Was die Lohner so alles „findet“!

 

Die Schauspielerin, Moderatorin, Autorin und Stimme der ÖBB, Chris Lohner (geboren in Wien am

10. Juli 1943),  beweist einmal mehr die Vielseitigkeit eines Tausendsassas. 

Unter dem Titel FINDUNGEN zeigt sie in ihrer Ausstellung in der Galerie Kalksburg von Rudolf Schneider-Manns Au am Promenadenweg 18 in 1230 Wien, vom 29. September bis 4. November 2020 eine Serie von Fotoarbeiten. 

 

Dieses Projekt entstand zufällig. Auf den täglichen Spaziergängen mit ihrer Cairnterrier Dame Shirley fotografiert Chris Lohner mit ihrem Smartphone immer wieder Besonderheiten in der Natur. Es sind dies Detailaufnahmen, die man im ersten Augenblick fast nicht erkennen kann. Das Ergebnis ist höchst interessant! Diese Ausschnitte ziehen den Betrachter sofort in ihren Bann.

Eine Auswahl von Fotos wurden von Foto Leutner im Format 50 x 75 cm mittels Pigmentprint auf Hahnemühle ultrasmooth gedruckt und auf Aluminium aufkaschiert. Jede Arbeit wurde in einer Auflage von 5 Stück plus 2 Artistproofs aufgelegt. 

 

Chris Lohner sucht nicht, sie findet! Der Sinn steht ihr nach der Entdeckung von Teilen eines Ganzen, die sie faszinieren.

Weitere Infos und Anmeldung zur Besichtigung unter Tel. +43 676 6710100.

(JT Sep. 2020)

Foto: Andreas Lepsi

Gegend, Standort, Gelände = Landschaft

 

Die große Herbstausstellung vom 1. Oktober 2020 bis 14. Februar 2021 widmet das Bank Austria Kunstforum Wien dem Künstler Gerhard Richter (geb. 1932 in Dresden), der international als der bedeutendste lebende Maler gilt. Die Schau „Landschaft“, kuratiert von Hubertus Butin (Berlin) und Lisa Ortner-Kreil, ist eine umfangreiche Retrospektive seiner Landschaftsbilder. Es handelt sich um die weltweit erste Ausstellung, die dieses Genre umfassend beleuchtet. Neben zahlreichen Ölgemälden werden auch Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotoarbeiten, Künstlerbücher und Objekte ausgestellt, die das Thema „Landschaft“ von den 1960er-Jahren bis heute reflektieren.

 

Die Ausstellung gliedert sich in fünf große thematische Abschnitte und setzt mit jenen Landschaften ein, die Richter auf Basis von eigenen oder gefundenen Fotomotiven produziert hat und deren Ausschnitthaftigkeit, Bildaufbau und Farbigkeit eine dezidiert fotografische Ästhetik aufweisen. Eine „Sehnsucht“ und den „Traum nach klassischer Ordnung und heiler Welt“ drückt Richter in zahlreichen atmosphärischen Landschaftsbildern aus, die an die Kunst Caspar David Friedrichs erinnern. Richter überdenkt die verlorenen Möglichkeiten einer Malerei, wie sie noch in der Romantik praktiziert werden konnte. Er nennt seine Bilder „Kuckuckseier“, da sie als romantisch empfunden werden, aber die geistige Tradition Friedrichs nicht mehr fortsetzen können. Die Landschaft spielt auch in Hinblick auf die Entwicklung von Richters abstrakter Malerei eine Schlüsselrolle: Vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden stark abstrahierte Gebirgs-, Park-, Sternen- und Meeresbilder. Diese Werke changieren zwischen abbildhaft dargestellten Landschaften und einer selbstbezüglichen Farbmaterie in breiten, pastosen Pinselstrichen. In den 1970er- und 1990er-Jahren produzierte Richter Landschaftsbilder auch in Form fiktionaler Konstrukte, die in der Realität kaum oder gar nicht existieren können. Meeres-, Berg- und Wolkenbilder wurden motivisch so zusammengesetzt, dass sie aufgrund ihrer Größe oder Konstellation eine Totalität von Natur suggerieren, die jede reale Erfahrung übersteigt. Richter scheint mit diesen visionären Entwürfen der ästhetischen Kategorie des Erhabenen nachzuspüren. Schließlich präsentiert die Ausstellung auch abstrakte Übermalungen: Auf die Oberfläche landschaftlicher Gemälde, Fotografien und Druckgrafiken wurde Ölfarbe in nicht abbildhafter Form aufgetragen. Die beiden simultanen Wirklichkeitsebenen gehen in jenen Werken paradoxerweise eine enge, raffinierte Verbindung ein; sie erscheinen als eine ineinander verzahnte Einheit, deren Spannung aus dem deutlichen Gegensatz der verschiedenen Produktionsformen herrührt. Dadurch ergibt sich eine überraschende Ambivalenz von Realismus und Ungegenständlichkeit, von Schein und Wirklichkeit.

