Das Belvedere digital erleben

 

Als vorbeugende Sicherheitsmaßnahme bleiben alle drei Standorte des Belvedere zur Eindämmung der weiteren Verbreitung des COVID-19-Virus vorläufig geschlossen.

Es besteht aber die wunderbare Möglichkeit, die Sammlung online zu besuchen. Neben den berühmten Highlights sind auch Kunstobjekte zu sehen, die nicht oder nur selten in Ausstellungen präsentiert werden.

https://www.belvedere.at/sammlung

 

Wenn Sie nicht zu uns kommen können, kommen wir zu Ihnen“ -  unter diesem Motto bietet das Belvedere via Instagram, Twitter, YouTube und Facebook Kurzführungen online an.

Täglich um 15.00 Uhr stellt Experte Markus Hübl jeweils ein Kunstwerk aus der Schausammlung im Oberen Belvedere vor. Es erwarten Sie spannende Hintergrundinformationen zu Werken aus allen Epochen oder zur Ausstattung des Schlosses. 

https://www.facebook.com/belvederemuseum/

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Erleben Sie Ausstellungen und die Meisterwerke so wie Einblicke hinter die Kulissen der MuseumsArbeit über die digitalen Kommunikationskanäle bequem zuhause.

(JT März 2020)

Foto: Belvedere

Kunst im Livestream

 

Kunst ab Hinterhof ist eine Plattform, die es sich zum Ziel gesetzt hat, zeitgenössische Kunst für JEDEN zugänglich zu machen. Unabhängig von Alter, Budget, Beruf und Vorwissen. Kunst sollte für jeden leistbar sein um nicht zuletzt ein Bewusstsein für Kultur zu schaffen und jungen Kunstschaffenden die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln.

 

Aufgrund der Restriktionen von öffentlichen Veranstaltungen - ausgelöst durch das COVID-19 Virus - ist es derzeit unmöglich, Galerien, Vernissagen, Ausstellungen oder Museen zu besuchen.
Diese Maßnahmen können für hauptberufliche Künstler fatale Auswirkungen haben, da diese auf die öffentliche Präsentation ihrer Arbeiten angewiesen sind.

Um dem entgegen zu wirken präsentiert Kunst ab Hinterhof am Donnerstag den 2. April 2020 die Online-Ausstellung "CoWir20".

Ab 19.00 Uhr wird ein Livestream gestartet, bei dem der Initiator des Projektes Kunst ab Hinterhof - Florian Appelt - gemeinsam mit seinem Kollegen Richard Petz durch die Ausstellung führen wird. Der Livestream kann auf www.kunstabhinterhof.at/CoWir20/ sowie über Youtube Live, Vimeo Live und Instagram Live abgerufen werden.

Weitere Infos unter www.kunstabhinterhof.at 

Fragen zur Initiative bitte per email an kah@kunstabhinterhof.at schicken.

 

Und weil zu einer Vernissage natürlich nicht nur Kunstwerke, sondern auch Welcome Drinks und Snacks gehören, schickt KAH ein Home-Vernissage-Goodiebag mit Ottakringer Bier, Mannerschnitten und einer Anleitung für euer persönliches Schnittlauchbrot gerne zu!

Dazu einfach das Anmeldeformular auf www.kunstabhinterhof.at/CoWir20 ausfüllen – und man bekommt dieses vor Donnerstag per Post zugeschickt. (Anmeldeschluss 29.3. 19.00 Uhr, limitiert auf 500 Stk.)!

 

(JT März 2020)

Die Albertina Wien in CoronaZeiten

 

Zum Wohle unserer aller Gesundheit wurde die ALBERTINA geschlossen, aber möchte Ihren Alltag trotzdem mit Kunst bereichern: Entdecken Sie von zu Hause aus ein umfangreiches digitales Angebot!

 

Rund 225.000 Werke warten darauf, online besichtigt zu werden.

https://sammlungenonline.albertina.at/

 

Sollten Sie sich lieber ganz analog in einen Ausstellungskatalog vertiefen wollen: Der ALBERTINA-Shop steht weiterhin zur Verfügung. Schmökern Sie durch die Kataloge und holen Sie sich die Kunst direkt zu Ihnen nach Hause. Der Shop versendet weiterhin zu Ihnen nach Hause!
Bitte beachten Sie: Aufgrund der derzeitigen Situation kann es zu etwas längeren Bearbeitungs- und Lieferzeiten kommen.

https://www.albertina.at/shop/

 

Mit der kostenlosen App ARTIVIVE können Sie ausgewählte Meisterwerke der ALBERTINA online oder sogar von einer Postkarte aus wie von Zauberhand zum Leben erwecken! Rufen Sie die ARTIVIVE-Seite auf, richten Sie Ihr Smartphone auf Ihr Lieblingsbild und entdecken Sie die Videos zum Kunstwerk.

https://artivive.com/albertina-de/

 

Genießen Sie Ausstellungsfilme auf dem ALBERTINA Youtube-Kanal. Sie erhalten einen umfassenden Einblick in aktuelle und vergangene Ausstellungen, vom Kuratoren-Interview bis zum Künstlerporträt.

https://www.youtube.com/user/AlbertinaMuseum

 

Das Google Art Project, das es bereits seit 2011 gibt, bietet in dieser Zeit der Schließung aller Museen international einen besonderen Mehrwert. 150 der (zumeist grafischen) Meisterwerke erwarten Sie in unglaublicher Qualität. Zahlreiche kleinformatige Grafiken können Sie hier millimetergenau betrachten.

https://artsandculture.google.com/partner/albertina-vienna

 

Ob auf Facebook, Instagram oder Twitter – die ALBERTINA versorgt Sie in den sozialen Netzwerken laufend mit den Geschichten rund um Kunstwerke und Ausstellungen. 
Mit den Hashtags #AlbertinaAnywhere und #MissMyAlbertina können Sie die ALBERTINA beim Teilen Ihrer Ideen und Erinnerungen markieren.

 

Bezüglich Ticket- und Rückerstattungsanfragen wenden Sie sich bitte an ticket@albertina.at – man bemüht sich um eine ehestmögliche Antwort, bitten haben Sie jedoch Verständnis, dass es aktuell zu Verzögerungen kommen kann.

(JT März 2020)

Fotos: Albertina

Ein Blick auf die Moderne

 

Die ALBERTINA Wien widmet ihre Frühjahrsausstellung 2020 einer der bedeutendsten Privatsammlungen der französischen Moderne. Die Ausstellung in der Propter Homines Halle 

„Van Gogh, Cézanne, Matisse, Hodler. Die Sammlung Hahnloser“ - kuratiert von Dr. Matthias Frehner und Dr. Gisela Kirpicsenko - zeigt bis 24. Mai 2020 ein Kondensat aus den 80 wichtigsten und schönsten Werken der ursprünglich 500 Gemälde, Papierarbeiten und Plastiken umfassenden Sammlung Hahnloser, ergänzt durch Werke, die als Hahnloser-Schenkungen von den Kunstmuseen Winterthur und Bern erworben wurden.

 

Die Sammlung Hahnloser entstand zwischen 1907 und 1936 im engen freundschaftlichen Austausch zwischen dem Sammlerpaar Arthur Hahnloser (1870–1936) und Hedy HahnloserBühler (1872–1952) und ihren Künstlerfreunden: Ferdinand Hodler, Félix Vallotton, Henri Manguin, Pierre Bonnard und Henri Matisse. Später wurden auch deren Vorläufer Renoir, Van Gogh, Gauguin, Cézanne und Toulouse-Lautrec Teil der Sammlung des Augenarztes und der ausgebildeten Malerin.

