Wenn ich einmal groß bin ...

 

Der niederländische Fotograf Chris de Bode zeigt im Bar- und Restaurantbereich des Fleming's Selection Hotel Wien-City in der Wiener Josefstädter Straße 10-12 (www.flemings-hotels.com) eine Auswahl seiner Werke unter dem Titel „I have a Dream“.

 

Fleming's Geschäftsführer Hartmut Schröder und sein Wiener Hoteldirektor Martin Sperl hatten die große Ehre gemeinsam mit de Bode diese Ausstellung zu eröffnen. Der Gewinner des Alfred Fried Photography Awards 2016 zeigt Fotografien, die Träume von Kindern aus aller Welt eindrucksvoll und farbenfroh festhalten.

Ein Foto kann das Abbild eines Kindes zeigen, aber nicht die Fülle von sehnsuchtsvollen Träumen, die es bewegen – es sei denn, ein Fotograf verwandelt sie in Bilder. Chris de Bode hat die Kinder einfach gefragt, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Rausgekommen sind großartige Bilder.

 

Der Just Tampier-Tipp: Gönnen Sie sich in der Hotelbar den Kunstgenuss gemeinsam mit einem Glas „Fleming's“ Wein – es gibt diverse Sonderabfüllungen für das Hotel, wie z.B. einen Grünen Veltliner vom Weingut Jurtschitsch aus Langenlois, oder kosten Sie sich durch das kulinarische Angebot von Grill- und Seafoodspezialitäten.

(JT März 2018)

Fotos: Chris de Bode, Fleming's, Unicef

 

Genialer StrichmännchenMaler

 

Die Albertina Wien widmet dem amerikanischen Künstler Keith Haring (1958-1990) aus Anlass seines 60. Geburtstags bis zum 24. Juni 2018 eine umfassende Ausstellung: „Keith Haring – The Alphabet“.

Haring wurde mit seinen Zeichnungen tanzender Menschen, krabbelnder Babys und bellender Hunde zu einem der gefeiertsten Künstler seiner Zeit. Es sind Botschaften gegen die Gewalt, gegen Vorurteile, gegen Unterdrückung. Sein Engagement im Kampf gegen AIDS ist legendär.

Viel zu früh musste er im Alter von nur 31 Jahren an den Folgen von AIDS sterben.

Mit seinen nur vordergründig einfachen Strichfiguren war sein Einfluss auf Künstler und Betrachter beeindruckend und nachhaltig.

 

Die Kuratoren der Ausstellung – Dr.Dr. Dieter Buchhart und Elsy Lahner – haben in der Basteihalle der Albertina kraftvolle, meist großformatige Werke für die Besucher vorbereitet, die eine Zeichensprache zeigen mit einem von Haring bewusst gewählten „primitiven Code“. Seine Symbole erklären sich selbst. Ein wesentlicher Aspekt seines Zeichenalphabetes ist die Silhouette des Hundes mit weit aufgerissenem Maul, das kann einen bellenden ebenso wie einen beißenden oder auch einen hechelnden Hund bedeuten. Der Hund kann für Gerechtigkeit stehen und einen Beschützer verkörpern oder zu einer reißenden Bestie werden, die Machtmissbrauch ausdrückt.

 

Keith Haring wollte immer Kunst machen, die von so vielen Menschen wie möglich erlebt werden kann. Jetzt kann man sich in der Albertina beeindrucken lassen.

Unter www.albertina.at gibt es weitere Informationen zu den diversen Führungen und dem Programm für Kinder & Jugendliche.

(JT März 2018)

Keith Haring Ohne Titel, 1980 Sprühemail, Tinte und Acryl auf Plakatkarton © The Keith Haring Foundation
Keith Haring Ohne Titel, 1983 Leuchtfarbe und Lack auf Holz Gerald Hartinger Fine Arts, Wien © The Keith Haring Foundation
Keith Haring Ohne Titel, 1982 Gebranntes Email auf Stahl Courtesy Larry Warsh © The Keith Haring Foundation

Genialer Grenzgänger

100 Jahre nach seinem Tod, ist dem zentralen Künstler aus der Sammlung des Leopold Museum Wien, Egon Schiele (1890–1918), eine besondere Ausstellung gewidmet: die Jubiläumsschau ist bis zum 4. November 2018 auf Ebene -1 zu sehen (weitere Informationen unter www.leopoldmuseum.org).

Die beiden Kuratoren, Diethard Leopold und Direktor Hans-Peter Wipplinger, haben eine repräsentative Auswahl an Werken dieses bahnbrechenden Künstlers des beginnenden 20. Jahrhunderts getroffen.

