Unlearning Racism

 

Re:Present ist ein Ausstellungsprojekt des Calle Libre Street-Art-Festivals in Kooperation mit dem Weltmuseum Wien vom 7. August 2021 bis 11. Februar 2022. Aktivisten und Künstler unter anderem aus der Street Art Szene wurden eingeladen, in den imperialen Räumlichkeiten des Weltmuseums Wien künstlerisch Stellung zu Themen wie Rassismus, Kolonialismus und Eigen- sowie Fremddarstellungen/ Repräsentationen zu beziehen.
 
Die Kooperation zwischen Calle Libre und dem Weltmuseum Wien setzt sich zum Ziel, einen offenen Dialog und eine kritische Selbstreflexion zu Sammlungskontexten im Museum zu ermöglichen. Sie möchte dazu beitragen, durch einen bewussteren Umgang mit unserer Vergangenheit und Gegenwart die Zukunft der Gesellschaft verantwortungsvoll mitzugestalten.

Die teilweise direkt an den Wänden der Ausstellungsräume entstehenden Werke schaffen Verbindungen zu weiteren Arbeiten im öffentlichen Raum, die 2021 und in den letzten Jahren im Rahmen des Calle Libre Festivals geschaffen wurden. Im Weltmuseum Wien werden elf künstlerische Positionen von internationalen Künstlern und Fotografen zu sehen sein. Insbesondere zielen die Kunstwerke darauf ab, einen ehrlichen Dialog zu schwierigen Themen in- und außerhalb des Museums zu fördern.

Die 8. Ausgabe des Calle Libre Festivals findet von 2. bis 8. August 2021 in Wien statt.

 

Weitere Infos zum Besuch unter https://www.weltmuseumwien.at/ausstellungen/represent/

(JT Juli 2021)

Fotos:

Mahir Jahmal. They don’t care about us! © Mahir Jahmal

Stinkfish / Ho Chi Minh Girl, 2018 © Ernst Hilger 

Modern sein heißt, das Ungewohnte zu proklamieren

 

Anlässlich seines 100. Geburtstages widmet das Leopold Museum Wien einem der bedeutendsten österreichischen Bildhauer und Zeichner, Josef Pillhofer (1921–2010), eine mehr als 180 Exponate umfassende Retrospektive und stellt sein Schaffen in einen Dialog mit Protagonisten der Bildhauerei der Moderne wie Edgar Degas, Auguste Rodin, Aristide Maillol, Wilhelm Lehmbruck, Henri Laurens, Alberto Giacometti, Joannis Avramidis oder Fritz Wotruba.

Die Schau „Josef Pillhofer. Im Dialog mit Cézanne, Giacometti, Picasso, Rodin ...“ ist

bis 10. Oktober 2021, kuratiert von Hans-Peter Wipplinger, auf Ebene -1 zu sehen.

 

Pillhofers künstlerisches Schaffen erstreckte sich über mehr als ein halbes Jahrhundert und wirkt auf die Betrachter wie die Quintessenz der Skulptur der Moderne unter Berücksichtigung der Pionierleistungen vormoderner Erneuerer. In Folge einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Werk internationaler Vorbilder gelang Pillhofer die Entwicklung einer eigenständigen Formensprache auf dem Weg zur Abstraktion.

 

Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Besuch über die gültigen CoronaSicherheitsbestimmungen im Museum.

Weitere Informationen unter www.leopoldmuseum.org

(JT Juli 2021)

Bilder:

JOSEF PILLHOFER Kopf, um 1963 Tusche auf Papier | 35,7 × 31,4 cm Sammlung Dolezal Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger © Bildrecht Wien, 2021

Josef Pillhofer in seinem Atelier in der Böcklinstraße, um 1952 Fotografie | 18 × 23,7 cm Archiv Atelier Josef Pillhofer

Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger © Helmut Baar/Imagno/picturedesk.com

JOSEF PILLHOFER Sitzende nach links, Paris, 1950 Tusche auf Papier | 29,5 × 20,8

cm Concordia Privatstiftung Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger © Bildrecht Wien, 2021 

 

Expressiv – impulsiv - wild

 

Das Obere Belvedere zeigt bis 3. Oktober 2021 die Ausstellung „Lovis Corinth. Das Leben – ein Fest“, kuratiert von Alexander Klee.