Heute umfasst die bedeutende Sammlung einzigartige Werkgruppen – Gemälde, Plastiken und Aquarelle – der schweizerischen und französischen Moderne, darunter so prominente Werke wie Bonnards Spiegeleffekt (Die Wanne), Cézannes Selbstbildnis Porträt des Künstlers, Van Goghs Sämann und das Nachtcafé in Arles, Vallottons Die Weiße und die Schwarze oder Maillols Skulptur Pomona. Bedeutende Teile der ursprünglichen Sammlung befinden sich im Besitz der Hahnloser/Jaeggli Stiftung, die seit 2016 im Kunstmuseum Bern deponiert ist.

 

Sammeln war für Arthur und Hedy Hahnloser eine sinnstiftende Lebensaufgabe, an der sie ihr Umfeld aktiv beteiligten. Ihre Sammlung, die sie in der Villa Flora in Winterthur als Gesamtkunstwerk inszenierten, verstanden sie als „Lehrmuseum“.

In Österreich, wo die Moderne nicht mit aller Konsequenz Eingang in die ästhetische Erziehung findet, wird ein vergleichbarer „Lehrpfad der Moderne“ erst 100 Jahre später mit der in der ALBERTINA deponierten Sammlung Batliner etabliert.

Hier führt die Sammlung Hahnloser einen Dialog mit den hauseigenen Sammlungen, die durch eine Auswahl von 20 Werken in die Ausstellung integriert sind.

 

Weitere Infos unter www.albertina.at

(JT März 2020)

Fotos:

Félix Vallotton, Die Weiße und die Schwarze, 1913, Öl auf Leinwand, © Foto: Reto Pedrini, Zürich

Henri Matisse, Frau in Grün, 1917, Öl auf Leinwand, Privatsammlung 

Was wäre wenn ...

 

Friedensreich Hundertwasser (1928–2000) prägte als Maler, Gestalter von Lebensräumen und Vorkämpfer der Ökologiebewegung (betrachtet man die derzeitige Umweltbewegung, muss man bedauern, dass der Künstler das nicht miterleben kann!) die Kunst des 20. Jahrhunderts über die Grenzen Österreichs hinaus. Wenig bekannt ist seine lebenslange, intensive Beschäftigung mit der Person und dem Werk Egon Schieles (1890–1918).

 

Als 20-jähriger entdeckte der damalige Akademiestudent in Ausstellungen und Büchern die Kunst der Wiener Moderne für sich: Vor allem Schiele sollte in den folgenden Jahren eine zentrale Bezugsfigur für Hundertwasser werden. Bis zu seinem Lebensende umgab sich Hundertwasser in seinen Wohn- und Arbeitsräumen in Venedig und Neuseeland mit Reproduktionen von Gemälden und Zeichnungen des von ihm so sehr geschätzten Künstlerkollegen. Hundertwassers poetischer Text "Ich liebe Schiele" von 1951 macht die Intensität seiner Bezugnahme anschaulich: „Ich träume oft wie Schiele, mein Vater, von Blumen, die rot sind, und Vögeln und fliegenden Fischen und Gärten in Samt und Smaragdgrün und Menschen, die weinend in Rotgelb und Meerblau gehen.“

 

20 Jahre nach Hundertwassers Tod widmet das Leopold Museum diesen beiden ikonischen Künstlern bis 31. August 2020 die rund 170 Exponate umfassende, dialogisch angelegte Schau „Hundertwasser - Schiele“. Es werden Analogien jenseits von formalen Ähnlichkeiten ersichtlich. Anhand hochkarätiger Leihgaben aus österreichischen und internationalen Sammlungen und bisher nicht veröffentlichtem Archivmaterial zeichnet die Ausstellung die künstlerische und geistige Verwandtschaft der Künstler nach, die einander nie persönlich kennenlernen konnten und doch so viel verbindet.

 

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Hundertwasser gemeinnützigen Privatstiftung Wien.

Weitere Infos unter https://www.leopoldmuseum.org/

(JT März 2020)

Fotos:

FRIEDENSREICH HUNDERTWASSER 1928–2000 107 Selbstbildnis, 1951 Aquarell auf grundiertem Packpapier, 41 × 33 cm Die Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung, Wien Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger © 2020 Namida AG, Glarus, Schweiz

EGON SCHIELE 1890–1918 Selbstbildnis mit hochgezogener nackter Schulter, 1912 Öl auf Holz, 42,2 × 33,9 cm Leopold Museum, Wien Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger 

 

Der Beginn

 

Am 30. April 1965 machte das Life Magazin mit einem Cover auf, das in die Geschichte eingehen sollte: Fötus, 18 Wochen hieß das Titelbild des schwedischen Fotojournalisten Lennart Nilsson (1922–2017) lapidar und bedeutete eine Sensation. Was bis dato höchstens eine Handvoll Wissenschaftler und Mediziner erblickt hatte, wurde nun in Farbe und brillanter Schärfe bis ins Detail für die breite Öffentlichkeit sichtbar: das Leben vor der Geburt.

 

In Kooperation mit dem Nachlass des Fotografen zeigt WestLicht in der Westbahnstraße 40 im 7. Wiener Bezirk rund 100 von Nilssons Arbeiten erstmals in einer umfangreichen Ausstellung: „Lennart Nilsson – The Beginning“ vom 11. Februar bis 3. Mai 2020.

 

Begleitet von umfangreichem Archivmaterial und den entsprechenden Magazinveröffentlichungen der Zeit, zeichnet WestLicht den Weg des Fotojournalisten bis zum Kern der Ausstellung, dem gefeierten Meisterwerk seiner Karriere 1965 nach und zeigt frühe, bis dato kaum bekannte Wissenschaftsfotografie und Reportagen, die Nilsson von einer schwedischen Hebamme in den Kongo und die Arktis und vom Shooting mit Filmstar Ingrid Bergman zum Wiener Architekten Josef Frank führten.


Weitere Infos unter
www.westlicht.com

(JT Feb. 2020)

Fotos:

Lennart Nilsson, Fötus 13 Wochen, 1965 © Lennart Nilsson / TT News Agency

Lennart Nilsson, Die Hebamme Siri Sundström, Arjeplog 1945 © Lennart Nilsson / TT News Agency

Die Frühzeit der Druckgrafik

 

Die Ausstellung der Albertina Wien „Die frühe Radierung - Von Dürer bis Bruegel“ widmet sich

vom 12. Februar bis 10. Mai 2020 der Frühzeit der Druckgrafik, die von mehreren bedeutenden Erfindungen geprägt ist, sodass bis um 1500 bereits eine Vielzahl an technischen Verfahren entwickelt war.

 

Das Aufkommen der Radierung im späten 15. Jahrhundert und ihre schnelle Verbreitung im frühen

16. Jahrhundert stellen einen der wichtigsten Wendepunkte dar, der die gesamte Kunstwelt revolutionierte. Die Grundlagen der Technik entwickelten sich in den Werkstätten von Waffenätzern, bis in den 1490er-Jahren der deutsche Druckgrafiker Daniel Hopfer damit begann, von geätzten, also „radierten“ Metallplatten auch Abzüge auf Papier herzustellen.

Dabei ließ sich das Radieren so einfach bewerkstelligen, dass es Künstlern aus verschiedensten Sparten die Anfertigung eigener Drucke ermöglichte.

