Neues aus München

 

Das KUNSTLABOR 2 im bayerischen München vereint viele Programmpunkte unter einem Dach und bietet ein umfangreiches Rahmenprogramm für Besucher, die eingeladen werden, aktiv Teil und Mitgestalter des Angebots zu sein.

 

Knapp 10.000 Quadratmeter und sechs Etagen umfasst das KUNSTLABOR 2 in einem ehemaligen Gesundheitshaus in der Maxvorstadt in der Dachauer Straße.

Es wurde als Zwischennutzungsprojekt vom Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA) in ein neues Zentrum für Kunst und Kultur umgewandelt.

Besonders spannend für Fans von Street- und Urban Art: Zwei der sechs Etagen wurden und werden von mehr als 100 Künstlern in ein begehbares Kunstwerk verwandelt. Mit dabei sind bekannte Namen wie Loomit oder Rapper Samy Deluxe, aber auch Newcomer wie Pepe (alias Jose Luis Villanueva Contreras).

 

Unbedingt für den nächsten München-Trip vormerken!

Weitere Infos unter www.kunstlabor.org

(JT Jan. 2022)

Foto © MUCA / wunderland media GmbH

Das MAK in Wien und sein Programm 2022

 

Das Wiener Museum MAK bildet vieles ab, was im Alltag der Menschen einen Platz hat.

Das macht es für die Generaldirektorin Lilli Hollein zu einem demokratischen Haus, einem Museum mit großer Zugänglichkeit.

Öffnung – Haltung – Vermittlung – Diversität – Perspektivenwechsel stehen seit ihrem Antritt im September 2021 für ihre Visionen, Pläne und die zukünftige Positionierung des MAK, an deren Umsetzung mit dem gesamten Team bereits intensiv gearbeitet wird und die sich auch deutlich im Programm 2022 widerspiegeln.

Holleins expliziter Wunsch ist es, das MAK, das mit seinen interdisziplinären, interkulturellen Inhalten in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verankert ist, einem breiten Publikum zu öffnen.

 

Zurückgreifend auf den Gründungsgedanken des Museums mit seiner Vorbildersammlung, nimmt das MAK zudem seine Verantwortung wahr, in Fragen der Gestaltung beispielgebend zu sein.

Das Haus sieht sich als wesentliches Gegenüber für Gestalter und als aufgeschlossener Auftraggeber, der explizit eine junge Szene einbindet und dennoch offen für alle KünstlerGenerationen ist – von digitaler Kunst bis hin zur Auseinandersetzung mit klassischen Medien der angewandten Kunst.

 

Hier ein Auszug der künftigen Ausstellungen:

ZINNGLASUR UND BILDKULTUR. Die Majolikasammlung des MAK im Kontext ihrer Geschichte, 6. April bis 7. August 2022

WERKSTÄTTE HAGENAUER. Wiener Metallkunst 1898–1987, 26. Oktober 2022 bis

3. September 2023

100 BESTE PLAKATE 21. Deutschland Österreich Schweiz, 19. Oktober 2022 bis 5. Februar 2023

 

Weitere Informationen unter www.mak.at

(JT Jan. 2022)

Foto © Bueronardin

Den Details auf der Spur

 

Als erstes Museum in Österreich zeigt die ALBERTINA bis 20. Februar 2022 Werke Martin Noëls in der umfangreichen Schau Martin Noël. Die Retrospektive“, die einen Überblick über seine wichtigsten Schaffensphasen gibt.

 

Das Œuvre des 1956 in Berlin geborenen Künstlers hat die Entwicklung der zeitgenössischen Druckgrafik in Deutschland entscheidend mitgeprägt. Noël befand sich Zeit seines Lebens auf der Suche nach übersehenen Details. In nahezu all seinen Arbeiten steht das Verhältnis von Linie und Fläche im Mittelpunkt.

Die Ausstellung rückt Noël in seiner Rolle als Objektkünstler in den Fokus und präsentiert anhand von über 60 ausgewählten Arbeiten verschiedenste Werkgruppen, die zwischen den frühen 1990er Jahren und 2010 entstanden sind.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT Jan. 2022)

Fotos:

Martin Noël. Otto #105, 2004. Acryl auf Holz. © Estate Noël. Foto: Mick Vincenz

Martin Noël. M. L., 2010. Acryl auf Leinwand © Estate Noël. Foto: Mick Vincenz

Martin Noël. Otto #19, 2002. Acryl auf Holz. © Estate Noël. Foto: Mick Vincenz

Der Philosoph und die Fotografie

 

Das Leopold Museum im Wiener Museumsquartier zeigt auf der Ebene -1 bis 6. März 2022 die Ausstellung „Ludwig Wittgenstein – Fotografie als analytische Praxis“, kuratiert von Verena Gamper und Gregor Schmoll.

 

Ludwig Wittgenstein (1889–1951) ist einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts.

Im Mittelpunkt der umfassenden Ausstellung stehen allerdings nicht Wittgensteins bahnbrechende philosophische Schriften – allen voran sein frühes Hauptwerk Tractatus logico philosophicus (1921) – oder deren Strahlkraft auf die bildende Kunst, sondern sein Interesse an der Fotografie.

 

Die Schau fokussiert anhand von mehr als 200 Objekten auf den Fotografen Wittgenstein, der sich als Autor, Sammler und Arrangeur von Fotografien betätigte und beleuchtet davon ausgehend auch biografische Aspekte und Bezüge zum Schaffen des Philosophen.