 

Der künstlerische Bogen, den Lovis Corinth (1858 - 1925) in seinem Schaffen umspannt, ist einzigartig: er vollzog einen Sprung vom 19. Jahrhundert in die Moderne.

Sein Werk schafft einen Übergang vom Realismus über den Impressionismus zum Expressionismus.

Das Belvedere begibt sich auf die Spuren dieses Jahrhundertmalers.

 

Der deutsche Künstler gehörte zur Gründungsriege der Münchener Secession und war gemeinsam mit Walter Leistikow und Max Liebermann eine der Leitfiguren und erster Vorstand der Berliner Secession.

Die kunsthistorische Einordnung seines Werks ist widersprüchlich: Unterschiedlichste Stilelemente aus vielen Jahrzehnten finden sich in seinen Arbeiten.

Im Privatleben schwankte er zwischen Lebemann und Familienmensch. So verstieß er etwa gegen die bürgerliche Sittlichkeit durch die Liaison mit seiner Schülerin Charlotte Berend. Demgegenüber entsprach sein Rollenverständnis nach der Heirat mit Charlotte Berend den bürgerlichen Konventionen des 19. Jahrhunderts.

Die Schau verfolgt den Stilwandel in Leben und Werk: von der Erotik in Aktporträts seiner jungen Frau zum Mutter-Kind-Thema und zu seinem eigenen Altern.

 

Besuch vorbehaltlich der aktuellen Veranstaltungsverordnung.

Weitere Informationen unter www.belvedere.at

(JT Juli 2021)

Fotos:

Lovis Corinth, Dame am Goldfischbassin, 1911, Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Lovis Corinth, Die Waffen des Mars, 1910, Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Berührungspunkte

 

Im Rahmen der Dauerpräsentation "Wien 1900" widmet das Leopold Museum im Museumsquartier Wien mit „The Body Electric: Erwin Osen – Egon Schiele“ bis zum 26. September 2021 auf

Ebene 3 den kaum bekannten Darstellungen von Patienten in medizinischen Einrichtungen von

Erwin Dominik Osen (1891–1970) und seinem Künstlerfreund Egon Schiele (1890–1918) eine Fokusausstellung.

 

Im Zentrum stehen kürzlich im Nachlass des Elektropathologen Stefan Jellinek (1871–1968) entdeckte, vom Leopold Museum erworbene Patientenporträts von Osen, der sowohl Weggefährte und Modell Schieles, als auch Mitbegründer der Neukunstgruppe war. Die 1915 im Wiener Garnisonsspital II unter Jellinek angefertigten Zeichnungen werden seinen bereits 1913 im Auftrag des Allgemeinmediziners Adolf Kronfeld (1861–1938) in der psychiatrischen Klinik Am Steinhof entstandenen Patientenporträts sowie jenen Darstellungen von Schwangeren und Neugeborenen gegenüber gestellt, die Schiele 1910 durch die Unterstützung des Gynäkologen Erwin von Graff (1878–1952) in der II. Frauenklinik anfertigen konnte.

Die Präsentation behandelt Fragen zum Entstehungshintergrund der Werke, zu Blickregime und Objektifizierung, sie skizziert darüber hinaus die biografischen Berührungspunkte zwischen den beiden Künstlern und reflektiert über ihren jeweiligen Beitrag zu einer „klinischen Moderne“.

In seinem 1855 im Sammelband Leaves of Grass veröffentlichten Gedicht I Sing the Body Electric feierte der US-amerikanische Dichter Walt Whitman (1819–1892) die menschliche Körperlichkeit als unsere Psyche. Whitmans Text weist damit voraus auf Osens und Schieles Interesse am menschlichen Körper als Subjekt und als jenes Medium, durch das wir uns selbst und unsere Beziehungen zu anderen erfassen.