Die Ausstellung präsentiert die wichtigsten Themen im Schaffen des Genies: zunächst seine selbstbewusste Findung als Ausdruckskünstler, in der Folge Motivgruppen wie die ambivalente Figur der Mutter oder die Tabubrüche in Form der Darstellung junger Mädchen und Buben, des weiteren Themen wie Spiritualität und Verwandlung, seine Häuser, Städtebilder und Landschaften vor allem aus Krumau oder etwa seine spannungsvollen Porträtdarstellungen.

 

Schiele war ein obsessiv Suchender, fasziniert von Frauen wie seiner Muse Wally Neuzil, inspiriert von der Seele der Dinge und der Natur, ein Selbstdarsteller, der extreme Posen und Grimassen als Spiegelung seines eigenen Innenlebens und prägnante, knöchrig-kantige Darstellungen liebte.

 

Der Meister ist viel zu früh gestorben. Uns bleibt seine betörend schöne und zugleich tragisch hässliche, aber immer scharfkantige Kunst.

(JT März 2018)

Selbstbildnis mit Lampionfrüchten, 1912. Öl, Deckfarbe auf Holz. 32,2x39,8cm. Leopold Museum, Wien. Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger.

Kardinal und Nonne („Liebkosung“), 1912. Öl auf Leinwand. 70X80,5cm. Leopold Museum, Wien. Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger.

Kauernde mit grünem Kopftuch, 1914. Bleistift, Gouache auf Papier. 47X31cm. Leopold Museum, Wien. Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger

 



3 Generationen – 3 Enfants terribles

Egon Schiele (1890–1918), Günter Brus (* 1938) und Thomas Palme (* 1967) sind ein Enfant terribles ihrer jeweiligen Generation. Die Ausstellung „Schiele – Brus – Palme Absturzträume“ im Wiener Leopold Museum, kuratiert von Roman Grabner, zeigt bis 11. Juni 2018 im Grafikkabinett auf Ebene -2 ihre Kunstbegriffe. Im Zentrum steht der menschliche Körper und die gesellschaftlichen Kräfte, die auf ihn wirken.

 

Schieles schonungslose Beschäftigung mit dem Individuum, mit dem Selbst, war der verstörende Auftakt für das 20. Jahrhundert. In den 1960er Jahren nimmt Günter Brus den Körper als Kapital für die Kunst wieder auf und radikalisiert das Ich in einer Zerreißprobe. Eine Generation später ist es Thomas Palme, der das Erbe von Schiele und Brus in seinen Grafiken weiterführt, indem er jene zitiert, weiterdenkt oder ihnen antwortet. In der Ausstellung entsteht ein fiktiver – zwischen Brus und Palme auch direkter – Dialog, der zeitliche, räumliche und gesellschaftliche Grenzen hinter sich lässt.

 

Die 3 Künstler eint ihre Obsession, ihre Tabubrüche und ihre nicht konventionellen Moralvorstellungen.

(JT März 2018)

Egon Schiele. Selbstbildnis als Akt. Studie zur Sema-Mappe, 1912. Leopold Museum, Wien. Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger.

Günter Brus. Aktionszeichnung, 1966. Privatsammlung, N. Lackner/UMJ.

Thomas Palme. No Text, 2014. Neue Galerie Graz am Universalmuseum Joanneum Graz.

 

Fleckengefüge

 

Die Albertina Wien (www.albertina.at) widmet Martha Jungwirth, einer der bedeutendsten österreichischen Künstlerinnen der Gegenwart, bis 3. Juni 2018 erstmals eine Personale. Kuratorin ist Dr. Antonia Hoerschelmann.

 

Einzelne Schlüsselwerke wie auch zu Serien zusammengefasste WerkBlöcke geben einen guten Einblick in das umfangreiche Schaffen der 1940 geborenen Wiener Malerin. Der zeitliche Bogen der Ausstellung spannt sich von Hauptwerken der Frühzeit bis zu neuesten und erstmals präsentierten Arbeiten.

 

Jungwirth pendelt stets an der Schnittstelle zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei. Seit ihren künstlerischen Anfängen schätzt sie das Papier als Malgrund, das dokumentieren zahlreiche großformatige Aquarelle, deren Motive schwimmen und schweben – mit farbiger Intensität und filigraner Transparenz. Mit ihren einzigartigen Farbkompositionen und ihrem kraftvollen, aber doch auch fragilen Strich vermittelt die Künstlerin ihre sensible Wahrnehmung der Wirklichkeit, in lichtdurchfluteten Flecken und Klecksen.