 

Bedeutende institutionelle Leihgeber und zahlreiche hochkarätige Privatsammlungen unterstützen das langjährig vorbereitete Ausstellungsprojekt. Die Schau wird an die 150 Arbeiten umfassen und mit großzügiger Hilfe von Gerhard Richter sowie in Kooperation mit dem Kunsthaus Zürich realisiert.

 

Weitere Infos unter https://www.kunstforumwien.at/

(JT Sep. 2020)

Fotos:

Piz Surlej, Piz Corvatsch, 1992 
Öl auf Fotografie, 8,9 x 12,6 cm
 Sammlung Peter und Elisabeth Bloch
 Foto: Christof Schelbert, Olten © Gerhard Richter 2020

Venedig, 1986
 Öl auf Leinwand, 86 x 121 cm 
Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Gerhard Richter 2020

Kritischer Denker, analytischer Beobachter, Poet im Umgang mit Material

 

Das facettenreiche Werk des Malers und Bildhauers Zbyněk Sekal (Prag 1923 – Wien 1998) lässt sich aus vielen Perspektiven lesen. In einem Ausstellungsprojekt, kuratiert von Harald Krejci, im

Belvedere 21 werden nun bis 6. Jänner 2021 über siebzig seiner Objekte gezeigt.

 

Der Mensch in einer labyrinthisch scheinenden Welt, von der er sich zu entfremden droht – Zbyněk Sekal zeigt in seinem Werk die Fragilität des Individuums auf.

Seine anthropomorphen Gebilde stehen sinnbildlich für die menschliche Identität und für das Freiheitsbewusstsein in der Zeit des Kalten Krieges. Darin verarbeitet er persönliche Erlebnisse und setzt sich mit der Philosophie der Phänomenologie und des Existenzialismus auseinander.

Die Ausstellung zeigt den Triumph der menschlichen Kreativität über die Missgunst der Zeit.

Die Beschäftigung von Zbyněk Sekal mit Gefangenschaft und Exil wirkt gerade in der heutigen krisenbedingten Umbruchstimmung aktueller denn je.

Die Schau ist Teil eines Belvedere-Forschungsprojekts zur Kulturlandschaft Mitteleuropas in den 1960er- und 1970er-Jahren.

Zbyněk Sekal wurde bereits in den 1960er-Jahren in den avantgardistischen Künstlerkreisen Prags und Wiens sehr geschätzt. Sein Werk trägt die Spuren seiner Herkunft aus der Prager surrealistischen Tradition. Es umfasst frühe Malereien, Materialbilder sowie Skulpturen aus Bronze und Stein. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 emigrierte Sekal über Deutschland nach Wien. Hier entstanden neben Materialbildern und anthropomorphen Skulpturen seine „Schreine“, genannt Schránky. In ihnen manifestiert sich Zbyněk Sekals poetische Auseinandersetzung mit Einsamkeit und Isolation, mit dem Verschwinden sowie mit dem Gefangensein.