 

Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Besuch über die gültigen CoronaSicherheitsbestimmungen im Museum.

Weitere Informationen unter www.leopoldmuseum.org

 

(JT Juli 2021)

Bilder:

Erwin Dominik Osen. Porträt eines Patienten, 1915. Auqarell, Bleistift auf Papier. 48,5x32cm. Leopold Museum Wien. Foto: Leopold Museum Wien/Manfred Thumberger

Egon Schiele. Sitzende Schwangerer mit grünem Bauch, 110. Schwarze Kreide, Aquarell auf Papier.

44,1x30,2cm. Leopold Museum Wien. Foto: Leopold Museum Wien/Manfred Thumberger

Das Sein des Menschen

 

Das Belvedere 21 zeigt bis 24. Oktober 2021 die Ausstellung „LOIS WEINBERGER – Basics“, kuratiert von Severin Dünser.

 

Lois Weinberger (1947–2020) zog aus einem Tiroler Bauernhof aus um vom Kunstschmied und Schlosser zum Schauspieler und schließlich zum bildenden Künstler zu werden.

Seine Sozialisation erfolgte vor dem Hintergrund der 68er-Bewegung und in Zeiten eines kulturellen Umbruchs. Er bahnte sich in seiner Arbeit zwischen Minimal Art, Land Art, Wiener Gruppe, Surrealismus und Jungen Wilden seinen eigenen Weg einer Konzeptkunst.

In seinem künstlerischen Werk behandelte er existenzielle Fragen zum Verhältnis von Mensch und Welt: Was begründet unser Sein? Welche Bedeutung haben kulturelle Prägung, persönliche und familiäre Geschichte, geografische Gegebenheiten? Welche Auswirkungen hat die Entfremdung von der Natur? Sind Kultur und Natur überhaupt ein Gegensatzpaar? Können wir unser Sein außerhalb der Natur denken?

Ab den 1990er-Jahren prägte er den Diskurs über das Verhältnis von Natur und Kultur wesentlich mit, seine künstlerische Praxis bezeichnete er als poetische Feldarbeit.

 

Das Belvedere 21 präsentiert mit Basics die letzte Ausstellung, für die Lois Weinberger noch bis kurz vor seinem unerwarteten Tod im April 2020 eine Auswahl von Arbeiten und Texten zusammengestellt hat. Mehr als einhundert Werke von den 1970er-Jahren bis 2020 sind im Innen- und Außenraum des Museums zu sehen, fast alle davon erstmals in Wien.

Die Ausstellung des zweifachen documenta-Teilnehmers erstreckt sich über das Erdgeschoss sowie den Skulpturengarten des Belvedere 21 und umfasst Arbeiten auf Papier, Fotografien, Skulpturen und Objekte, Malerei, zwei Videos sowie sechs Installationen im Außenbereich.

Sie ist nicht als Retrospektive angelegt, auch wenn Arbeiten aus den letzten Jahrzehnten versammelt sind.

 

Besuch vorbehaltlich der aktuellen Veranstaltungsverordnung.

Weitere Informationen unter www.belvedere.at

(JT Juli 2021)

Fotos:

Lois Weinberger, Bischof, 2003 – 2019, © Studio Lois Weinberger

Lois Weinberger, Home Voodoo I, 2004, Foto: Paris Tsitsos © Studio Lois Weinberger

Lois Weinberger, Green Man, 2020, Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Courtesy alle: Studio Lois Weinberger und Galerie Krinzinger Wien

Intimes FotoTagebuch

 

Nobuyoshi Araki (*1940) zählt zu den wichtigsten und produktivsten zeitgenössischen Fotografen Japans. Vorwiegend für seine ebenso provokanten wie mittlerweile umstrittenen Aktfotos bekannt, umfasst sein Werk vielfältige Themen, darunter Stadtaufnahmen, Stillleben und Alltagsdarstellungen.

 

Die Ausstellung ARAKI der ALBERTINA MODERN konzentriert sich auf die Entwicklung der einflussreichen Ich-Fotografie des Künstlers, durch die er – von den Avantgardebewegungen Tokios geprägt – die klassische Dokumentarfotografie ab den 1960er-Jahren radikal erneuerte.