 

Martha Jungwirth extrahiert aus der Realität einen kompakten Kern, nämlich das Wesentliche in kontrastreichen Farbakkorden.

(JT März 2018)

Fotos:

Martha Jungwirth. Istan, 2017. Öl auf Karton. Albertina, Wien. Copyright: Bildrecht, Wien, 2018; Foto: Lisa Rastl

Lisa Rastl. Martha Jungwirth, 2018. Copyright: Albertina, Wien

Martha Jungwirth. Istanbul 10 Dez 2016, 2017. Öl auf Karton. Privatbesitz. Copyright: Bildrecht, Wien, 2018; Foto: Lisa Rastl

 

Die Puppenspielerin

 

Die Kunsthalle im Wiener Museumsquartier (www.kunsthallewien.at) zeigt bis zum 27. Mai 2018 die faszinierende Ausstellung „Death to Pigs“ - die erste umfassende Retrospektive der kanadischen Künstlerin Ydessa Hendeles in Europa. Kurator ist Nicolaus Schafhausen.

Hendeles' Kompositionen reflektieren Zugehörigkeit, Andersheit und Ausgrenzung. Ihr Werk ist eng verbunden mit ihrer eigenen Biografie als Tochter von Holocaust-Überlebenden, die in den frühen 1950er Jahren nach Kanada emigrierten. Die Künstlerin arbeitet mit gefundenen und gesammelten, häufig historischen Objekten und Artefakten, die sie in einen Kontext bringt und in umfangreichen Installationen zueinander in Beziehung setzt. Die Themen behandeln Verlust und Entfremdung..

 

Die Ausstellung „#DeathToPigs“ erstreckt sich über beide Hallen der Kunsthalle und verbindet mehrere zentrale Werkkomplexe der Künstlerin aus den vergangenen Jahren zu einer schrägen Wunderkammer.

Als titelgebende Installation wird in der oberen Ausstellungshalle die Arbeit Death to Pigs (2015–2016) präsentiert, die die Metapher des Schweins aufgreift und zeigt, wie sich Begriffe und Vorstellungen über das Tier kulturgeschichtlich entwickelten und veränderten, von Märchengeschichten und religiösen Zusammenhängen bis hin zu Massenmorden.

From her wooden sleep… (2013), die zentrale Arbeit in der unteren Ausstellungshalle, besteht aus einem raumgreifenden Arrangement von mehr als 150 teils lebensgroßen historischen Holzgliederpuppen. In ihrer Anordnung beschwören sie eine geschlossene Gemeinschaft herauf, die die Betrachter in die unangenehme Rolle der Beobachtenden versetzt. Als Besucher kann man sich kaum lösen von diesem Arrangement einer Fantasiewelt, die nur scheinbar zum Spielen anregt und doch leises Grauen ob der Entmenschlichung birgt.

 

Beeindruckend!

(JT März 2018)

Fotos:

Ausstellungsansicht: Ydessa Hendeles. Death to Pigs, Kunsthalle Wien 2018, Foto: Stephan Wyckoff: From her wooden sleep…, 2013, © Ydessa Hendeles, Courtesy die Künstlerin

Ausstellungsansicht: Ydessa Hendeles, Blue Beard, 2016 © Ydessa Hendeles, Courtesy die Künstlerin, Foto: Robert Keziere

 

Wow!“ - welch spektakuläre Schau

 

Wie arm wären Künstler, KunstWelt und KunstAffine ohne Mäzene? Kaum vorstellbar!

Mit der Ausstellung „WOW! The Heidi Horten Collection“ wird im Leopold Museum im Wiener Museumsquartier bis 29. Juli 2018 eine der beeindruckendsten Privatsammlungen Europas erstmals öffentlich gezeigt. Für Just Tampier ist es DAS Highlight der 2018er Schauen in Wien. GänsehautFeeling ob dieser Kunstsammlung!

 

Zu Heidi Horten fallen der Presse oft nur Schlagworte wie Milliardärin, Witwe von … und Wörthersee ein. Die österreichische Mäzenin Heidi Goëss-Horten, die 1966 den deutschen Kaufhauskönig Helmut Horten heiratete, mit dem sie ihre Leidenschaft für das Kunstsammeln entdeckte, verdient aber viel mehr als BoulevardSchlagzeilen.