 

Weitere Infos unter https://www.belvedere.at/belvedere-21-museum-fuer-zeitgenoessische-kunst

(JT Sep. 2020)

Fotos: alle Johannes Stoll / Belvedere, Wien © Bildrecht Wien, 2020

Zbyněk Sekal, Ohne Titel, undatiert, Privatsammlung

Zbyněk Sekal, Stillstand, 1966, Privatsammlung

Zbyněk Sekal, Kupferschrein I-IV, 1991, Privatsammlung

Protagonistin der Wiener Moderne

 

Das Belvedere setzt seinen Weg, Künstlerinnen der Wiener Moderne wiederzuentdecken, fort und widmet mit Elena Luksch-Makowsky einer der zentralen Protagonistinnen dieser Epoche eine IM BLICK-Ausstellung. Werke der Künstlerin fanden sich Anfang des 20. Jahrhunderts in allen wesentlichen Wiener Kunststätten und Medien – Ver Sacrum, Wiener Werkstätte, Secession oder Galerie Miethke.

Kuratiert von Alexander Klee ist die Schau „Elena Luksch-Makowsky. Silver Age und Secession“ vom 24. September 2020 bis 10. Jänner 2021 im Oberen Belvedere zu sehen.

 

Elena Luksch-Makowsky (1878 - 1967) wurde in eine wohlhabende Sankt Petersburger Künstlerfamilie geboren. Früh kam sie mit zahlreichen Künstlern in Kontakt und reiste mit ihrer Mutter durch Europa. Sie studierte erst in Sankt Petersburg, dann in München. Im Jahr 1900 heiratete sie den Wiener Bildhauer Richard Luksch.

Erste künstlerische Erfolge feierte sie während ihrer Zeit in Dachau im Herbst 1898. Zu Beginn noch der Kunst der Peredwischniki verhaftet, der das Schaffen ihres Vaters, dem Hofmaler Konstantin Makowsky, zugerechnet wurde, distanzierte sie sich bald davon, wendete sich den Neu-Dachauer Malern zu und knüpfte über ihren Bruder enge Kontakte zur Petersburger Avantgarde. Sie beteiligte sich an wichtigen Ausstellungen der Secession in den Jahren 1901, 1902 und 1903.

Später, im Jahr 1911, arbeitete die damals schon in Hamburg wohnende Künstlerin mit der Wiener Werkstätte zusammen.

Dazwischen lagen Jahre, in denen sie ihre Verbindungen nach und in Russland ausbaute, was das Œuvre der Künstlerin wie auch das der Wiener Secession um maßgebliche, aber bislang kaum beachtete Facetten bereicherte. Auf diesen Aspekt ihrer Biografie legt die Schau im Belvedere einen speziellen Fokus.

 

Weitere Informationen unter https://www.belvedere.at/elena-luksch-makowsky-silver-age-und-secession

Begleitend zur Ausstellung erscheint der erste monografische Katalog zu Elena Luksch-Makowsky.

(JT Sep. 2020)

Fotos:

Elena Luksch-Makowsky. Selbstbildnis, 1896, und Female Nude, c.1898, beide Fotos: Christopher Kesting/Belvedere Wien

Elena Luksch-Makowsky. Adolescentia, 1903, Copyright: Belvedere Wien

Die MQ Libelle ist gelandet

 

Am 4. September eröffnete im MuseumsQuartier am Dach des Leopold Museums die wohl zurzeit schönste Kulturterrasse Wiens.

Die MQ Libelle bietet bei freiem Eintritt einen Überblick über die Innenstadt und einen Ausblick bis zu den Wiener Hausbergen. Als Besucher ist man ganz oben und trotzdem mittendrin im lebhaften Geschehen des größten Kulturareals Europas.

 

Der namensgebende Raum in Form einer Libelle wurde von Laurids und Manfred Ortner, den Architekten, welche Ende der 1990er Jahre das MuseumsQuartier-Areal in seiner heutigen Form realisiert haben, geplant. Mit der MQ Libelle entstand ein neuer Raum für Kunst- und Kulturprojekte über den Dächern Wiens. Zwei der bedeutendsten Künstlerinnen Österreichs gestalteten die zentralen Elemente von Terrasse und Bauwerk. Eva Schlegel hat die Glaswand MQ Libelle entworfen, von Brigitte Kowanz stammen die ikonischen Beleuchtungskörper auf der Terrasse.