Unter den Pionieren des Mediums waren einige der größten Künstler der Renaissance wie Albrecht Dürer, Parmigianino und Pieter Bruegel der Ältere.

 

Die Ausstellung in der Albertina Wien zeigt die ersten 70 Jahre der Radierung: von ihren Anfängen in der DürerZeit bis in die Epoche Bruegels, als viele berühmte und auch weniger bekannte Künstler in Deutschland, Flandern, Italien und Frankreich in dieser Technik arbeiteten.

Rund 125 Radierungen sind neben Zeichnungen, Druckplatten und illustrierten Büchern in der Schau zu sehen.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Metropolitan Museum in New York.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT Feb. 2020)

Fotos:

Daniel Hopfer. Tod und Teufel überraschen zwei Frauen, 1500–1510. Radierung. The Metropolitan Museum of Art, New York
Juste de Juste. Menschenpyramide, 1540–1550. Radierung. Albertina, Wien

Angiolo Falconetto. Meergötter, ca. 1550–1565. Radierung und Kaltnadel. The Metropolitan Museum of Art, New York. Foto © Metropolitan Museum of Art, Kathy Dahab 

Meisterwerke im Belvedere

 

Das Obere Belvedere widmet bis 17. Mai 2020 in der Reihe „Im Blick“ einem der bedeutendsten Maler des Spätmittelalters um 1500 in Österreich eine erste monografische Ausstellung: dem Meister von Mondsee.

Im Zentrum steht das bedeutendste Werk des unbekannten Künstlers – die Bilder eines gotischen Flügelaltars, der wahrscheinlich einst in der Stiftskirche von Mondsee stand.

Der Mondseer Altar ist ein Meisterwerk gotischer Malerei. Acht Tafelbilder eines verlorenen Flügelaltars bilden das namengebende Werk des Meisters von Mondsee. Das Ensemble dürfte im Zuge der Aufhebung des Klosters Mondsee im Jahre 1791 getrennt worden sein und ist in der Ausstellung nun erstmals wieder vereint.

 

Reizvolle Mariendarstellungen, figurenreiche Inszenierungen der Kindheit Christi, agile Kirchenväter in Studierstuben und nicht zuletzt die stimmungsvolle Frühlingslandschaft in der Flucht nach Ägypten prägen das facettenreiche Œuvre des Meisters von Mondsee. Der virtuose Maler zählt zu jenen Künstlern, die gegen Ende des Mittelalters letzte Höhepunkte der spätgotischen Altarkunst schufen. Die Zusammenführung aller Bilder des Mondseer Altars in der Ausstellung gibt erstmals die Gelegenheit, dieses künstlerisch herausragende Werk in seiner Gesamtheit kennenzulernen.

 

Veronika Pirker-Aurenhammer, Kuratorin der Ausstellung, gibt Einblick in die Bedeutung und Geschichte dieses einzigartigen Werks bei Führungen am Mittwoch, 12. Februar und Montag 11. Mai, jeweils um 16.30 Uhr.

Weitere Infos unter www.belvedere.at

(JT Feb. 2020)

Fotos:

Meister von Mondsee, Flucht nach Ägypten, von der Predella des sog. Mondseer Altars, vor 1499

Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Wien

Ausstellungsansicht "Der Meister von Mondsee". Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Meister von Mondsee, Maria als Tempeljungfrau im Ährenkleid; von der Predella des sog. Mondseer Altars, vor 1499. Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Wien

Romantischer Visionär

 

Mit seinen großformatigen Bilderwelten zählt Herbert Brandl zu den erfolgreichsten österreichischen Malern der Gegenwart. Der Künstler wurde 1959 in Graz geboren. Er lebt und arbeitet in Wien und Schwanberg/Steiermark.

In seinen Werken nimmt das Sujet Landschaft einen dominanten Stellenwert ein. Im Spannungsverhältnis von Figuration und Abstraktion oszillieren seine Arbeiten zwischen dem Wiedererkennungswert von Natur und den Sinneseindrücken von Farbe und Form.

Brandl spielt mit expressiven Gesten, abstrakten Farbräumen und mächtigen Formgebilden und verhandelt das Naturmotiv immer wieder neu.

 

Das Belvedere 21 in der Arsenalstraße 1 im 3. Bezirk Wiens präsentiert sein Œuvre mit dem Schwerpunkt auf Arbeiten der vergangenen beiden Jahrzehnte bis hin zu Werken, die der Künstler eigens für die Ausstellung geschaffen hat.
Die Ausstellung "Herbert Brandl. Exposed to Painting. Die letzten zwanzig Jahre" ist bis 24. Mai 2020 zu sehen.

 

Weitere Infos unter www.belvedere.at

(JT Feb. 2020)

Fotos:

Herbert Brandl, Ohne Titel, 2005. Öl auf Leinwand, 160 x 195 cm. Bärbel Grässlin, Frankfurt am Main, Foto: Wolfgang Günzel, Courtesy Galerie Bärbel Grässlin, Frankfurt am Main

Herbert Brandl, Ohne Titel, 200. Öl auf Leinwand, 200 x 300 cm. Privatsammlung, Wien | Courtesy Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien, Foto: Franz Schachinger

Raffael – Superstar der Renaissance

 

Das Jahr 2020 stellt Raffaello Sanzio da Urbino, auch Raffaello Santi, kurz Raffael, anlässlich der 500. Wiederkehr seines Todestags ins Scheinwerferlicht. Wer kennt sie nicht, die beiden pausbäckigen Engelfiguren des Renaissance-Meisters, die verträumt an unteren Bildrand der sogenannten Sixtinischen Madonna lehnen?

Raffael wurde vermutlich am 6. April 1483 in Urbino geboren und starb in Rom mit nur 37 Jahren, wo er ab etwa 1508 bis zu seinem Todestag am 6. April 1520 lebte und im Pantheon bestattet wurde.

Vor allem durch seine Fresken in den Privatgemächern der Päpste Julius II. und Leo X. aber auch in der Villa Farnesina ist Raffael in der Ewigen Stadt dauerhaft vertreten. Zu seinen berühmtesten Darstellungen zählen „Die Schule von Athen“, der „Borgo-Brand“ und der Zyklus der Psyche. Darüber hinaus schuf er Porträts und grazile Madonnen.

Der vielbeschäftigte Künstler diente der Kirche ab 1514 auch als Architekt des Petersdoms und oberster Experte für Antikenfunde.

 

Mit einer großen Ausstellung würdigt Rom zum 500. Todestag den genialen Künstler. Die Schau in den Scuderien des Quirinalspalasts vereint unter dem Titel "Raffaello" mehr als 200 Gemälde und Zeichnungen, die bisher noch nie alle zusammen gezeigt wurden.

Die Ausstellung über den "Superstar der Renaissance", die von den Scuderien gemeinsam mit dem Uffizien in Florenz präsentiert wird, dauert vom 5. März bis zum 2. Juni 2020.

Neben den Uffizien steuern unter anderem auch der Pariser Louvre, die Wiener Albertina, das British Museum in London, der Prado in Madrid, die National Gallery of Art in Washington und das Musee des Beaux-Arts in Lille Leihgaben bei.

 

Weitere Infos unter https://www.scuderiequirinale.it/

(JT Jan. 2020)

Fotos: Wikipedia

Jahresprogramm 2020 der Kunsthalle Wien

 

Ivet Ćurlin, Nataša Ilić und Sabina Sabolović / WHW, die neuen Direktorinnen der Kunsthalle Wien, bauen in ihrem Programm für 2020 auf den Erfahrungen aus zwanzig Jahren kollektiver Arbeit in Zagreb und verschiedenen anderen Orten auf.