Im Zentrum der Ausstellung steht Arakis grandiose und einflussreiche Serie Sentimental Journey 

(1971–2010): In dem langjährigen Projekt erhebt er mittels schnappschussartiger Fotos seiner Frau Yoko das eigene Leben zum Thema.

Diese Ausstellung speist sich aus den umfassenden Beständen des Sammlers und ehemaligen Galeristen Rafael Jablonka, die 2019 an die Albertina übergegangen sind. Als langjähriger Begleiter Arakis konnte Jablonka eine der profiliertesten Sammlungen von Araki-Fotografien aufbauen, die Werke aus unterschiedlichen Schaffensphasen vereint und hier unter einem thematischen Schwerpunkt erstmals auszugsweise zu sehen ist.

 

Die Ausstellung ist bis 29. August 2021 zu sehen.

Weitere Infos und CoronaBesuchsregeln unter https://www.albertina.at/albertina-modern/

(JT Juli 2021)

 

Fotos:
Sentimental Journey, 1971
Silbergelatineabzug
ALBERTINA, Wien - The JABLONKA Collection © Nobuyoshi Araki
Sentimental Journey, 1971
Silbergelatineabzug

ALBERTINA, Wien - The JABLONKA Collection © Nobuyoshi Araki

Menschen im Zentrum

 

Die ALBERTINA widmet Franz Hubmann (1914–2007), einem der wichtigsten österreichischen Bildjournalisten der Nachkriegszeit, eine monografische Ausstellung, kuratiert von Dr. Anna Hanreich.

Franz Hubmann. Künstlerporträts Die Schenkung Helmut Klewan“ ist bis 10. Oktober 2021 in den Tietze Galleries zu sehen und konzentriert sich auf Hubmanns Künstlerporträts, die einen zentralen Teil seines Werkes bilden.

 

Die gezeigten Arbeiten stammen aus der Sammlung des ehemaligen Galeristen Helmut Klewan. In ihren wesentlichen Zügen wird diese schrittweise als Schenkung in den Besitz der ALBERTINA übergehen.

Hubmann wurde ab den 1950er-Jahren durch seine Reportagen bekannt. Als Hauptfotograf der 1954 gegründeten Kulturzeitschrift magnum prägte er das Erscheinungsbild dieses Magazins, für das er bis 1963 arbeitete, maßgeblich. In seinen einflussreichen Bildstrecken rückte er mit wachem Blick den Menschen ins Zentrum. Bis zu seinem Tod schuf er ein äußerst facettenreiches Œuvre, das nicht nur ein visuelles Zeugnis der Alltags-, Kultur- und Gesellschaftsgeschichte Österreichs ablegt, sondern in zahlreichen Porträt-, Architektur-, und Landschaftsaufnahmen auch den Blick über die Landesgrenzen richtet und sich ins kollektive Bildgedächtnis einprägte.

 

Weitere Infos zur Ausstellung und zu den CoronaBesuchsregeln unter www.albertina.at

(JT Juli 2021)

Fotos:

Pablo Picasso in seiner Villa „La Californie“ bei Cannes, 1957
Silbergelatineabzug
ALBERTINA, Wien – Schenkung Sammlung Helmut Klewan
© Franz Hubmann | Imagno | picturedesk.com
Im Atelier der Bildhauerin Germaine Richier, 1956
Silbergelatineabzug
ALBERTINA, Wien – Schenkung Sammlung Helmut Klewan
© Franz Hubmann | Imagno | picturedesk.com
Georges Braque (1882-1963), 1957
Silbergelatineabzug
ALBERTINA, Wien – Schenkung Sammlung Helmut Klewan

© Franz Hubmann | Imagno | picturedesk.com

Die Steiermark in Wien

 

Erstmals gastiert die STEIERMARK SCHAU in Wien am Heldenplatz bis 31. Oktober 2021 und präsentiert sich in einem 800 Quadratmeter großen mobilen Pavillon, der von Alexander Kada als weithin sichtbare Lichtinstallation gestaltet wurde. Die durchgehend digital produzierten künstlerischen Filmbeiträge sind auf einer eigens gestalteten Website auf www.steiermarkschau.at online zu erleben und sorgen auch während des Lockdowns für ein ansprechendes Ausstellungserlebnis.