 

Öffnungszeiten: täglich von 10.00 bis 22.00 Uhr, letzte Liftfahrt hinauf ist um 21.30 Uhr.

Vom 1. November 2020 bis 31. März 2021 geschlossen wegen Winterpause.

Zum Kiosk „Zur Libelle" gibt es Informationen und Reservierungen unter libelle@cafeleopold.wien 

Informationen für Besucher unter https://www.mqw.at/ihr-besuch/mq-libelle/

 

(JT Sep. 2020)

Fotos: Hertha Hurnaus

Was wäre wenn ...

 

Friedensreich Hundertwasser (1928–2000) prägte als Maler, Gestalter von Lebensräumen und Vorkämpfer der Ökologiebewegung (betrachtet man die derzeitige Umweltbewegung, muss man bedauern, dass der Künstler das nicht miterleben kann!) die Kunst des 20. Jahrhunderts über die Grenzen Österreichs hinaus. Wenig bekannt ist seine lebenslange, intensive Beschäftigung mit der Person und dem Werk Egon Schieles (1890–1918).

 

Als 20-jähriger entdeckte der damalige Akademiestudent in Ausstellungen und Büchern die Kunst der Wiener Moderne für sich: Vor allem Schiele sollte in den folgenden Jahren eine zentrale Bezugsfigur für Hundertwasser werden. Bis zu seinem Lebensende umgab sich Hundertwasser in seinen Wohn- und Arbeitsräumen in Venedig und Neuseeland mit Reproduktionen von Gemälden und Zeichnungen des von ihm so sehr geschätzten Künstlerkollegen. Hundertwassers poetischer Text Ich liebe Schiele von 1951 macht die Intensität seiner Bezugnahme anschaulich: „Ich träume oft wie Schiele, mein Vater, von Blumen, die rot sind, und Vögeln und fliegenden Fischen und Gärten in Samt und Smaragdgrün und Menschen, die weinend in Rotgelb und Meerblau gehen.“

 

20 Jahre nach Hundertwassers Tod widmet das Leopold Museum diesen beiden ikonischen Künstlern bis 10. Jänner 2021 die rund 170 Exponate umfassende, dialogisch angelegte Schau „Hundertwasser - Schiele“. Es werden Analogien jenseits von formalen Ähnlichkeiten ersichtlich. Anhand hochkarätiger Leihgaben aus österreichischen und internationalen Sammlungen und bisher nicht veröffentlichtem Archivmaterial zeichnet die Ausstellung die künstlerische und geistige Verwandtschaft der Künstler nach, die einander nie persönlich kennenlernen konnten und doch so viel verbindet.

 

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Hundertwasser gemeinnützigen Privatstiftung Wien.

(JT 2020)

Fotos:

FRIEDENSREICH HUNDERTWASSER 1928–2000 107 Selbstbildnis, 1951 Aquarell auf grundiertem Packpapier, 41 × 33 cm Die Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung, Wien Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger © 2020 Namida AG, Glarus, Schweiz

EGON SCHIELE 1890–1918 Selbstbildnis mit hochgezogener nackter Schulter, 1912 Öl auf Holz,          42,2 × 33,9 cm Leopold Museum, Wien Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger 

Ein Blick auf die Moderne

 

Die ALBERTINA Wien widmet im Spätsommer/Herbst 2020 einer der bedeutendsten Privatsammlungen der französischen Moderne eine Schau.

Die Ausstellung in der Propter Homines Halle „Van Gogh, Cézanne, Matisse, Hodler. Die Sammlung Hahnloser“ - kuratiert von Dr. Matthias Frehner und Dr. Gisela Kirpicsenko - zeigt bis 15. November 2020 ein Kondensat aus den 80 wichtigsten und schönsten Werken der ursprünglich 500 Gemälde, Papierarbeiten und Plastiken umfassenden Sammlung Hahnloser, ergänzt durch Werke, die als Hahnloser-Schenkungen von den Kunstmuseen Winterthur und Bern erworben wurden.