Das anhaltende Interesse von WHW an künstlerischen Praktiken außerhalb der Machtzentren sowie der Verknüpfung zwischen Kunst und diversen Formen von Aktivismus zeigt sich auch im diesjährigen Ausstellungsprogramm, das mit der von WHW kuratierten Ausstellung … von Brot, Wein, Autos, Sicherheit und Frieden (8. März – 8. Mai 2020) startet.

 

Die Zusammenarbeit mit internationalen Gastkuratoren eröffnet zahlreiche neue Perspektiven und lässt die Kunsthalle Wien zu einem Forum für vielfältige Stimmen jenseits des Mainstreams werden: So kuratiert Miguel A. López die Gruppenausstellung And if I devoted my life to one of its feathers? (30. Mai – 27. September 2020), während der Theoretiker Diedrich Diederichsen gemeinsam mit Oier Etxeberria die Ausstellung Cybernetics of the Poor (4. Dezember 2020 – 31. Jänner 2021) verantwortet.

Den internationalen Horizont stets im Blick, erhalten mit dem neuen Programm auch Künstler, die in Wien leben und arbeiten, eine starke Präsenz: Neben Einzelausstellungen von Ana Hoffner ex-Prvulovic* und Belinda Kazeem-Kaminski (10. Juni – 4. Oktober 2020) werden erneut die Arbeiten zweier junger Künstler im Rahmen des Preises der Kunsthalle Wien (25. November 2020 – 6. Jänner 2021) produziert und ausgestellt.

Dazu kommen vielfältige Kooperationen mit lokalen Institutionen, wie dem Burgthater, den Wiener Festwochen oder der Viennale – mit der die Ausstellung Zelimir Zilnik. Shadow Citizens (24. Oktober 2020 – 10. Jänner 2021) konzipiert wird – die dazu beitragen, das Programm der Kunsthalle Wien einem größeren und diverseren Publikum nahezubringen.

Auch das Vermittlungsprogramm wird unter WHW weiter gestärkt und ausgebaut: Die Ausstellung Space for Kids wird im Sommer eine Neuauflage unter dem Titel Das Kunst-Natur-Labor oder die wuchernde Wunderkammer (7. Juli – 6. September 2020) erleben.

 

Weitere Infos unter http://www.kunsthallewien.at/#/de

(JT Jan. 2020)

Fotos:

Zach Blas, Contra-Internet: Jubilee 2033, 2017, Ausstellungsansicht: Gasworks, London, UK, Courtesy der Künstler, Foto: Andy Keate (Ausstellung: ... von Brot, Wein, Autos, Sicherheit und Frieden)

Jim Denomie, Standing Rock, 2016, Courtesy der Künstler (Ausstellung: And if I devoted my life to one of its feathers?)

Wirklichkeit – ungeschönt!

 

Gefördert von Gustave Courbet, beeinflusst von Manet und geschätzt von Van Gogh, gehört Wilhelm Leibl (1844–1900) zu den wichtigsten Vertretern des Realismus in Europa.

Im Mittelpunkt seines Werks steht der Mensch in seiner alltäglichen Wirklichkeit. Mit Leibls Rückzug von der Stadt aufs Land begründete er eine moderne Figurenmalerei, in der die Naturwahrheit über der Idylle der traditionellen Genremalerei steht.

 

Richtschnur war für Leibl nicht, dass ein Modell schön, sondern dass es „gut gesehen“ wurde. Leibl malt vorwiegend Bildnisse und Interieurs mit ländlichen Figuren, wobei der Schwerpunkt stets auf dem „Wie“ der malerischen Ausführung liegt. Oft wurde er durch seine Themen missverständlich als „Bauernmaler“ bezeichnet.

Seine Triebfeder war die ungeschönte Wiedergabe der Wirklichkeit. Mit seiner künstlerischen Haltung, in der Selbstkritik, Zerstörung und Innovation die treibenden Kräfte sind, beeinflusst er Künstler bis heute.

 

Die Ausstellung „Wilhelm Leibl. Gut sehen ist alles!“ in der Albertina bis 10. Mai 2020 mit Leihgaben aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien, der Schweiz und den USA entstand in Kooperation mit dem Kunsthaus Zürich.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT Jan. 2020)

Fotos:

Wilhelm Leibl. Selbstbildnis, 1891. Pinsel in Schwarz und Deckweiss, Feder in Schwarz und schwarze Kreide, Randlinie mit Grafitstift, aufgezogen auf Karton. Kunsthaus Zürich, Grafische Sammlung, 1931 © Kunsthaus Zürich
Wilhelm Leibl. Die Dorfpolitiker, 1877. Öl auf Holz. Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart © SIK-ISEA, Zürich (Lutz Hartmann)
Wilhelm Leibl. Das Mädchen mit der Nelke, Öl auf Holz. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe © bpk / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe / Annette Fischer/Heike Kohler 

Was ist Identität?

 

Die Ausstellung „The Cindy Sherman Effect. Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst“ im Wiener Bank Austria Kunstforum auf der Freyung behandelt bis 21. Juni 2020 mit den Themen Identität, deren Konstruktion und Formen ihrer Transformation, zentrale Fragestellungen der zeitgenössischen Kunst und Gesellschaft.

Neue Technologien, wie das Internet, Genmanipulation oder Klonen, geben vermehrt Anlass dazu, über den Begriff Identität im Sinn von Subjektdefinition nachzudenken.

 

Ausgehend von Cindy Sherman's Werk, das von einer konsequenten und kritisch bis provokativen Hinterfragung der Konstruktion von Identitäten gekennzeichnet ist, und dessen Bildwelten sich aus der überwältigenden Bilderflut von Fernsehen, Filmen, Magazinen, dem World Wide Web und der Kunstgeschichte speisen, werden in Form von Gegenüberstellungen von Werken Cindy Shermans und zeitgenössischen Künstlern Themen wie Dekonstruktion des Porträts sowie kultureller, geschlechterspezifischer und sexueller Stereotypen sowie Konstruktion und Fiktion von Identität untersucht.

In der Ausstellung vertretene Künstler: Monica Bonvicini, Candice Breitz, Sophie Calle, Samuel Fosso, Douglas Gordon, Martine Gutierrez, Elke Silvia Krystufek, Sarah Lucas, Maleonn, Zanele Muholi, Catherine Opie, Pipilotti Rist, Julian Rosefeldt, Markus Schinwald, Eva Schlegel, Tejal Shah, Cindy Sherman, Fiona Tan, Ryan Trecartin, Wu Tsang, Gavin Turk und Gillian Wearing.

 

Weitere Informationen auf https://www.kunstforumwien.at

(JT Jan. 2020)

Foto:

Elke Silvia Krystufek Day Dream Series, 1996 Farbfotografien, montiert auf Karton, 70 × 100 cm | 27 1/2 × 39 3/8 in. Courtesy of the artist and Croy Nielsen, Vienna 

MAK-Jahresprogramm 2020

 

Von zeitgenössischem Modedesign bis zur Wiener Moderne – das MAK in Wien zeigt 2020 ein breites Ausstellungsspektrum mit Fokus auf nachhaltige Qualität und Ästhetik.