Nach dem Tod Helmut Hortens im Jahr 1987 begann sie in den 1990erJahren ihre eigene Kunstsammlung aufzubauen. Einst interessierten sich die Hortens vor allem für Werke des deutschen Expressionismus. Ohne sich vorherrschenden Trends auf dem Kunstmarkt zu unterwerfen, konzentrierte sich die Sammlerin dann auf Werke der internationalen Moderne, des Neoexpressionismus und der amerikanischen Pop-Art und schuf so eine einzigartige Kollektion.

 

Die Präsentation im Leopold Museum, kuratiert von Horten-Freundin Agnes Husslein-Arco, zeigt Meisterwerke von Künstlern wie August Macke, Franz Marc, Robert Rauschenberg, Gustav Klimt, Emil Nolde, Andy Warhol oder Damien Hirst.

Die Förderung von Kunstvermittlungsprogrammen für Kinder und Jugendliche und wöchentlicher Gratiseintritt ins Museum unterstreichen das mäzenatische Engagement der Sammlerin.

Weitere Informationen unter www.leopoldmuseum.org

 

Imponierend! Und ein unbedingtes MUSS!

(JT Feb. 2018)

Fotos:

LYONEL FEININGER DIE HOCHZEITSREISE, 1908 HONEYMOON, 1908 Öl auf Leinwand | oil on canvas 51 × 44,5 cm Courtesy Heidi Horten Collection © Bildrecht, Wien, 2018

FRANZ MARC ROTE REHE I, 1910 RED DEER I, 1910 Öl auf Leinwand | oil on canvas 88,3 × 87,6 cm Courtesy Heidi Horten Collection

AUGUST MACKE ZWEI FRAUEN VOR DEM HUTLADEN, 1913 TWO WOMEN IN FRONT OF A HAT SHOP, 1913 Öl auf Leinwand | oil on canvas 56,2 × 42 cm Courtesy Heidi Horten Collection

 

Lichtgestalt

 

Das Bank Austria Kunstforum auf der Wiener Freyung, unter der Direktion von Ingried Brugger, zeigt vom

14. Februar bis 24. Juni 2018 Arbeiten von Man Ray.

 

Man Ray (geb. als Emmanuel Radnitzky 1890 in Philadelphia, gest. 1976 in Paris) ist berühmt für seine Fotoporträts. Dass Man Ray auch malte, zeichnete, designte, Filme drehte, Objekte entwarf, Schriften verfasste, sich für Typografie, Buch- und Magazingestaltung begeisterte und eine veritable Karriere als experimenteller Modefotograf bei Harper’s Bazaar und Vogue verfolgte, will die Ausstellung, kuratiert von Lisa Ortner-Kreil, vor Augen führen. Man Ray bediente sich in erfinderischer und spielerischer Manier einer Unzahl an künstlerischer Medien und Techniken.

Während Man Rays Fotografie in keiner Überblicks-Ausstellung zu Dadaismus und Surrealismus fehlt, ist er bis dato im deutschsprachigen Raum als Universal-Künstler nur wenigen ein Begriff. Die Ausstellung des Kunstforums wird sich „dem ganzen Man Ray“ widmen und sein Leben in den glamourösesten gesellschaftlichen Zirkeln, in denen er verkehrte, zeigen und ihn so als Prototyp des künstlerischen Netzwerkers und Impulsgebers präsentieren.

Eine Auswahl von 150 Schlüsselwerken aus der ganzen Welt, darunter Gemälde, Fotografien, Objekte, Papier-Arbeiten, Collagen, Assemblagen und experimenteller Film, wird die komplexe und kongeniale Künstlerpersönlichkeit Man Rays umreißen.

 

Weitere Infos unter www.kunstforumwien.at

(JT Feb. 2018)

Fotos:

Man Ray, Noire et Blanche, 1926 (um 1970), Silbergelatineprint, Galerie 1900-2000, Paris © MAN RAY TRUST/ Bildrecht, Wien, 2017/18

Man Ray, Solarized Portrait of Lee Miller, 1929, Silbergelatineabzug, Museum Ludwig, Köln © Rheinisches Bildarchiv, Köln © MAN RAY TRUST/ Bildrecht, Wien, 2017/18

Man Ray, Tränen, 1933 (1959), Silbergelatineabzug, Museum Abteiberg Mönchengladbach © Foto: Ruth Kaiser © © MAN RAY TRUST/ Bildrecht, Wien, 2017/18

 

KunstAktionist

 

Anlässlich seines 80. Geburtstags würdigt das Belvedere 21 im Obergeschoss in der Arsenalstraße im 3. Wiener Bezirk (www.belvedere21.at) das Gesamtwerk von Günter Brus mit einer umfassenden Retrospektive. Die Ausstellung „Unruhe nach dem Sturm“ ist bis 12. August 2018 zu besichtigen. Kurator ist Harald Krejci.

