno Strobel beschreitet mit seinem Thriller "Ungelöst. Die erste Zeugin" (Feb. 2026, Fischer TB)

neue Wege und begibt sich auf eine Entdeckungsreise zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele.

Der Krimi ist der Auftakt seiner Serie rund um eine Münchner Cold-Case-Einheit mit den Protagonisten Luisa Menkhoff und Ramin Brunner.

Der 28-jährige Ramin Brunner mit Spitzname "The Brain" ist der jüngste Kriminalhauptkommissar in Bayern

und angehender Leiter der Cold-Case-Einheit beim KK11 in München. Er wuchs in Erding in einer iranisch-deutschen Familie auf, sein Vater Jakob ist ein verurteilter Straftäter und sitzt eine mehrjährige Haftstrafe ab.

Die 22 Jahre junge Luisa Menkhoff ist Medizinstudentin und will forensische Psychiaterin werden. Sie wuchs

in Aachen auf, ihr Vater war Kriminalhauptkommissar Bernd Menkhoff, er verstarb im Einsatz, als sie 17 war. Luisa wurde als Fünfjährige entführt und damals in letzter Minute gerettet, sie hat ein eidetisches Gedächtnis,

d.h. sie erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation.

 

Im neuen Roman erkennt Luisa auf einem Flugblatt eine gesuchte Frau, die vermisst wird. Es ist Jahre her,

dass sie sie gesehen hat. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Kind entführt hat. Und sie war damals ebenfalls in die Sache verwickelt.

Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, seine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll. Alles deutet

darauf hin, dass ihr damaliger Entführer - Psychiater Dr. Joachim Lichner - jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat.

Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall hinzugezogen. Kurz darauf wird ein kleines Mädchen entführt, das eine frappierende Ähnlichkeit mit der fünfjährigen Luisa hat, daher drängt sich der Verdacht auf, dass Lichner mit beiden Fällen zu tun haben könnte.

Strobel verwebt den Cold Case mit aktuellen Ereignissen. Bei der Suche nach dem Täter gibt es zahlreiche Wendungen und Überraschungen, die Luisa in Gefahr bringen und scheinbar ein neues Licht auf ihren Vater

und die einst Verdächtigen werfen.

 

Am Beginn ist man von der Geschichte nicht gleich vom Hocker gerissen, irgendwie holpert es noch mit den neuen Ermittlern, aber es entspricht Arno Strobel's Krimi-Können, seine neuen Protagonisten auf die richtige

Spur zu bringen!

(JT Mai 2026)

Powertraining 50+ für zu Hause

Dr.med. Peter Poeckh legt als Arzt, Sportmediziner, Bewegungsspezialist und Yogatherapeut einen klaren

Fokus auf schmerzfreie Bewegung - speziell für Menschen über 50, die ihre Mobilität und Stabilität verbessern, Beschwerden lindern und ihnen vorbeugen möchten.

Er setzt dabei auf eine gezielte Bewegung, moderne Faszientherapie und einfache Übungen, die sich gut in

den Alltag integrieren lassen.

Mit seinem Buch "Kraft und Stabilität bis ins hohe Alter" (Feb. 2026, südwest Verlag) stellt er ein einfaches

und effektives Trainingsprogramm für zu Hause vor, womit man kräftig und stabil ohne Gewichte und Geräte werden kann. Nötig sind eine Trainings-Matte, ein wenig Zeit, Geduld mit sich selbst und ein bisschen Durchhaltevermögen, denn auch Rom war nicht an einem Tag erbaut!

 

Muskeln sind einer der entscheidenden Longevity-Faktoren. Wer dem altersbedingten Abbau von Muskelmasse nicht durch Krafttraining vorbeugt, riskiert ein erhöhtes Sturzrisiko und zunehmende Gebrechlichkeit.

Um fit, kräftig und schmerzfrei zu sein, stellt Dr. Poeckh die besten Übungen für alle Körperregionen vor -  Schultern & Arme, Brust & oberer Rücken, Bauch, Rücken & Gesäß und Beine & Balance. Damit kann man gezielt bestimmte Regionen kräftigen. Darüber hinaus machen die Ganzkörperprogramme für Anfänger und Fortgeschrittene den Einstieg besonders leicht.