Das Haus taucht heuer in alle Facetten der angewandten Kunst ein und zeigt das visionäre Potenzial von Design, Architektur und Gegenwartskunst auf.

Das Ausstellungsprogramm 2020 versteht sich als Plädoyer für Qualität und Ästhetik sowie als Aufruf zur Abkehr von Massenkonsum und Ausbeutung unseres Planeten. Fortschritt braucht neue Konzepte, die auf Wertschätzung von ressourcenschonend gestalteten Dingen abzielen. Es geht darum, sozial verantwortungsvolle Klimafürsorge in den Mittelpunkt des kreativen Prozesses zu rücken. Im Bereich Mode etwa muss der hohe ökologische Fußabdruck von Textilien durch neues Qualitätsbewusstsein verringert werden, generell sollte Nachhaltigkeit das neue Mantra ästhetischen Designs sein: weniger kann ein nachhaltiges Mehr sein“, so Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor des MAK.

 

Mit SHOW OFF. Austrian Fashion Design (MAK-Ausstellungshalle, 14. Februar – 12. Juli 2020) legt das MAK erstmals einen Fokus auf Mode und entwirft ein breites Panorama österreichischen Modedesigns. Die Großausstellung lädt auf eine Zeitreise durch Modedesign mit österreichischen Wurzeln in all seinen Facetten von den 1980er Jahren bis heute ein.

Zwei Großprojekte beleuchten unterschiedliche Facetten der Wiener Werkstätte.

Die Ausstellung DIE FRAUEN DER WIENER WERKSTÄTTE (MAK-Ausstellungshalle, 27. Mai –

20. September 2020) wirft einen zeitgemäßen, feministischen Blick auf diese herausragende Epoche der Kunstgeschichte.

Als ein weiterer Höhepunkt des Jahres 2020 und aus Anlass seines 150. Geburtstags dokumentiert die Ausstellung JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit (MAK-Ausstellungshalle, 10. Dezember 2020 – 18. April 2021) erstmals umfassend das Gesamtwerk des Architekten, Designers, Lehrers und Ausstellungsmachers Josef Hoffmann (1870–1956), einer der zentralen Figuren der Wiener Moderne und internationalen Lebensreformbewegung

Hoffmanns Gegenpol Adolf Loos – ebenfalls im Dezember 1870 geboren – widmet das MAK die in Kooperation mit der Albertina entwickelte Ausstellung ADOLF LOOS. Privathäuser (MAK-Schausammlung Gegenwartskunst, 18. November 2020 – 14. März 2021).

Mit der Personale RAIMUND ABRAHAM. Angles and Angels. Zeichnungen Modelle Prototypen (MAK-Kunstblättersaal, 25. März – 19. Juli 2020) zeigt das MAK Arbeiten eines der großen experimentellen Architekten des 20. Jahrhunderts.

Einem ganz besonderen Werkstoff ist die Ausstellung BAKELIT. Die Sammlung Georg Kargl (MAK DESIGN LAB, 13. Mai – 30. August 2020) gewidmet.

 

Weitere Informationen unter www.MAK.at

(JT Jan. 2020)

Fotos:

Susanne Bisovsky, viennesechiccaoutchouc no. 2, August 2014, © Wolfgang Pohn

Fritzi Löw und Hedwig Schmidl, Dekorobjekte für die Kunstschau 1920 (Fotografie), © MAK

Lotte Calm, Modeentwurf aus dem Mappenwerk Mode Wien 1914/5, © MAK 

Das Jahr 2020 im Leopold Museum

 

20 Jahre nach Hundertwassers Tod am 19.02.2000 widmet das Leopold Museum zwei ikonischen Künstlern vom 21. Februar bis 31. August 2020 eine umfassende, dialogisch angelegte Schau „Hundertwasser – Schiele. Imagine Tomorrow“, kuratiert von Robert Fleck.

 

Als erste Wiener Institution präsentiert das Museum in der Ausstellung „Emil Pirchan. Universalkünstler“ vom 30. Mai bis 21. September 2020 den einer breiteren Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannten Ausnahmekünstler. Kuratoren sind René Grohnert und Ivan Ristić.

Emil Pirchan (1884–1957) war ein Pionier des expressionistischen Bühnenbildes, aber auch fantasiereicher Plakatgestalter, der im konkurrenzstarken Metier Werbegrafik beträchtliche Erfolge feierte. Zudem war er Kostümbildner, Designer, Buchillustrator, Autor mehrerer Künstlermonografien, Romancier und Lehrer.

 

Auch im MuseumsQuartier kommt man 2020 nicht an Ludwig van vorbei! Die 6. Symphonie Beethovens, die Pastorale, inspirierte 1898/99 den Wiener Jugendstilmaler und Klimt­Kollegen Josef Maria Auchentaller (1865–1949) zu einem monumentalen Bildprogramm für das Musikzimmer der Villa seines Schwiegervaters, des Silberschmuckfabrikanten Georg Adam Scheid

Die Rekonstruktion des einzigartigen Bildprogramms zum Musikzimmer der Villa Scheid tritt in der Fokus­Ausstellung „Inspiration Beethoven. Eine Symphonie in Bildern aus Wien 1900“ vom 30. Mai bis 21. September 2020 in einen facettenreichen Dialog mit Werken von Gustav Klimt, Carl Moll oder Alfred Roller und zeigt schlaglichtartig, wie Beethoven in der bildenden Kunst der Jahrhundertwende zur Inspirationsquelle und zum vielfältigen Bezugspunkt einer um Erneuerung und Anerkennung ringenden Wiener Moderne wurde. Kuratoren sind Dominik Papst und Werner Telesko.

 

Vom 28. August 2020 bis 14. Februar 2021 zeigen die Kuratorinnen Gemma Blackshaw und Verena Gamper mit „The Body Electric. Erwin Osen und Egon Schiele“ eine Ausstellung, die auf einer Gruppe kürzlich wiederentdeckter Zeichnungen von Erwin Osen (1891–1970) aufbaut. Diese entstanden im Auftrag von Stefan Jellinek (1871–1968), einem bis 1939 in Wien tätigen Mediziner, der während des Ersten Weltkriegs den Einsatz von Elektrizität zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen erforschte. Die bisher unbekannten Zeichnungen Osens, Weggefährte und Modell Egon Schieles (1890–1918), erweitern das Verständnis der Wiener Moderne und ihrer Kunstpraxis, die eng mit der Kultur der klinischen Medizin verwoben war.

 

Das Leopold Museum präsentiert vom 2. Oktober 2020 bis 28. Juni 2021 erstmals die Sammlung Emil Bührle in Wien. Der in Zürich lebende Industrielle Emil Bührle (1890–1956) trug vor allem zwischen 1951 und 1956 eine hochbedeutende Kunstsammlung zusammen. In ihrem Mittelpunkt steht der französische Impressionismus mit Bildern von Manet, Degas, Renoir, Monet, van Gogh und Cézanne. Arbeiten von Malern der Pariser Avantgarde um 1900, darunter Vlaminck, Braque und Picasso, machen die Nachimpressionisten als Beginn der klassischen Moderne erlebbar. Die Schau „Monet, Van Gogh, Cézanne, Gauguin. Sammlung Emil Bührle“ wird kuratiert von Lukas Gloor.

 

Anlässlich des zehnten Todestages im Jahre 2020 und des 100. Geburtstages im Jahr 2021 würdigt das Museum Josef Pillhofer (1921–2010), einen der bedeutendsten österreichischen Bildhauer und Zeichner, mit einer umfassenden Retrospektive. Kurator Hans-Peter Wipplinger präsentiert die Werke vom 20. November 2020 bis 15. März 2021.