Kuratorin Astrid Kury hat für die 50 Meter lange Panorama-Leinwand 24 Beiträge von insgesamt 78 Kunstschaffenden ausgewählt, die steirische Landschaften erforschen und einen neuen Blick auf Vertrautes ermöglichen. Die Filmbeiträge zeigen außergewöhnliche Panoramabilder der aktuellen Steiermark in einer monumentalen Rundumsicht. Besucher blicken in der imposanten Installation auf Mur, Erzberg, Spielbergring, Fichtenwälder, Moore, Geschäftsportale, Sozialeinrichtungen und Grenzlandschaften und erleben die Zugfahrt von Wien nach Graz aus künstlerischer Sicht.

Die Filme zeigen den Facettenreichtum der Steiermark als Tourismusdestination, Wirtschafts-, Innovations- und Forschungsstandort, Naturjuwel und lebendigen Kulturschauplatz. Zusätzlich erweitern filmische Wissensbeiträge sowie „Stimmen zur Steiermark“ das Bild dieses Bundeslandes.

 

Mit der ersten STEIERMARK SCHAU wird unter der Ägide des Universalmuseums Joanneum ein inhaltlicher Bogen zwischen der Vergangenheit und Zukunft des Landes gespannt. Unter dem Titel „was war“ präsentiert das Museum für Geschichte historische Räume und Landschaften, wobei das Wechselspiel zwischen Mensch und Natur im Mittelpunkt steht. Das Volkskundemuseum zeigt die Schau „wie es ist. Welten – Wandel – Perspektiven“, in der es aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Fragestellungen auf den Grund geht. Im Kunsthaus Graz ist „was sein wird. Von der Zukunft zu den Zukünften“ zu sehen; eine Betrachtung zahlreicher Zukunftsmöglichkeiten in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.

Die mobile Kunsthalle wird im Anschluss an Wien in Hartberg, Spielberg, Schladming und Bad Radkersburg zu sehen sein.

 

Weitere Informationen auf www.steiermarkschau.at

(JT April 2021)

Fotos: Steiermark Schau 

Das KUNST HAUS WIEN feiert Geburtstag

 

Vor 30 Jahren, am 9. April 1991, wurde das von Friedensreich Hundertwasser gestaltete

KUNST HAUS WIEN eröffnet. In der ehemaligen Möbelfabrik der Gebrüder Thonet befindet sich seitdem das erste und weltweit einzige Museum mit einer Dauerausstellung von Hundertwassers Werken.
Hundertwassers Liebe zur Natur und seine Überzeugung, mit den Mitteln der Kunst Mensch und Umwelt in Einklang zu bringen, spielen heute noch eine zentrale Rolle. 

Neben seinem umfangreichem Œuvre werden im KUNST HAUS WIEN hochkarätige internationale Ausstellungen mit Fokus auf Fotografie und Ökologie gezeigt. 

 

Aktuell ist das Museum bis voraussichtlich 18. April 2021 coronabedingt geschlossen.

 

Das KUNST HAUS WIEN widmet bis 29. August 2021 der großen österreichischen Fotografin Elfie Semotan die umfassende Retrospektive „Elfie Semotan. Haltung und Pose“.
Die Ausstellung zeigt Semotans eindringliche  KünstlerInnenporträts, Mode- und Werbefotografien bis hin zu poetischen  Landschaftsaufnahmen und Stillleben. Die Künstlerin holt sich dabei Inspiration aus der Kunst- und Kunstgeschichte sowie aus der Natur und ihrer Heimat.