 

Die Sammlung Hahnloser entstand zwischen 1907 und 1936 im engen freundschaftlichen Austausch zwischen dem Sammlerpaar Arthur Hahnloser (1870–1936) und Hedy HahnloserBühler (1872–1952) und ihren Künstlerfreunden: Ferdinand Hodler, Félix Vallotton, Henri Manguin, Pierre Bonnard und Henri Matisse. Später wurden auch deren Vorläufer Renoir, Van Gogh, Gauguin, Cézanne und Toulouse-Lautrec Teil der Sammlung des Augenarztes und der ausgebildeten Malerin.

Heute umfasst die bedeutende Sammlung einzigartige Werkgruppen – Gemälde, Plastiken und Aquarelle – der schweizerischen und französischen Moderne, darunter so prominente Werke wie Bonnards Spiegeleffekt (Die Wanne), Cézannes Selbstbildnis Porträt des Künstlers, Van Goghs Sämann und das Nachtcafé in Arles, Vallottons Die Weiße und die Schwarze oder Maillols Skulptur Pomona. Bedeutende Teile der ursprünglichen Sammlung befinden sich im Besitz der Hahnloser/Jaeggli Stiftung, die seit 2016 im Kunstmuseum Bern deponiert ist.

 

Sammeln war für Arthur und Hedy Hahnloser eine sinnstiftende Lebensaufgabe, an der sie ihr Umfeld aktiv beteiligten. Ihre Sammlung, die sie in der Villa Flora in Winterthur als Gesamtkunstwerk inszenierten, verstanden sie als „Lehrmuseum“.

In Österreich, wo die Moderne nicht mit aller Konsequenz Eingang in die ästhetische Erziehung findet, wird ein vergleichbarer „Lehrpfad der Moderne“ erst 100 Jahre später mit der in der ALBERTINA deponierten Sammlung Batliner etabliert.

Hier führt die Sammlung Hahnloser einen Dialog mit den hauseigenen Sammlungen, die durch eine Auswahl von 20 Werken in die Ausstellung integriert sind.

 

Weitere Infos unter www.albertina.at

(JT Aug. 2020)

Fotos:

Félix Vallotton, Die Weiße und die Schwarze, 1913, Öl auf Leinwand, © Foto: Reto Pedrini, Zürich

Henri Matisse, Frau in Grün, 1917, Öl auf Leinwand, Privatsammlung 

Das Rote Wien setzt ein kräftiges Lebenszeichen

 

Das Museum „Das Rote Wien im Waschsalon Karl-Marx-Hof“ im Karl-Marx-Hof, Halteraugasse, 1190 Wien, das heuer sein 10-Jahres-Jubiläum feiert, hat wieder seine Pforten geöffnet!
Geboten wird – neben der Dauerausstellung – eine Sonderausstellung im Dachgeschoß,
die nach den gesetzlichen Vorgaben zum Schutz in Corona-Zeiten organisiert ist.
Bis 28. November 2020 wird die Schau 2. ARBEITER-OLYMPIADE IN WIEN - „Neue Menschen“ für eine „neue Welt“ gezeigt.

Bei dieser größten bis dahin in Wien abgehaltenen Sportveranstaltung im Jahr 1931 wurden von 25.000 Sportlerinnen und Sportlern aus 27 Nationen 117 Bewerbe in 18 Sportarten ausgetragen, darunter „Klassiker“ wie Fußball, Hand- und Faustball, aber auch Disziplinen, die den Arbeitersportlern „bisher verschlossen waren“, wie Tennis, Jiu-Jitsu und Paddeln oder damals
populäre Sportarten wie Schleuderballwerfen oder Raffball.
Der Waschsalon Karl-Marx-Hof zeigt neben Fotos, Festführern, Postkarten und Broschüren zur 2. Arbeiter-Olympiade aus den Beständen des Vereins für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung auch Objekte aus dem Archiv des ASKÖ WAT Wien.
Darüber hinaus gibt es auch altes dokumentarisches Filmmaterial aus den Beständen des WIFAR (Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung) und des Filmarchiv Austria zu sehen.


Ende September wird „10 Jahre Waschsalon“ mit einem ausführlichen Programm gefeiert mit Tagen der offenen Tür am Samstag, 26 September von 12.00 bis 17.00 Uhr und am Sonntag, 27. September von 10.00 bis 17.00 Uhr.