Passend zum Jahresmotto ‚Spirit of ’68 ‘, das 2018 als Klammer für die gesamten Aktivitäten des Belvedere 21 fungiert, wird mit dieser Ausstellung Brus als Kunstrebell der 1960erJahre gezeigt.

 

Als Vertreter des Wiener Aktionismus thematisierte der Künstler in den 1960er Jahren die physische und psychische Verfasstheit des Menschen und die Ausgesetztheit des Individuums gegenüber gesellschaftlichen Regelwerken. Mit seinem radikalen, körperbezogenen und performativen Werk gelang es ihm, sich als Wegbereiter der internationalen Aktions- und Performancekunst zu etablieren. Ab 1970 beschäftigte Brus sich zunehmend mit dem Medium Zeichnung, mit „BildDichtungen“ und Theaterarbeiten.

 

Ein Anliegen dieser Schau ist die umfassende Präsentation der ausgewählten Serien. Neben den bekannten Aktionsfotos werden Brus’ Serien in ihrer Gesamtheit gezeigt. Insgesamt sind rund 120 Werkzyklen und Werke mit mehr als 700 Einzelobjekten in der Ausstellung zu sehen, darunter Filme und bisher unbekannte Werkserien. Das gesamte Œuvre des Künstlers macht Zusammenhänge sichtbar. So sind die Theaterprojekte, die Zeichnungszyklen und die Künstlerbücher genauso wie die frühe gestische Malerei und die bekannten Aktionen Indizien für Brus’ radikale Kunstauffassung. Die Retrospektive öffnet sechs Themenfelder: Malerei im erweiterten Feld, Günter und Anna Brus, Bild und Narration, Kollaborationen, Theater und Psyche sowie die Berliner Zeit.

 

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog.

(JT Feb. 2018)

Günter Brus, "Wiener Spaziergang", 1965. Foto: Ludwig Hoffenreich, © Günter Brus

 

 

Die Wiener Moderne – ein Juwel

 

Das Leopold Museum im Museumsquartier Wien zeigt vom 18. Jänner bis zum 10. Juni 2018 die Ausstellung KLIMT – MOSER – GERSTL – KOKOSCHKA zu einer der wichtigsten Kunstepochen Österreichs.

 

Das Museum beherbergt Meisterwerke der Kunst Wiens um 1900 und präsentiert ausgewählte Werke von Gustav Klimt (1862–1918) und Koloman Moser (1868–1918) sowie der wegweisenden Expressionisten Richard Gerstl (1883–1908) und Oskar Kokoschka (1868–1980) in einer völlig neuen Zusammenstellung.

Hauptwerke Gustav Klimts wie Tod und Leben (1911/15) oder die 1900 entstandene Seelandschaft Am Attersee sind ebenso zu sehen wie Kolo Mosers Gemälde, die Venus in der Grotte (1914). Auch herausragende Beispiele des Designs um 1900 wie Möbel, Kunsthandwerk, Plakate und Entwürfe aus der Hand des „Tausendkünstlers“ und Mitbegründers der Wiener Werkstätte werden präsentiert.

Die radikalen Werke Richard Gerstls sind erstmals nach den erfolgreichen Ausstellungen in der Schirn-Kunsthalle Frankfurt und der Neuen Galerie New York wieder im Leopold Museum zu sehen, welches die umfangreichste Gerstl-Sammlung besitzt. Gezeigt werden unter anderem die beiden großformatigen Selbstbildnisse, Ikonen der Wiener Moderne.

Oskar Kokoschka, Enfant terrible der Wiener Kunstszene des frühen 20. Jahrhunderts, wird mit herausragenden Gemälden ebenfalls im Fokus dieser Ausstellung stehen, allen voran sein richtungsweisendes Selbstbildnis, eine Hand ans Gesicht gelegt von 1918/19, das ebenso Ausdruck von Zweifel und Selbstbefragung des Künstlers ist als auch Symbol für den Aufbruch der österreichischen Kunst in eine neue Zeit.

 

Begeben Sie sich auf Spurensuche der interessanten künstlerischen Aufbruchsstimmung kurz nach 1900.