Unabhängig von Alter und Fitnesszustand können mit den Übungen alle Menschen profitieren und zu schnellen und spürbaren Erfolgen kommen. Damit schafft man sich langfristig die besten Voraussetzungen für einen gesunden und schmerzfreien Bewegungsapparat.

 

(JT April 2026)

Komplett in seinem Bann ...

 

... stehen die Leser wieder einmal bei Roman Klementovic's neuem Thriller "Splitterschreie" (März 2026, Gmeiner)!

In diesem Buch gibt es gleich vier spannende Kurzthriller - als Einstieg für jene, die Klementovic noch nicht kennen und als Überbrückung für Aficionadas bis zum nächsten großen Fall.

Es gibt drei brandneue Thriller mit purem Nervenkitzel und als Bonus den bereits 2021 erschienenen Krimi „Wenn die Stille schreit".

 

Wie immer bei diesem Autor gefriert einem das Blut in den Adern ob der durchgehenden düsteren Atmosphäre. Alle Settings und Protagonisten kennt man bereits aus seinen bisherigen Werken, doch auch, wenn man diese nicht kennt, lassen sich die Geschichten problemlos lesen.
In "Versagt" ermittelt Bezirksinspektor Mück in einer brutalen Raubserie.
"Wenn die Nacht ertrinkt" ist ein weiterer True-Crime-Fall aus der bekannten Reihe „Mörder im Visier“ mit Moderatorin Alma.
In "Wenn der Nebel brennt" lebt die 16-jährige Julia im geheimnisvollen Nebeltal, in dem seit Jahren rätselhafte Morde geschehen. Als sie eines Abends allein zu Hause ist, nimmt das Unheil seinen Lauf.
Und dann noch "Wenn die Stille schreit" rund um ein schlimmes Unwetter, Tim und seine schwangere Frau Natalie.

Gänsehautalarm!

(JT April 2026)

Keine leichte Kost

 

Hanya Yanagihara schrieb mit "Ein wenig Leben" (2017, Hanser Berlin) einen Roman über eine Freundesgruppe von vier Männern in New York, der ob seiner Intensität und Sprachgewalt sicher zu den Jahrhundertbüchern gehört, auch wenn man das Schicksal von Jude mehr erleidet, denn erträgt und man viele Lesepausen braucht, um die Geschichte auszuhalten.

Mit dem Roman "Zum Paradies" (2023, Ullstein Taschenbuch) startet man ein neues Experiment in drei Versionen. Die Autorin erzählt von Liebe, von Familie, von Rassismus, vom Verlust und gesellschaftlichen Utopien in verschiedenen Jahrhunderten in New York und Hawaii.  

 

Alle Teile, die unabhängig voneinander sind, aber sich doch immer um ein Town House am Washington Square

in New York drehen, um die Familien Bingham und Griffith, um Großväter, um Menschen namens David, Edward oder Charles, die körperlich und/oder geistig wodurch auch immer gezeichnet sind durch Krankheiten, sind schwer verwirrend. Und wäre nicht die beeindruckende Sprache von Yanagihara, man würde "aufgeben" ob der Konzentration, die man dafür braucht, und das Buch einfach zur Seite stellen.

1893
gehört New York zu den fiktiven Free States, in denen die Menschen so leben und so lieben, wie sie es möchten – so jedenfalls scheint es. Der junge David, Spross einer der angesehensten und wohlhabendsten Familien, den Binghams, entzieht sich der Verlobung mit dem standesgemäßen Verehrer Charles Griffith und

folgt dem charmanten, mittellosen Musiklehrer Edward Bishop in die Ungewissheit.
1993, in einem Manhattan im Bann der AIDS-Epidemie,
teilt der junge Hawaiianer David, ein Anwaltsgehilfe,

sein Leben mit dem deutlich älteren, reichen Charles Griffith, doch er verschweigt ihm die Erschütterungen

seiner Kindheit und das Schicksal seines Vaters an einem unwirtlichen Ort namens Lipo-wao-nahele.
2093, in einer von Seuchen
heimgesuchten, autoritär kontrollierten Welt mit Isolierungslagern und Ausgangssperren, versucht die schwer beeinträchtigte Charlie, Enkelin eines mächtigen Wissenschaftlers,

ihr Leben zu bewältigen – und herauszufinden, wohin ihr Ehemann regelmäßig an einem Abend in jeder

Woche verschwindet.