Außerdem führt jeden Sonntag das Waschsalon-Team bis auf weiteres ausschließlich – dafür ausführlich – durch den Karl-Marx-Hof.
Der Rundgang beginnt am Ehrenhof, dem "12.-Februar-Platz" und endet im Waschsalon Nr. 2, wo die Besucher die Ausstellung individuell besichtigen können.

Treffpunkt ist jeweils um 13.00 Uhr vor dem Bahnhof Heiligenstadt, Endstelle U4. Anmeldung nicht erforderlich. Eintritt & Führung: € 7 pro Person.


Weitere Informationen unter http://www.dasrotewien-waschsalon.at/startseite/

(JT Juni 2020)

Foto © Waschsalon Karl-Marx-Hof

Plakat zur 2. Arbeiter-Olympiade VORSCHAU © Victor Theodor Slama / Wienbibliothek im Rathaus

Das MAK präsentiert Raimund Abraham

 

Das MAK widmet dem österreichisch-amerikanischen Architekten Raimund Abraham (1933–2010)

im MAK-Kunstblättersaal am Stubenring 5, 1010 Wien bis 18. Oktober 2020 die Personale „RAIMUND ABRAHAM. Angles and Angels. Zeichnungen Modelle Prototypen“.

Abraham entwickelte sein Œuvre in enger Verbindung zu Kunst, Philosophie, Literatur und Film. Ausgehend von der Zeichnung als Denkmodell für sein visionäres Werk werden etwa 50 Skizzen, Collagen, Modelle und Entwürfe zu realisierten und unrealisierten Projekten sowie Prototypen von Möbeln gezeigt, die das Spannungsfeld zwischen individuellen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen seiner Zeit ausloten.

 

Raimund Abrahams Hauptwerk, der spektakuläre Neubau des Austrian Cultural Forum in New York (2002), zählt zu den bedeutendsten Beiträgen zeitgenössischer Architektur in Manhattan.

Er verstand sich viel mehr als Theoretiker denn als bauender Architekt. Im Manifest EYES DIGGING (2001) wird sein forschender Zugang zu Architektur deutlich. In seine elementaren, reduzierten Entwürfe ließ er archetypische und neo-futuristische Grundformen einfließen.

 

Die Exponate der Schau stammen zum Großteil aus dem Archiv von Una Abraham, außerdem aus der Sammlung des Architekturzentrum Wien, der MAK-Sammlung Gegenwartskunst sowie einer Wiener Privatsammlung.

Weitere Infos unter https://www.mak.at/

Bitte beachten Sie die Corona-bedingten Besuchsregeln.

(JT Juni 2020)

Fotos:

Raimund Abraham, Kugel-Projekt, 1991. © MAK/Georg Mayer

Raimund Abraham, Universal House, 1967. Print, koloriert. Privatsammlung. © MAK/Georg Mayer

Die Frühzeit der Druckgrafik

 

Die Ausstellung der Albertina Wien „Die frühe Radierung - Von Dürer bis Bruegel“ widmet sich

bis 1. November 2020 der Frühzeit der Druckgrafik, die von mehreren bedeutenden Erfindungen geprägt ist, sodass bis um 1500 bereits eine Vielzahl an technischen Verfahren entwickelt war.

 

Das Aufkommen der Radierung im späten 15. Jahrhundert und ihre schnelle Verbreitung im frühen

16. Jahrhundert stellen einen der wichtigsten Wendepunkte dar, der die gesamte Kunstwelt revolutionierte. Die Grundlagen der Technik entwickelten sich in den Werkstätten von Waffenätzern, bis in den 1490er-Jahren der deutsche Druckgrafiker Daniel Hopfer damit begann, von geätzten, also „radierten“ Metallplatten auch Abzüge auf Papier herzustellen.

Dabei ließ sich das Radieren so einfach bewerkstelligen, dass es Künstlern aus verschiedensten Sparten die Anfertigung eigener Drucke ermöglichte.

Unter den Pionieren des Mediums waren einige der größten Künstler der Renaissance wie Albrecht Dürer, Parmigianino und Pieter Bruegel der Ältere.