Weitere Infos unter www.leopoldmuseum.org

(JT Jan. 2018)

Fotos:

Gustav Klimt. Tod und Leben, 1910/11, umgearbeitet 1915/16. Copyright: Leopold Museum Wien, Foto: Leopold Museum Wien

Koloman Moser. Venus in der Grotte, um 1914. Copyright: Leopold Museum Wien, Foto: Leopold Museum Wien

Richard Gerstl. Selbstbildnis als Halbakt, 1902/1904. Copyright: Leopold Museum Wien, Foto: Leopold Museum Wien

Oskar Kokoschka. Selbstbildnis, eine Hand ans Gesicht gelegt, 1918/19. Copyright: Leopold Museum Wien, Foto: Leopold Museum Wien, Copyright: Fondation Oskar Kokoschka, Copyright: Bildrecht, Wien 2017

 

 

Freude schenken mit der Belvedere Museum Jahreskarte

Ihre Lieben sind immer ganz gespannt auf die nächste Ausstellung? Wollen die Sammlungen immer wieder neu entdecken und ihre Lieblingswerk täglich in aller Ruhe genießen? Mit der Belvedere Jahreskarte lässt sich hochkarätige und topaktuelle Kunst 365 Tage lang in allen Museen 12 Monate lang erleben – so oft man möchte.

Jetzt  – und perfekt als Geschenk als kunstvolle Überraschung für einen lieben Menschen (das kann man ja auch selbst sein!) - gibt es die Belvedere Museum Jahreskarte (weitere Infos unter www.belvedere.at), die ein Jahr ab dem Kauf unbegrenzten Eintritt in das Obere und Untere Belvedere und das 21er Haus bietet.

Die Jahreskarte ermöglicht direkten Zugang in die Sonderausstellungen und Sammlungen ohne  Wartezeit beim Ticketkauf. Sie ist erhältlich an allen Kassen des Belvedere. Die Ausstellung erfolgt auf den Namen des Karteninhabers (kein Foto erforderlich) und ist in Verbindung mit einem Lichtbildausweis ein Jahr gültig.

Zum Verschenken bekommt man ein Gutscheinticket. Gutscheine können dann vom GabenEmpfänger an den Kassen des Belvedere gegen eine persönliche Jahreskarte eingetauscht werden. Ab dem Eintausch ist die Karte ein Jahr gültig.

(JT 2017) 

Eintritt in die Welt der Kunst

 

Freunde der ALBERTINA Wien (www.albertina.at) haben zahlreiche Vorteile mit einer genau für sie passenden Mitgliedschaft. Sie sehen an 365 Tagen Ausstellungen beliebig oft, ohne Anstellen an der Kassa. Gewinnen Einblick in die Welt der Kunst. Genießen geführte Rundgänge, Veranstaltungen und Eröffnungen und erhalten besondere Preise und Angebote im Shop, nämlich 10 % Ermäßigung (nicht auf preisgebundene Bücher und reduzierte Artikel) oder einen Audioguide um € 2 statt um € 4. Die GarderobenNutzung ist kostenlos.
 
Unter dem Link https://albertina.at/freunde-der-albertina/mitgliedschaften-und-vorteile/ erfahren Sie alles über die diversen Karten und ihre Vorteile und Kosten für Ordentliche Mitglieder (Partner, Senioren, Studenten), für unterstützende Mitglieder sowie für eine fördernde Mitgliedschaft.

 

(JT 2017)

Das perfekte Geschenk für Kunstliebhaber

Im Museumsquartier MQ Wien steht das Leopold Museum mit überaus interessanten Sammlungen und Ausstellungen, (www.leopoldmuseum.org). Ein Besuch lohnt sich immer wieder. Für Kunstliebhaber ist daher eine Jahreskarte ein wunderbares Mitbringsel!

Es gibt verschiedene Versionen der Karte mit unterschiedlichen Vorteilen. Alle drei Karten bieten ganzjährig freien Eintritt zur weltgrößten Schiele Sammlung, zur bedeutenden Sammlung der Kunst von Wien 1900, zu Hauptwerken von Gustav Klimt und zu vier großen Sonderausstellungen.

Die Leopold Card um € 49 umfasst 1 Jahr freien Eintritt, gültig ab Ausstellungsdatum. Das Anstellen an der Kasse fällt weg. Die Leopold Card ist das Ticket zu Einladungen zu Ausstellungseröffnungen, Lesungen und Konzerten im Museum und man bekommt 10% Ermäßigung im Museums Shop ab einem Einkaufswert von € 15. Für Senioren (ab 60 Jahren), Beschäftigungslose, Menschen mit Behinderung, Kunsthistorikerverband, Kunstvermittlerverband und Gebührenbefreite kostet die Leopold Card € 34.