 

Mit der Eröffnung der MQ Libelle am Dach des Leopold Museum (Eröffnungswoche: 21.bis 26. April 2020) bekommt das MuseumsQuartier Wien eine neue Attraktion. Die Terrasse wird bei freiem Eintritt öffentlich zugänglich sein und für alle Besucher einen der schönsten Ausblicke über die Wiener Innenstadt bieten. Der multifunktionale Veranstaltungsraum wurde entworfen von Laurids Ortner, der gemeinsam mit seinem Bruder Manfred Ortner für die großen Neubauten im MQ Haupthof (Leopold Museum, mumok, Kunsthalle Wien) verantwortlich zeichnete.

 

Weitere Infos unter www.leopoldmuseum.org

(JT Jan. 2020)

Fotos:

Außenansicht: Leopold Museum, Katrin Bernsteiner

Friedensreich Hundertwasser, 224 Le grand chemin, St. Mandé/Seine, 1955 © Belvedere, Wien © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz

Emil Pirchan mit Masken im Atelier, Berlin, 1920 © © Sammlung Steffan/Pabst, Sammlung Steffan/Pabst

Paul Gauguin © Sammlung Emil Bührle, Zürich, SIK-ISEA, Zürich (J.-P. Kuhn)

Das Weltmuseum Wien 2020 - ein Ort der Begegnung

 

Mit der Ausstellung „JAPAN ZUR MEIJI-ZEIT. Die Sammlung Heinrich von Siebold“ vom

13. Februar bis 10. Mai 2020 befasst sich das Weltmuseum mit der Meiji-Periode der japanischen Geschichte im Zeitraum von 1868 bis 1912. Eine Zeit, in der sich der Feudalstaat zur modernen Großmacht entwickelte, die japanische Gesellschaft sich wandelte und der Welt öffnete.

Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) verbrachte in Japan den größten Teil seines Lebens. Seine Sammlung an japanischen Objekten wurde Kaiser Franz Joseph für das k. k. Naturhistorische Museum geschenkt und bildet heute einen der Grundbestände der ostasiatischen Sammlung des Weltmuseum Wien.

 

Weiters präsentiert das Museum mit „AZTEKEN“ vom 25. Juni 2020 bis 6. Jänner 2021 eine Ausstellung zur sagenumwobenen Kunst und Kultur der Azteken (ca. 1430 – 1521 n. Chr.). Im Fokus stehen Tribute und Opferungen, die einen wichtigen Platz im religiösen und wirtschaftlichen Leben der Azteken bildeten. Besondere Aufmerksamkeit wird der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán geschenkt, die als Drehscheibe sowie als religiöses und kulturelles Zentrum des Reiches fungierte.

Die Sonderausstellung wurde vom Linden-Museum Stuttgart in Kooperation mit dem Nationaal Museum van Wereldculturen in den Niederlanden konzipiert. Sie findet anlässlich des 500. Jahrestags der Landung des spanischen Eroberers Hernán Cortés an der Küste Mexikos statt.

Ergänzt wird die Schau durch den weltberühmten Federkopfschmuck „Penacho“. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Mexiko und Österreich wurde dieser letzte existierende aztekische Federkopfschmuck in den vergangenen Jahren mit hohem Aufwand gereinigt und konserviert. Durch diese Maßnahme kommt nun wieder die irisierende Pracht der Grün- und Blautöne in den Federn sowie der über 1.500 Goldblättchen zur Geltung.

 

Weitere Informationen unter https://www.weltmuseumwien.at/

(JT Jan. 2020)

Fotos:

Weltmuseum Wien Außenansicht © KHM-Museumsverband

Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) © Siebold Archiv Burg Brandenstein

Altmexikanischer Federkopfschmuck „Penacho“ Mexiko, Azteken, frühes 16. Jahrhundert Federn von Quetzal, Kotinga, Rosalöffler, Cayenne-Fuchskuckuck, Eisvogel; Holz, Fasern, Papier, Baumwolle, Leder, Gold, Bronze, vergoldet H. 116 cm, B. 175 cm © KHM-Museumsverband

Mictlantecuhtli, Herr des Totenreiches © Museo del Templo Mayor, Mexiko-Stadt, D.R. Secretaría de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-264984, Foto: D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH

Hommage an die Superstars im Kunsthistorischen Museum Wien 2020

 

Ludwig van Beethoven machte Wien einst zur Welthauptstadt der Musik. Anlässlich seines 250. Geburtstages präsentiert das Kunsthistorische Museum in Kooperation mit dem Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien vom 25. März bis 5. Juli 2020 eine Hommage an Ludwig Superstar!

Die Ausstellung zeigt seinen Einfluss auf die Kunst- und Kulturgeschichte.

„Beethoven bewegt“ bringt Gemälde von Caspar David Friedrich, Skizzenbücher von William Turner, Grafiken von Francisco de Goya oder Skulpturen von Auguste Rodin in Kontakt mit der Musik des ob seiner frühen Taubheit so tragischen Genies – zur Reflexion und Konfrontation.

 

Die Ausstellung „Tizian und die Frauen“ vom 13. Oktober 2020 bis 17. Jänner 2021 konzentriert sich in rund 50 Gemälden auf die Darstellung der Frau im 16. Jahrhundert in der Malerei Venedigs im Werk des Meisters und in Bildern seiner Zeitgenossen Tintoretto, Veronese, Bordone und Giorgione. In Tizians Bildern erstrahlen die venezianischen Damen der Hochrenaissance in besonderem Glanz. In der Schau wird auch die Mode der Zeit mit ihren kostbaren Stoffen, Frisuren, reichen Geschmeiden und Perlen thematisiert.

 

Weitere Infos unter www.khm.at

(JT Jan. 2020)

Fotos:

Kunsthistorisches Museum Wien ©KHM-Museumsverband

John Baldessari. Beethoven’s Trumpet (with Ear) Opus # 133, 2007, Photo Timo Ohler © John Baldessari; Courtesy of the artist, Sprüth Magers and Beyer Projects

Tiziano Vecellio, gen. Tizian. Nymphe und Schäfer um 1570/75 © KHM-Museumsverband

Freude, schöner Götterfunken

 

Ludwig van Beethoven: Der Name steht für ein musikalisches Lebenswerk, das bis heute weltweit Menschen begeistert. Zum 250. Geburtstag des großen Komponisten im Jahr 2020 präsentiert die Österreichische Nationalbibliothek in Wien im Prunksaal die Sonderausstellung „Beethoven. Menschenwelt und Götterfunken“ bis 19. April 2020.

 

Beethovens Begegnungen mit Zeitgenossen, mit seinen Lehrern, Schülern, Musikern und Mäzenen, mit Frauen und Freunden, aber auch mit seiner Familie stehen dabei für seine „Menschenwelt“. Denn er war nicht der „einsame Kämpfer“, als den ihn seine Nachwelt idealisierte, sondern ein Komponist, der mit seiner Umwelt auf vielfältige Weise in Kontakt stand. Die Ausstellung zeigt dies anhand zahlreicher Originalbriefe aus dem Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek. Der im Umgang mit seinem Mitmenschen nicht eben einfache Komponist wird in diesen Schreiben in seinem Selbstbewusstsein und sarkastischem Humor, aber auch in seiner Zärtlichkeit Frauen gegenüber erfahrbar. Besonders berührend ist sein Bemühen um die Vaterrolle bei seinem Neffen Karl, die zum tragischen Misserfolg wurde: Nach dessen Selbstmordversuch 1826 trat Beethoven von der Vormundschaft zurück.