 

Die Ausstellung in der Albertina Wien zeigt die ersten 70 Jahre der Radierung: von ihren Anfängen in der DürerZeit bis in die Epoche Bruegels, als viele berühmte und auch weniger bekannte Künstler in Deutschland, Flandern, Italien und Frankreich in dieser Technik arbeiteten.

Rund 125 Radierungen sind neben Zeichnungen, Druckplatten und illustrierten Büchern in der Schau zu sehen.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Metropolitan Museum in New York.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT Feb. 2020)

Fotos:

Daniel Hopfer. Tod und Teufel überraschen zwei Frauen, 1500–1510. Radierung. The Metropolitan Museum of Art, New York
Juste de Juste. Menschenpyramide, 1540–1550. Radierung. Albertina, Wien

Angiolo Falconetto. Meergötter, ca. 1550–1565. Radierung und Kaltnadel. The Metropolitan Museum of Art, New York. Foto © Metropolitan Museum of Art, Kathy Dahab 

Romantischer Visionär

 

Mit seinen großformatigen Bilderwelten zählt Herbert Brandl zu den erfolgreichsten österreichischen Malern der Gegenwart. Der Künstler wurde 1959 in Graz geboren. Er lebt und arbeitet in Wien und Schwanberg/Steiermark.

In seinen Werken nimmt das Sujet Landschaft einen dominanten Stellenwert ein. Im Spannungsverhältnis von Figuration und Abstraktion oszillieren seine Arbeiten zwischen dem Wiedererkennungswert von Natur und den Sinneseindrücken von Farbe und Form.

Brandl spielt mit expressiven Gesten, abstrakten Farbräumen und mächtigen Formgebilden und verhandelt das Naturmotiv immer wieder neu.

 

Das Belvedere 21 in der Arsenalstraße 1 im 3. Bezirk Wiens präsentiert sein Œuvre mit dem Schwerpunkt auf Arbeiten der vergangenen beiden Jahrzehnte bis hin zu Werken, die der Künstler eigens für die Ausstellung geschaffen hat.
Die Ausstellung "Herbert Brandl. Exposed to Painting. Die letzten zwanzig Jahre" ist

bis 26. Oktober 2020 zu sehen.

 

Weitere Infos unter www.belvedere.at

(JT Feb. 2020)

Fotos:

Herbert Brandl, Ohne Titel, 2005. Öl auf Leinwand, 160 x 195 cm. Bärbel Grässlin, Frankfurt am Main, Foto: Wolfgang Günzel, Courtesy Galerie Bärbel Grässlin, Frankfurt am Main

Herbert Brandl, Ohne Titel, 200. Öl auf Leinwand, 200 x 300 cm. Privatsammlung, Wien | Courtesy Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien, Foto: Franz Schachinger

MuseumsJuwel

 

Bereits seit 125 Jahren gibt es das Österreichische Pharma- und Drogistenmuseum. Seit 15 Jahren ist es am Standort Währinger Straße 14 in 1090 Wien beheimatet (www.drogistenmuseum.at) – ein durchaus zu feierndes Doppeljubiläum! 

In den liebevoll renovierten Räumlichkeiten im 9. Bezirk hat das Museum einen würdigen Rahmen gefunden um die Raritäten und Kuriositäten der über 10.000 Exponate und Kuriositäten wirkungsvoll zu präsentieren.

 

Die Entwicklung des Berufes „Drogist“ hat eine lebhafte Vergangenheit: Aus Quacksalbern und fahrenden Heilkünstlern, die ihre Waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf Jahrmärkten verkauften, entwickelte sich mit der Zeit ein geregelter Drogenhandel. Der Begriff „Droge“ war damals noch positiv besetzt. Aus den Drogenkleinhandlungen entstanden im Laufe der Zeit die Drogerien. Die Drogerie hatte die Aufgabe, Drogen (= getrocknete Kräuter, pflanzliche Arzneimittel) und Chemikalien zu vertreiben. Industriell gefertigte Markenartikel gab es praktisch noch nicht. Auch Fotografie, Farben und Lacke sowie Pflanzenschutz hatten in der Drogerie ihre Kinderstube. Drogisten sind übrigens die einzige Berufsgruppe Österreichs, die über die gesetzliche Erlaubnis verfügt, Gifte abzugeben. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts etablierte sich die Drogerie als Fachgeschäft für Gesundheit, Schönheit und Wellness, wie wir sie heute kennen. Das Personal der Fachdrogerie steht für qualifizierte Kundenberatung, die den Konsumenten hilft, sich in der Vielzahl der am Markt angebotenen Produkte zurechtzufinden.