Weiters gibt es noch die Student Card um € 34 gegen Vorlage eines gültigen Studentenausweises bis 28 Jahre. Inklusive Einladung zu Ausstellungseröffnungen, Lesungen und Konzerten im Leopold Museum und 10% Ermäßigung im Shop des Leopold Museum ab einem Einkaufswert von EUR 15,-

Erhältlich sind die Karten an der Kassa im Leopold Museum bzw. im Online Shop.

(JT 2017)

 

Ein Jahr Kunstgenuss

Das Bank Austria Kunstforum Wien auf der Freyung in der Wiener City ist für Kunstinteressierte die erste Anlaufstelle, wenn es um die Klassische Moderne und die Avantgarden der Nachkriegszeit in der Malerei geht.

Vorteile der Jahreskarte um € 35 (gültig 12 Monate ab Kaufdatum) des Kunstforums sind, dass Sie, so oft Sie wollen die drei bis vier Top-Ausstellungen pro Jahr ohne Anstellen an der Kassa besuchen können. Sie haben freien Eintritt bei sämlichen Rahmenveranstaltungen und öffentlichen Führungen des Kunstforums (gilt nicht bei Fremdveranstaltungen) und erhalten im Shop beim Einkauf 10 % Ermäßigung (gilt nicht auf Bücher) und Ermäßigung beim Kauf eines Ausstellungskataloges.

Bei Fragen bezüglich Versandzeiten, Spesen und Lieferung kontaktieren sie bitte Herrn Christian Szaal-Paul per email an shop@kunstforumwien.at oder per Telefon unter 01/537 33 16.

 

(JT 2017)

Die Jahreskarte für 30 Ausstellungen, 7 Museen und 365 Tage

 

Mit der Jahreskarte des Kunsthistorischen Museums Wien (www.khm.at) kann man an 365 Tagen alle sieben Museen und Standorte des KHM‘s in aller Ruhe bei mehreren Aufenthalten auf sich wirken lassen, sich Saal für Saal „erobern“ und die ganze Vielfalt der Ausstellungen genießen.

 

Die Jahreskarte um € 44 inkludiert den Eintritt in das Kunsthistorische Museum Wien, die Kaiserliche Schatzkammer Wien, die Kaiserliche Wagenburg Wien, Schloss Ambras Innsbruck, den Theseustempel, das Weltmuseum Wien und in das Theatermuseum. Sie verschafft Ihnen darüber hinaus Zutritt zu über 300 Führungen und zu allen Kunstschatzi-Events. Für eine individuelle Führung stehen Ihnen Audioguides zum halben Preis zur Verfügung. In den  Museumsshops erhalten Sie 10% Rabatt bei einem Einkauf ab € 10 (ausgenommen auf reduzierte und preisgebundene Waren). Es gibt für den KHM-Museumsverband auch eine eigene Jahreskarte für 19- bis 25-Jährige um nur € 25.

 

Schenken Sie ein Jahr Inspiration mit einem Jahreskarten-Gutschein, erhältlich an den Museumskassen, in allen BAWAG-P.S.K.-Filialen sowie online unter www.jahreskarte.khm.at 

(LT 2017)

MuseumsJuwel

 

Bereits seit 125 Jahren gibt es das Österreichische Pharma- und Drogistenmuseum. Seit 15 Jahren ist es am Standort Währinger Straße 14 in 1090 Wien beheimatet (www.drogistenmuseum.at) – ein durchaus zu feierndes Doppeljubiläum! 

In den liebevoll renovierten Räumlichkeiten im 9. Bezirk hat das Museum einen würdigen Rahmen gefunden um die Raritäten und Kuriositäten der über 10.000 Exponate und Kuriositäten wirkungsvoll zu präsentieren.

 

Die Entwicklung des Berufes „Drogist“ hat eine lebhafte Vergangenheit: Aus Quacksalbern und fahrenden Heilkünstlern, die ihre Waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf Jahrmärkten verkauften, entwickelte sich mit der Zeit ein geregelter Drogenhandel. Der Begriff „Droge“ war damals noch positiv besetzt. Aus den Drogenkleinhandlungen entstanden im Laufe der Zeit die Drogerien. Die Drogerie hatte die Aufgabe, Drogen (= getrocknete Kräuter, pflanzliche Arzneimittel) und Chemikalien zu vertreiben. Industriell gefertigte Markenartikel gab es praktisch noch nicht. Auch Fotografie, Farben und Lacke sowie Pflanzenschutz hatten in der Drogerie ihre Kinderstube. Drogisten sind übrigens die einzige Berufsgruppe Österreichs, die über die gesetzliche Erlaubnis verfügt, Gifte abzugeben. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts etablierte sich die Drogerie als Fachgeschäft für Gesundheit, Schönheit und Wellness, wie wir sie heute kennen. Das Personal der Fachdrogerie steht für qualifizierte Kundenberatung, die den Konsumenten hilft, sich in der Vielzahl der am Markt angebotenen Produkte zurechtzufinden.