Weitere Informationen unter https://www.kunsthauswien.com/de/ausstellungen/elfie-semotan/

 

(JT April 2021)

Foto: Kunst Haus Wien, Elfie Semotan

Die Kunst als Vorreiterin der Gesellschaft

 

Es gibt zwei neue Ausstellungen auf der Kunstmeile Krems: „Patricia Piccinini. Embracing the Future“ bis 3. Oktober 2021 in der Kunsthalle Krems und „Auf zu Neuem. Drei Jahrzehnte von Schiele bis Schlegel aus Privatbesitz“ bis 6. Februar 2022 in der Landesgalerie Niederösterreich

So diametral unterschiedlich die beiden Schauen sind, verdeutlichen beide die Rolle der Kunst als Vorreiterin für gesellschaftliche Umwälzungen und Phänomene.

 

Die Ausstellung in der Kunsthalle Krems ist die erste große Werkschau von Patricia Piccinini in Österreich und zeigt Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten aus beinahe zwei Jahrzehnten künstlerischen Schaffens. Die hybriden Geschöpfe der australischen Künstlerin entführen den Betrachter in eine Welt der Koexistenz und Akzeptanz, in der tief verwurzelte Denkweisen der Kategorisierung von Mensch, Natur und Technik hinter sich gelassen wurden.

Die hyperrealistischen Skulpturen wirken auf den ersten Blick fremd, aber sie besitzen urmenschliche Eigenschaften. Die Wesen sind seltsam, aber zugleich vertraut.

 

In der Landesgalerie Niederösterreich liefern unter dem Titel „Auf zu Neuem“ rund 150 Werke von rund 40 Künstlern einen rasanten Parcours durch die österreichische Kunstgeschichte. Die Arbeiten stammen aus wichtigen Privatsammlungen – wie etwa der Privatsammlung Rudolf Leopold sowie der Kollektionen Angerlehner, Liaunig, Zambo oder Infeld. In drei Abschnitten gibt die Schau Aufschluss darüber, wie Künstler von Egon Schiele und Richard Gerstl über Ernst Fuchs, Maria Lassnig und Arnulf Rainer bis zu Erwin Wurm, Eva Schlegel oder Brigitte Kowanz die zeitgenössische Bild- und Formensprache beeinflusst haben.

Die Schau wirft einen frischen Blick auf Jahre des 20. Jahrhunderts mit ihren durchaus explosiven Veränderungen.

 

Aufgrund der aktuellen COVID-19-Verordnung für die OstRegion sind die Ausstellungshäuser der Kunstmeile Krems vorläufig bis 11. April 2021 geschlossen.

Weitere Infos unter www.kunstmeile.at

(JT April 2021)

Fotos:

Patricia Piccinini, The Couple, 2018. Courtesy Patricia Piccinini

Matthias Herrmann, Hell was full. Courtesy Galerie Silvia Steinek

Erde, Feuer, Wasser und Luft

 

Die Ausstellung IM BLICK - JOHANN JAKOB HARTMANN bis 29. August 2021 im Oberen Belvedere in Wien, kuratiert von Georg Lechner, zeigt nach Restaurierung die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft in der Version des böhmischen Malers Johann Jakob Hartmann nach mehr als einhundert Jahren erstmals wieder in ihrer Gesamtheit.

 

Das Belvedere widmet dem Künstler eine Ausstellung in der Reihe IM BLICK. Johann Jakob Hartmann wurde wahrscheinlich um 1658 geboren, er lebte und wirkte bis zumindest 1736 in Böhmen.

Als erster Maler der Region spezialisierte er sich in der Kunst der Landschaftsmalerei und nahm dabei Anleihen bei Werken flämischer Meister wie Jan Brueghel dem Älteren oder Gillis van Coninxloo, die rund ein Jahrhundert vor ihm tätig waren.

Hartmanns Schaffen zeichnet sich durch eine minutiöse Wiedergabe von Waldlandschaften aus, die er mit einer vielfältigen Staffage bereichert. Neben allegorischen Themen finden sich auch religiöse und weltliche Inhalte.

 

Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung des Belvedere stehen sechs seiner Arbeiten, die sich im Bestand des Museums befinden, darunter eine Serie von Darstellungen der Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft. Bemerkenswert ist das Ensemble in vielerlei Hinsicht: so ist es unter anderem eines der wenigen, die bis heute in ihrer Gesamtheit erhalten sind – vergleichbare Serien wurden im Laufe der Zeit und bedingt durch Besitzwechsel oft getrennt.