 

Für den „Götterfunken“ seines Schaffens stehen Beethovens Originalhandschriften von Werken, die bis heute zum klassischen Kanon gehören wie etwa das Violinkonzert op. 61, die „Frühlingssonate“ op. 24 oder das Streichquartett op. 95 aus dem Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek.

Zusätzlich ist in den ersten drei Monaten der Ausstellung ein Teil jenes Werkes zu sehen, das wie kein anderes mit Beethovens Namen identifiziert wird: die 9. Sinfonie – mit den berühmten Textworten „Freude, schöner Götterfunken“. Diese wertvolle Handschrift, die zum Weltdokumentenerbe der UNESCO zählt, ist eine Leihgabe der Staatsbibliothek zu Berlin und wird zum ersten Mal in Österreich ausgestellt.

 

Weitere Infos unter https://www.onb.ac.at/museen/prunksaal/sonderausstellungen/beethoven-menschenwelt-und-goetterfunken

(JT Dez. 2019)

Foto: Ausstellungsplatz der Österreichischen Nationalbibliothek

Wiens neues Museum für moderne Kunst

 

Die ALBERTINA MODERN – als zweiter Standort der ALBERTINA – eröffnet am 13. März 2020. Mit über 60.000 Werken von 5.000 Künstlerinnen und Künstlern wird sie zu den großen Museen für die Kunst der Gegenwart zählen. Wien bekommt mit der ALBERTINA MODERN ein neues Museum für moderne Kunst, in dem die Hauptwerke der Sammlung Essl und die Sammlung Jablonka der ALBERTINA gemeinsam zum Ausgangspunkt von großen Ausstellungen gemacht werden

 

Als Ort für dieses neue Museum konnte das Künstlerhaus am Wiener Karlsplatz gewonnen werden. Mit der Gründung der Künstlerhaus Besitz- und Betriebsgesellschaft verpflichtete sich Hans Peter Haselsteiner, das immer mehr dem Verfall preisgegebene, ehemals prunkvolle Ausstellungshaus des Vereins zu renovieren und nach den museologischen Vorgaben der ALBERTINA zu modernisieren.

Klaus Albrecht Schröder, Generaldirektor der ALBERTINA und ALBERTINA MODERN kann dort die Sammlungen der Gegenwartskunst besser und umfangreicher zeigen als je zuvor. Damit wird auch die Kunstgeschichte Österreichs nach 1945 einen völlig neuen Stellenwert erhalten.

 

Wenn die ALBERTINA MODERN am 12. März 2020 mit der Eröffnungsausstellung The Beginning. Kunst in Wien 1945 bis 1980 ihre Tore öffnet, wird sich die Nettoausstellungsfläche der ALBERTINA um 2.500m² vergrößert haben. The Beginning wird von Generaldirektor Klaus Albrecht Schröder gemeinsam mit einem Kuratorenteam, dem Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Berthold Ecker, Elisabeth Dutz, Antonia Hoerschelmann und Angela Stief angehören, erarbeitet. Die Ausstellung fokussiert die für die internationale Gegenwartskunst prägende Epoche bis 1979 und präsentiert die wichtigsten Positionen österreichischer Kunst an der Schwelle zur Postmoderne.

 

(JT Dez. 2019)

Fotos:

Elke Krystufek. My Picabia, 1997. Acryl auf Stoff. Albertina, Wien. Sammlung Essl. © Elke Krystufek
Neo Rauch. Revo, Öl auf Leinwand. Albertina, Wien. Sammlung Essl. © Tal R

25 Jahre Kunsthalle Krems

 

Als internationales Ausstellungshaus des Landes Niederösterreich überzeugt die Kunsthalle Krems

am Museumsplatz 5 in Krems an der Donau (www.kunsthalle.at) seit 25 Jahren mit richtungsweisenden monografischen Präsentationen sowie hochkarätigen thematischen Überblicksausstellungen im Spannungsfeld der Kunst des 19. Jahrhunderts, der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst nationaler wie auch internationaler Künstler.

 

Im Jubiläumsjahr 2020 widmet sich die Kunsthalle Krems erneut vielfältigen künstlerischen Positionen, die ein breites Spektrum der modernen bildenden Kunst abdecken.

Den Anfang machen Robin Rhodes‘ performativ-grafische Zeichnungen. Seine geometrischen Boden- und Wand-Kompositionen, bei denen der Körper im Fokus steht, zeichnen sich durch eine schillernde Vielfalt und Farbprächtigkeit aus. Die Ausstellung „Memory is The Weapon“ läuft vom 14. März bis 21. Juni.

Im Rahmen des donaufestivals wird in der Kunsthalle Krems ein multi-vokaler Film-Essay des niederländischen Künstlerkollektivs Metahaven auf eine LED-Leinwand projiziert. „Chaos Theory“ ist vom 25. April bis 21. Juni zu sehen.

Im Gegensatz dazu stehen die ort-spezifischen Arbeiten Christian Helwings. Der deutsche Künstler konzipiert eine raumbezogene Installation für die Kunsthalle Krems und die Dominikanerkirche. „(B)east!“ geht vom 11. Juli bis 1. November.

Ebenfalls vom 11. Juli bis 1. November präsentiert die Kunsthalle Krems in einer Retrospektive Skulpturen von Patricia Piccinini. In ihren Arbeiten formiert die Künstlerin Organisches und Technisches immer wieder neu.

Den Abschluss macht im Jahr 2020 Fiona Tan vom 21. November bis 14. Februar 2021. Die Künstlerin gilt als führende Protagonistin einer auf Recherche, Dokumentation und Archivarbeit basierenden Kunst, die sie vor allem in den Medien Fotografie, Film und Video installativ umsetzt.

 

(JT Dez. 2019)

Fotos:

Kunsthalle Krems, 2019, Faruk Pinjo

Robin Rhode, Piano Chair, 2011, Copyright: Courtesy of the Artist

Das Beste kommt zum Schluss!

 

Das i-Tüpfelchen auf dem wahrlich nicht uninterresanten AusstellungsAngebot 2019 in Wien liefert das Leopold Museum im Wiener MQ mit der fantastischen Ausstellung „Deutscher Expressionismus – Die Sammlungen Braglia und Johenning“, die bis zum 20. April 2020 zu sehen ist.

 

41 Ölgemälde und 70 Arbeiten auf Papier wurden von Kurator Ivan Ristic aus der Fondazione Gabriele e Anna Bragila, Lugano und der Renate und Friedrich Hohenning-Stiftung aus Nordrhein-Westfalen ausgewählt und in der Schau genial gehängt.

Ergänzend werden einige Werke aus weiteren Sammlungen gezeigt, darunter Bilder der Nolde Stiftung Seebüll, des Leopold Museums und der Privatsammlung Leopold.

 

Der Expressionismus ist eine KunstRebellion zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Jenseits der akademischen Tradition bannten junge Rebellen aus der Dresdner Künstlergemeinschaft „Brücke“ Seelenlandschaften auf die Leinwand. Der Umkreis der Herausgeber des Münchner Almanachs „Der Blaue Reiter“ setzte auf die Kraft der subjektiven Empfindung.