 

Im Drogistenmuseum finden monatlich auch Vorträge von Fachleuten statt. Der Schwerpunkt liegt bei gesundheitsbezogenen Themen aus Sicht der Schul- und Alternativmedizin, Ernährung, Aromatherapie, Kräuter und Gewürze, alte Hausmittel, um nur einige zu nennen. Dazu kommen spannende Reise-Erlebnisberichte und faszinierende Vorträge des Historikers Mag. Georg Hamann. Der Museums-Vortragsraum kann auch für kleine externe Veranstaltungen gemietet werden.

Die Finanzierung des Museums erfolgt überwiegend durch Sponsoren, Einnahmen von Führungen und Vorträgen sowie Eigenleistungen der gegenwärtig 10 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind besonders zu erwähnen, denn ohne ihren Einsatz wäre ein Aufrechterhalten des Museumsbetriebes nicht möglich.

 

Der Leitgedanke im Drogistenmuseum: Alle Besucher sind herzlich willkommen! Sie sollen das Museum mit mehr Freude, Begeisterung, Wissen und dem Wunsch, wiederzukommen und das Museum weiterzuempfehlen, verlassen.(JT 2017)

Illustration: Gil Elvgren, Fotos © Drogistenmuseum, Niki Lappas

Das Werk der Künstlerin Maria Biljan-Bilger – fast vergessen, doppelt präsent

 

Als Bildhauerin, Keramikerin und Textilkünstlerin schuf Maria Biljan-Bilger (1912-1997) ein unverwechselbares Werk zwischen Archaik und Moderne. Ihr Wirken ist in der zeitgenössischen Öffentlichkeit in Vergessenheit geraten und es ist ihrem Mann, dem Architekten Friedrich Kurrent, und dem Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger-Ausstellungshalle in Sommerein zu verdanken, dass man die absolut großartigen, beeindruckenden Kunstwerke von Biljan-Bilger heute noch besichtigen kann – und unbedingt sollte!

 

Die Ausstellungshalle, von Kurrent an einem ehemaligen Steinbruch errichtet, in der Hauptstraße 61 in 2453 Sommerein am Leithagebirge in Niederösterreich, wo es die Künstlerin 1962 hinzog, ist vom 1. Mai bis Ende Oktober jeden Samstag, Sonntag und Feiertag von 10.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 18.00 Uhr (Eintritt € 3, Kinder frei) für Besucher offen.

 

Biljan-Bilger war Mitbegründerin des Art-Clubs und hatte 1952 ihre erste Personalausstellung im legendären „Strohkoffer“, dem Wiener Ausstellungslokal des Art-Clubs, der Wiener Avantgarde. 1965 war sie Gründungsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Architektur. Von 1978 bis 1982 war sie Professorin für Keramik an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Im Jahr 2006 wurde in Wien-Donaustadt die Biljan-Bilger-Gasse nach ihr benannt.

Die Künstlerin erhielt 1972 den Österreichischen Kunstpreis für Bildende Kunst, 1982 das Silberne Ehrenzeichen der Stadt Wien und den Burgenländischen Kulturpreis und 1992 den Kulturpreis für bildende Kunst des Landes Niederösterreich. Ihre Ausstellungen führten sie nach Rom, Turin, Venedig, Sao Paulo, Mailand, Istrien oder München, wo sie am 1. Mai 1997 stirbt. Ihre Grabstätte ist am Ortsfriedhof in Sommerein.

 

Weitere Informationen unter www.maria-biljan-bilger.at

(JT 2017)

Fotos: www.maria-biljan-bilger.at, Margherita Spiluttini