Die Bildreihe von Hartmann gelangte im 20. Jahrhundert ins Belvedere, vier der sechs Arbeiten waren hier bereits im späten 18. Jahrhundert als Teil der kaiserlichen Galerie ausgestellt.

 

Weitere Informationen zur Ausstellung und Covid-19 Vorschriften für den Besuch unter www.belvedere.at

(JT Feb. 2021)

Foto: Johann Jakob Hartmann, Landschaft mit Festgesellschaft, undatiert, Johannes Stoll / Belvedere,

Wien

Arakiss von Araki

 

Nobuyoshi Araki (*1940) ist einer der einflussreichsten japanischen Künstler der Gegenwart. Seine Arbeiten sorgen weit über das klassische Fotopublikum hinaus für Aufmerksamkeit und immer wieder auch für Kontroversen. 

Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigt das Wiener WestLicht bis 15. August in der Ausstellung ARAKISS erstmals Fotografien aus Arakis neuester, 2020 entstandener Serie Paradise. Dabei werden die großformatigen Stillleben, in denen Araki immer wieder Motive vergangener Schaffensperioden aufgreift, in den Kontext seiner Publikationen und seiner Arbeiten aus sechs Jahrzehnten gestellt. So beleuchtet der Ausstellungsparcours stets wiederkehrende Themenkomplexe im Werk des Künstlers: die obsessive Beschäftigung mit Sexualität und Tod, die Vermischung von dokumentarischer und fiktionaler Erzählung, den Bildersturm und Arakis Auseinandersetzung mit der Zensur. 

ARAKISS zeigt die Entwicklung von Arakis Schaffen über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren, von seinen ersten Aufnahmen über die berühmte Serie Sentimental Journey und seine bekanntesten Bondage-Fotografien bis zu seinem neuesten Projekt.

 

Den roten Faden der Ausstellung bilden Arakis Bücher, die einen zentralen Stellenwert in seinem Schaffen einnehmen. Viele seiner Meisterwerke sind heute begehrte Sammlerstücke und veranschaulichen auf eindrückliche Weise, wie das Medium Fotografie im Medium Buch seine kongeniale Ergänzung finden kann. Mit der Präsentation von mehr als 300 Bänden aus der Sammlung OstLicht ist die WestLicht Ausstellung die bislang umfassendste Retrospektive dieses in seinem Umfang und seiner Vielschichtigkeit einzigartigen Œuvres.

 

Um dem unermüdlichen künstlerischen Schaffensdrang Arakis Rechnung zu tragen, ist ARAKISS als häuserübergreifende Doppelausstellung konzipiert. Ebenfalls bis 15. August präsentiert die Galerie OstLicht ergänzend zur WestLicht Ausstellung weitere Aspekte in Arakis Schaffen. Dabei wird auch die monumentale Serie Kinbaku Shamaki, ein insgesamt 8 m langes, mehrteiliges Tableau von 53 mit Acryl übermalten Bondage-Fotografien zu sehen sein. Es ist dies das größte Werk Arakis und befindet sich wie die meisten der ausgestellten Exponate im Besitz der Sammlung OstLicht.

Die Ausstellungen werden von Hisako Motoo, Fabian Knierim und Michael Kollmann kuratiert und bleiben bis 1. August 2021 geöffnet.

Weitere Infos unter www.westlicht.com und www.ostlicht.com

(JT Feb. 2021)

Fotos:

002  Untitled, from the series »Paradise«, 2020  © Nobuyoshi Araki 

003  Untitled, from the series »Paradise«, 2020  © Nobuyoshi Araki 

Die Pariser Kommune

 

Wenn der Lockdown zu Ende ist und Museen wieder öffnen, hat auch das Museum „Das Rote Wien im Waschsalon Karl-Marx-Hof“ in 1190 Wien; Waschsalon Nr. 2; Karl-Marx-Hof, Halteraugasse 7, Neues zu bieten.
Neben den regelmässigen Sonntagsführungen durch den Karl-Marx-Hof offeriert die Führungs-Reihe „Aussendienst“ an jedem ersten Sonntag des Monats interessante Stadtspaziergänge durch ausgewählte Wiener Gemeindebauten.