"Zum Paradies" ist eine Zumutung, ein Werk über menschliche Gefühle in Welten, die es so nicht gab/gibt/geben wird mit Protagonisten, die man meist schwer versteht in ihren Handlungen. Die Autorin erspart den Lesern nichts. Mit dem Paradies hat das Buch aber sicher gar nichts zu tun. Kein Roman für zwischendurch!

(JT April 2026)

Das schwere Los von Waisenkindern

 

Das neue Buch "Die Dachgeber" (Feb. 2026) von Isabella Maria Kern hat einen ernsten Hintergrund.

Die Geschichte ihres Onkels, der aus russischer Gefangenschaft zu Fuß nach Oberösterreich floh, hat

die Autorin zu diesem Roman inspiriert.

 

Hermine, die Protagonistin, steht stellvertretend für viele Waisenkinder und Frauen, die im und nach dem

Zweiten Weltkrieg ein schweres Los hatten.

1940 ist Hermine erst acht Jahre alt, als ihre Mutter stirbt. Der Vater und die beiden älteren Brüder sind im Zweiten Weltkrieg gefallen. Als Waisenkind wird sie von entfernten Verwandten aufgenommen, die ihr ein

Dach über dem Kopf geben. Als der sogenannte Onkel Heinrich an ihr Interesse zeigt, läuft sie fort und

kommt auf einem großen Bauernhof unter, wo jede Arbeitskraft willkommen ist.

Auch als der Krieg schon lange zu Ende ist, hofft Hermine, dass ihr jüngster Bruder Josef noch am Leben ist. Tatsächlich gelingt Josef 1948 die Flucht aus einem Gefangenenlager in Sibirien. Er macht sich zu Fuß,

und meist nachts, auf den gefährlichen Heimweg über Polen und die Tschechoslowakei, in das von

russischem Militär besetzte Mühlviertel.

 

Weitere Informationen unter http://www.isabella-maria-kern.com/

(JT April 2026)

In der Antarktis - dort will man nicht sein!

 

"Die Kälte" von Riley James (Okt. 2025, Hoffmann und Campe) ist das Erstlingswerk der Autorin und spielt auf einer Forschungsstation in der eisigen Antarktis, wohin es Kit Bitterfeld verschlägt. Um dem Scherbenhaufen

ihrer Ehe mit Elliot zu entkommen, tritt sie eine Forschungsstelle in Macpherson an und folgt damit ihrer

Freundin Sally, um sie bei der Robbenforschung zu unterstützen. Von Beruf her ist sie Tierzahnärztin und

soll gleichzeitig dem Arzt der Station, Dustin, helfen.

 

Schon die Anreise zur Station gestaltet sich anders als erwartet, auf dem Weg dorthin gibt es einen SOS-Ruf

des Schiffes Petrel. Doch beim brennenden Schiff fehlt von der Besatzung jede Spur, nur ein einzelner verletzter Mann, der Geophysiker Nick Coltheart, ist an Bord ohne Erinnerung an die Geschehnisse auf dem Schiff, die

zu dem Brand geführt haben.
Endlich angekommen auf der Station, stellt Kit bald bei den anderen Bewohnern massive Veränderungen im Verhalten fest. Alle sind irgendwie seltsam.