 

Den Farben kam bei der impulsiven Malweise der Künstler eine entscheidende Rolle zu. Ob grell leuchtend oder dämmrig und trüb, sie bestimmen die Bilddramaturgie der Werke des Deutschen Expressionismus, die eine unglaubliche suggestive Sogwirkung auf den Betrachter haben. Heute noch immer berühmte Künstlerinnen und Künstlerpaare prägten diesen malerischen Farbengarten!

 

In der Ausstellung werden Werke von Marianne von Werefkin und ihrem langjährigen Lebensgefährten Alexej von Jawlensky gezeigt, vertreten sind auch Gabriele Münter und ihr Partner Wassily Kandinsky, Paula Modersohn-Becker, Emil Nolde, Max Pechstein, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, August Macke, Franz Marc, Paul Klee und Lionel Feininger sowie Max Liebermann, Lovis Corinth, Christian Rohlfs, Karl Schmidt-Rottluff, Otto Mueller und Heinrich Campendonk.

Einfach das Who is who des Deutschen Expressionismus.

 

Weitere Informationen unter www.leopoldmuseum.org

Kuratorenführungen am 5. Dezember 2019, 23. Jänner und 19. März 2020, jeweils um 18.30 Uhr.

(JT Nov. 2019)

Fotos:

ALEXEJ VON JAWLENSKY, Heilandsgesicht: Seelische Melodie, 1922 © Renate und Friedrich Johenning Stiftung, Foto: Linda Inconi-Jansen

EMIL NOLDE , Sommergäste, 1938–1945 © Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano, Foto: Christoph Münstermann © Nolde Stiftung Seebüll

GABRIELE MÜNTER, Elmau, o.D. © Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano, Foto: Christoph Münstermann © Bildrecht Wien, 2019

LYONEL FEININGER, Mann vor hohen Felsen, 1913 © Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano, Foto: Christoph Münstermann © Bildrecht Wien, 2019

MARIANNE VON WEREFKIN, Die Allee (L’Allée ), um 1917 © Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano, Foto: Roberto Pellegrini

WASSILY KANDINSKY, Murnau – Zwei Häuser, 1908 © Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano, Foto: Christoph Münstermann 

MuseumsJuwel

 

Bereits seit 125 Jahren gibt es das Österreichische Pharma- und Drogistenmuseum. Seit 15 Jahren ist es am Standort Währinger Straße 14 in 1090 Wien beheimatet (www.drogistenmuseum.at) – ein durchaus zu feierndes Doppeljubiläum! 

In den liebevoll renovierten Räumlichkeiten im 9. Bezirk hat das Museum einen würdigen Rahmen gefunden um die Raritäten und Kuriositäten der über 10.000 Exponate und Kuriositäten wirkungsvoll zu präsentieren.

 

Die Entwicklung des Berufes „Drogist“ hat eine lebhafte Vergangenheit: Aus Quacksalbern und fahrenden Heilkünstlern, die ihre Waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf Jahrmärkten verkauften, entwickelte sich mit der Zeit ein geregelter Drogenhandel. Der Begriff „Droge“ war damals noch positiv besetzt. Aus den Drogenkleinhandlungen entstanden im Laufe der Zeit die Drogerien. Die Drogerie hatte die Aufgabe, Drogen (= getrocknete Kräuter, pflanzliche Arzneimittel) und Chemikalien zu vertreiben. Industriell gefertigte Markenartikel gab es praktisch noch nicht. Auch Fotografie, Farben und Lacke sowie Pflanzenschutz hatten in der Drogerie ihre Kinderstube. Drogisten sind übrigens die einzige Berufsgruppe Österreichs, die über die gesetzliche Erlaubnis verfügt, Gifte abzugeben. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts etablierte sich die Drogerie als Fachgeschäft für Gesundheit, Schönheit und Wellness, wie wir sie heute kennen. Das Personal der Fachdrogerie steht für qualifizierte Kundenberatung, die den Konsumenten hilft, sich in der Vielzahl der am Markt angebotenen Produkte zurechtzufinden.

 

Im Drogistenmuseum finden monatlich auch Vorträge von Fachleuten statt. Der Schwerpunkt liegt bei gesundheitsbezogenen Themen aus Sicht der Schul- und Alternativmedizin, Ernährung, Aromatherapie, Kräuter und Gewürze, alte Hausmittel, um nur einige zu nennen. Dazu kommen spannende Reise-Erlebnisberichte und faszinierende Vorträge des Historikers Mag. Georg Hamann. Der Museums-Vortragsraum kann auch für kleine externe Veranstaltungen gemietet werden.

Die Finanzierung des Museums erfolgt überwiegend durch Sponsoren, Einnahmen von Führungen und Vorträgen sowie Eigenleistungen der gegenwärtig 10 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind besonders zu erwähnen, denn ohne ihren Einsatz wäre ein Aufrechterhalten des Museumsbetriebes nicht möglich.

 

Der Leitgedanke im Drogistenmuseum: Alle Besucher sind herzlich willkommen! Sie sollen das Museum mit mehr Freude, Begeisterung, Wissen und dem Wunsch, wiederzukommen und das Museum weiterzuempfehlen, verlassen.(JT 2017)

Illustration: Gil Elvgren, Fotos © Drogistenmuseum, Niki Lappas

Das Werk der Künstlerin Maria Biljan-Bilger – fast vergessen, doppelt präsent

 

Als Bildhauerin, Keramikerin und Textilkünstlerin schuf Maria Biljan-Bilger (1912-1997) ein unverwechselbares Werk zwischen Archaik und Moderne. Ihr Wirken ist in der zeitgenössischen Öffentlichkeit in Vergessenheit geraten und es ist ihrem Mann, dem Architekten Friedrich Kurrent, und dem Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger-Ausstellungshalle in Sommerein zu verdanken, dass man die absolut großartigen, beeindruckenden Kunstwerke von Biljan-Bilger heute noch besichtigen kann – und unbedingt sollte!

 

Die Ausstellungshalle, von Kurrent an einem ehemaligen Steinbruch errichtet, in der Hauptstraße 61 in 2453 Sommerein am Leithagebirge in Niederösterreich, wo es die Künstlerin 1962 hinzog, ist vom 1. Mai bis Ende Oktober jeden Samstag, Sonntag und Feiertag von 10.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 18.00 Uhr (Eintritt € 3, Kinder frei) für Besucher offen.

 

Biljan-Bilger war Mitbegründerin des Art-Clubs und hatte 1952 ihre erste Personalausstellung im legendären „Strohkoffer“, dem Wiener Ausstellungslokal des Art-Clubs, der Wiener Avantgarde. 1965 war sie Gründungsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Architektur. Von 1978 bis 1982 war sie Professorin für Keramik an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Im Jahr 2006 wurde in Wien-Donaustadt die Biljan-Bilger-Gasse nach ihr benannt.

Die Künstlerin erhielt 1972 den Österreichischen Kunstpreis für Bildende Kunst, 1982 das Silberne Ehrenzeichen der Stadt Wien und den Burgenländischen Kulturpreis und 1992 den Kulturpreis für bildende Kunst des Landes Niederösterreich. Ihre Ausstellungen führten sie nach Rom, Turin, Venedig, Sao Paulo, Mailand, Istrien oder München, wo sie am 1. Mai 1997 stirbt. Ihre Grabstätte ist am Ortsfriedhof in Sommerein.

 

Weitere Informationen unter www.maria-biljan-bilger.at

(JT 2017)

Fotos: www.maria-biljan-bilger.at, Margherita Spiluttini