Und eine neue Sonderausstellung bis 27. Februar 2022 erinnert an die Pariser Kommune:

VIVE LA COMMUNE - Die erste „Diktatur des Proletariats“.

 

Am 18. März 1871, vor 150 Jahren, gelangt erstmals in einer Millionenstadt das Proletariat an die Macht – und hält sich dort für 72 Tage.

Der Waschsalon Karl-Marx-Hof zeigt eine Sonderausstellung über die Pariser Kommune, die zwar regelmäßig zitiert, aber selten thematisiert wird: Ihre Entstehungsgeschichte, ihr Bemühen um eine Neugestaltung von Arbeit und Produktion, ihre fortschrittlichen Ansätze in der Fürsorge- und Bildungsarbeit – und auch ihr furioses Scheitern in einem schrecklichen Blutbad.

Ihre Errungenschaften muten vor 150 Jahren geradezu revolutionär an: Die Pariser Kommune begrenzt die tägliche Arbeitszeit auf zehn Stunden, kommunalisiert die Arbeitsvermittlung, legt Mindestlöhne fest und schafft erste Ansätze einer betrieblichen Selbstverwaltung. Sie erlässt ausstehende Mieten, führt einen Pensionsanspruch für die Witwen- und Waisen von gefallenen Nationalgardisten ein und gründet Waisenhäuser.

Im Bereich der Bildung eröffnet die Kommune Berufsschulen für Burschen und Mädchen, führt den Gratisunterricht ein und gleicht die Gehälter von Männern und Frauen an. Auf die Trennung von Kirche und Staat folgt schließlich auch die Säkularisierung der Bildungs- und Krankenpflegeeinrichtungen.

 

Den einen dienen die Pariser Kommune und das Schlagwort von der „Diktatur des Proletariats“ als teuflisches Schreckgespenst, den anderen als leuchtendes Vorbild. Und das bis heute. So verwundert es auch nicht, dass das vom britischen Streetart-Künstler Banksy für die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch gestiftete Schiff nach Louise Michel benannt wurde, einer der zentralen Persönlichkeiten der Pariser Kommune.

 

Kontakt und Infos unter Tel.: 0664 88540888, Email an info@dasrotewien-waschsalon.at

www.dasrotewien-waschsalon.at

(JT 2021)

Plakat "Grand Panorama" © Bibliothèque nationale de France

TopKünstler im Bank Austria Kunstforum

 

Das Ausstellungsjahr 2021/22 steht im Bank Austria Kunstforum Wien im Zeichen der großen Personalen. 

  

Vom 28. September 2021 bis 23. Jänner 2022 widmet das Ausstellungshaus auf der Freyung Rebecca Horn die erste umfassende Werkschau seit knapp 30 Jahren in Österreich. Horn zählt zu den außergewöhnlichsten und vielseitigsten Künstlerinnen ihrer Generation, Sie wurde 1972 als jüngste Teilnehmerin der epochemachenden Documenta 5 unter dem Titel „Individuelle Mythologien“ bekannt. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der medialen Verflechtung der unterschiedlichsten Genres im Werk Horns und soll einen weitreichenden Einblick in ihre künstlerische Praxis geben.

 

Im Frühjahr 2022 schließlich, vom 10. Februar bis 19. Juni 2022, widmet das Bank Austria Kunstforum Wien dem britischen Künstler David Hockney erstmals in Österreich eine umfassende Werkschau. Hockney, einer der facettenreichsten und einflussreichsten Künstler der Gegenwart, experimentiert seit über 60 Jahren mit den Medien Malerei, Zeichnung und Grafik.

 

Weitere Informationen auf https://www.kunstforumwien.at/

(JT 2021)

Foto: Bank Austria Kunstforum