Als eines Abends ein Schneesturm aufzieht und alles in ewiger Dunkelheit versinkt, passieren gefährliche Dinge und Sally verschwindet spurlos. Kit muss die Wahrheit herausfinden, ist damit aber quasi auf sich selbst gestellt

in der klirrenden Kälte und der unheimlichen Atmosphäre. Es ist ein Wettlauf mit Zeit und Wetter, bevor sie monatelang von der Zivilisation abgeschnitten werden.

Manchmal ist der Thriller ein bisschen zäh erzählt, aber dann doch wieder spannend wegen gut gesetzter Twists. Auf jeden Fall zum Abkühlen bei Hitze bzw. um froh zu sein, wenn man im warmen Zimmer sitzt beim Lesen, sollte es draußen kalt sein!

(JT März 2026)  

Angst im Nacken

 

Hochspannung liefert Alex Finlay mit dem Thriller "Good Night, Pretty Girl" (Jan. 2026, Goldmann).

In der Silvesternacht 1999 erwarten viele die digitale Apokalypse. Die Tragödie findet aber woanders statt.

Vier Mädchen werden in einer Videothek in Linden, New Jersey, überfallen, drei werden brutal ermordet,

eines, Ella, lässt der Killer am Leben. Sein Abschiedsgruß: Good night, pretty girl ...

Rasch hatte die Polizei einen Verdächtigen, den Freund eines der Opfer. Doch der junge Mann konnte fliehen

und ist seither verschwunden.
Fünfzehn Jahre später werden in derselben Kleinstadt drei Teenager während ihrer Nachtschicht in der

Dairy Creamery, einer Eisdiele, erstochen, und erneut verschont der Täter die vierte von ihnen, Jessica Duvall, genannt Jesse. Auch ihr flüstert er seinen Abschiedsgruß ins Ohr: Good night, pretty girl.

Die Therapeutin Ella Monroe, die einzige Überlebende des ersten Massakers, Anwalt Chris Ford, der Bruder

des mutmaßlichen Täters von 1999 und die mit Zwillingen hochschwangere FBI-Agentin Sarah Keller, müssen

in die in abgründigen Geheimnisse von zwei Mordnächten eintauchen. Ist der mutmaßliche Täter zurück oder spielt jemand ein grausames Spiel mit der Vergangenheit?

Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Ella, Chris und Sarah.

 

Finlay's Stil ist durchdacht konstruiert, leicht zu lesen und trotz des Plots nicht so nervenaufreibend, dass man nach der Lektüre nicht schlafen könnte! Die Wahrheit kommt nach einigen Wendungen Seite für Seite ans Licht.

(JT Feb. 2026)

Jetzt schlägt ihre Stunde

 

Luzy Morgenroth führt im beschaulichen Amrum, einer deutschen Nordseeinsel, das Leben einer Provinzpolizistin. Wir schreiben das Jahr 1989. Kaum jemand ahnt, dass sie vor langer Zeit eine ganz

andere Person war. Heute hat sie fünfzehn Kilo zu viel auf den Rippen und raucht wie ein Schlot.

Als in einer Sturmnacht ein Einheimischer spurlos von der Fähre verschwindet, muss sie sich einem Killerkommando stellen, das auf die Insel kam, und verwandelt sich wieder in die Luzy von früher. Eine Waffe.

Andreas Pflüger jagt Luzy in seinem Agententhriller "Kälter" (Okt. 2025, Suhrkamp) als Racheengel um die Welt.

 

Am Ende des Kalten Krieges, im Chaos der Tage um den Mauerfall, tritt Pflüger's Protagonistin gegen ein Geheimdienstimperium an, das den Mann beschützt, der einst ihr Leben zerstörte, ihr Todfeind Babel.

Es wird sich zeigen, wer kälter ist! Lucy's Gegner ist ein ehemaliger RAF-Terrorist, der nun für den KGB und

die Stasi arbeitet.

 

Der knallharte Roman ist eiskalt in seiner Präzision, ohne Herumgeschwafel, und reicht tief zurück in die deutsche Geschichte, er zeigt, wie die Vergangenheit in die Gegenwart hineinragt.

Nichts für schwache Nerven!

(JT Jan. 2026)