 

Im Drogistenmuseum finden monatlich auch Vorträge von Fachleuten statt. Der Schwerpunkt liegt bei gesundheitsbezogenen Themen aus Sicht der Schul- und Alternativmedizin, Ernährung, Aromatherapie, Kräuter und Gewürze, alte Hausmittel, um nur einige zu nennen. Dazu kommen spannende Reise-Erlebnisberichte und faszinierende Vorträge des Historikers Mag. Georg Hamann. Der Museums-Vortragsraum kann auch für kleine externe Veranstaltungen gemietet werden.

Die Finanzierung des Museums erfolgt überwiegend durch Sponsoren, Einnahmen von Führungen und Vorträgen sowie Eigenleistungen der gegenwärtig 10 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind besonders zu erwähnen, denn ohne ihren Einsatz wäre ein Aufrechterhalten des Museumsbetriebes nicht möglich.

 

Der Leitgedanke im Drogistenmuseum: Alle Besucher sind herzlich willkommen! Sie sollen das Museum mit mehr Freude, Begeisterung, Wissen und dem Wunsch, wiederzukommen und das Museum weiterzuempfehlen, verlassen.(JT 2017)

Illustration: Gil Elvgren, Fotos © Drogistenmuseum, Niki Lappas

Das Werk der Künstlerin Maria Biljan-Bilger – fast vergessen, doppelt präsent

 

Als Bildhauerin, Keramikerin und Textilkünstlerin schuf Maria Biljan-Bilger (1912-1997) ein unverwechselbares Werk zwischen Archaik und Moderne. Ihr Wirken ist in der zeitgenössischen Öffentlichkeit in Vergessenheit geraten und es ist ihrem Mann, dem Architekten Friedrich Kurrent, und dem Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger-Ausstellungshalle in Sommerein zu verdanken, dass man die absolut großartigen, beeindruckenden Kunstwerke von Biljan-Bilger heute noch besichtigen kann – und unbedingt sollte!

 

Die Ausstellungshalle, von Kurrent an einem ehemaligen Steinbruch errichtet, in der Hauptstraße 61 in 2453 Sommerein am Leithagebirge in Niederösterreich, wo es die Künstlerin 1962 hinzog, ist vom 1. Mai bis Ende Oktober jeden Samstag, Sonntag und Feiertag von 10.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 18.00 Uhr (Eintritt € 3, Kinder frei) für Besucher offen.

 

Biljan-Bilger war Mitbegründerin des Art-Clubs und hatte 1952 ihre erste Personalausstellung im legendären „Strohkoffer“, dem Wiener Ausstellungslokal des Art-Clubs, der Wiener Avantgarde. 1965 war sie Gründungsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Architektur. Von 1978 bis 1982 war sie Professorin für Keramik an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Im Jahr 2006 wurde in Wien-Donaustadt die Biljan-Bilger-Gasse nach ihr benannt.

Die Künstlerin erhielt 1972 den Österreichischen Kunstpreis für Bildende Kunst, 1982 das Silberne Ehrenzeichen der Stadt Wien und den Burgenländischen Kulturpreis und 1992 den Kulturpreis für bildende Kunst des Landes Niederösterreich. Ihre Ausstellungen führten sie nach Rom, Turin, Venedig, Sao Paulo, Mailand, Istrien oder München, wo sie am 1. Mai 1997 stirbt. Ihre Grabstätte ist am Ortsfriedhof in Sommerein.

 

Der Just Tampier-Geheimtipp: verbinden Sie einen Besuch der Ausstellungshalle in Sommerein, das von Wien über Schwechat, Schwadorf und Trautmannsdorf ganz schnell zu erreichen ist (weitere Informationen unter www.maria-biljan-bilger.at) mit einem Mittagessen im ortsansässigen Landgasthaus zum Grünen Baum von Gerhard Schiller.

 

(JT 2017)

Fotos: www.maria-biljan-bilger.at, Margherita Spiluttini