 

Weitere Informationen unter www.leopoldmuseum.org

(JT Jan. 2022)

Fotos:

Moriz Nähr, Ludwig Wittgenstein. Porträt zur Verleihung des Trinity College Stipendiums 1929, 1928/29 © Klimt-Foundation, Wien, Foto: Klimt-Foundation, Wien

Topical Pictures, Francis Skinner und Ludwig Wittgenstein in einer Straße in Cambridge, rückseitig von Wittgenstein für Ludwig ­Hänsel beschrieben: „Dieses schöne Bild zeigt mich + einen Freund in einer Straße von Cambridge.“, 1935 © Wittgenstein Archive Cambridge, Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger

Automatenporträt von Ludwig Wittgenstein, um 1930 © Sammlung Mila Palm, Wien, Foto: Leopold

Museum, Wien/Manfred Thumberger

Ein Werk zwischen den Polen der Abstraktion und der Figuration

 

Bis 20. März 2022 zeigt die ALBERTINA in der Pfeilerhalle die Ausstellung „Michela Ghisetti“, kuratiert von Antonia Hoerschelmann.

 

In Ghisettis Arbeiten fließen biografisch-emotionale und philosophisch-kunsttheoretische Elemente ineinander. Die Repräsentation der Frau in der heutigen Gesellschaft und Fragen zu Integration und Diversität sind Kernthemen ihres facettenreichen OEuvres.

Mit dieser Präsentation zeigt die ALBERTINA die erste umfassende museale Retrospektive Michela Ghisettis. Das Werk der 1966 im italienischen Bergamo geborenen und seit 1992 in Wien lebenden Künstlerin bewegt sich zwischen Abstraktion und Figuration. Es entstehen konzeptuell strenge, humorvolle und intuitive Werkgruppen, in denen die Künstlerin stets neue Inhalte und unterschiedlichste Materialien erprobt und deren Grundlagen hinterfragt.

 

Von Anfang an bevorzugt Ghisetti Papier als Bildträger und arbeitet mit seinen jeweiligen Qualitäten ‒ vom transparenten Japanpapier bis zu Kartons. Ob weiß oder farbig, der Mal- oder Zeichengrund übernimmt auch inhaltliche Aspekte und trägt wesentlich zum Gesamteindruck der Arbeiten bei.

Das Werk ist zwischen größtmöglichem Fotorealismus und völliger Abstraktion angesiedelt. Dieser Gegensatz bestimmt auch ihre jüngsten Werke, die hier erstmals präsentiert werden.

Mit ihrer Arbeit will Ghisetti die Notwendigkeit der Integration scheinbarer Gegensätze sowie des Zulassens von Diversität aufzeigen.

Che Bambole! ist eine heiter sich austauschende Gruppe von zehn Puppen, wie Ghisetti sie nennt. Jede hat ihren eigenen Namen und ihren eigenen Charakter und Aufbau. Und dennoch bilden sie eine Gemeinschaft, sind eine Einheit. Ghisetti verbrachte längere Zeit in Afrika, wo sie von Skulpturen der Stammeskunst inspiriert wurde. Die Serie kreist um das Thema der Würdigung weiblicher Vielfalt, für die hier die aus den unterschiedlichsten Materialien komponierten Puppen stehen.

 

Gerade auch in unserer von der Pandemie geprägten Zeit werden besonders die jüngsten Werke Michela Ghisettis zu einem Aufruf, sich als Teil eines Ganzen zu verstehen und Verantwortung für die Erde und die Gesellschaft zu übernehmen.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT Jan. 2022)

Fotos:

Michela Ghisetti. FELICIA, 2010. Buntstift auf Holz. ALBERTINA, Wien © Michela Ghisetti

Michela Ghisetti. Lih, Kisha, Alika, Emefa, Mali, Naledi, Aayana, Kya, Libby, Jasira, 2019/20.
10 Puppen aus Holz, Shekere, Metall, Fäden, Palmen, Quasten, Perlen, Federn, Glas, Tierhaaren und

Leder. © Michela Ghisetti. Foto © Daniela Beranek

Vorbild: Albrecht Dürer

 

Die Schau DÜRERZEIT. ÖSTERREICH AM TOR ZUR RENAISSANCE bis 30. Jänner 2022 im Oberen Belvedere, kuratiert von Björn Blauensteiner, zeigt ein bislang wenig beleuchtetes Kapitel österreichischer Kunstgeschichte.

 

In der Übergangszeit von der Spätgotik zur Renaissance waren in Österreich bedeutende Künstler wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach d. Ä., Albrecht Altdorfer oder Jacopo de’ Barbari tätig. Ihre Werke zeugen vielfach von einem neuen künstlerischen Selbstverständnis und nehmen damit den Weg in die Moderne vorweg.

Die Wende zum 16. Jahrhundert und die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüchen, die sich auch in der Kunst jener Zeit widerspiegeln. Deutlich waren noch Reminiszenzen der ausklingenden Gotik spürbar, als die Errungenschaften der italienischen Renaissancekunst auf dem Gebiet des heutigen Österreich Einzug hielten. In dieser Zeit des Wandels wurden Kunstwerke zunehmend von Funktionen befreit, die ihnen im Mittelalter zugedacht waren – etwa die Bewahrung eines Andenkens, die Belehrung der Gläubigen oder die Förderung der Andachtsübung.

Die ästhetische Wirkung der Objekte begann in den Vordergrund zu treten und ihre Schöpfer etablierten sich mehr und mehr als Künstler in einem modernen Sinne.

So entstanden auch hier mathematische Perspektivkonstruktionen, minutiöse Naturschilderungen und psychologisierende Porträts.

In der Ausstellung wird diese Kunstproduktion nun erstmals fokussiert in den Blick genommen.

 

Neben teilweise aufwändig restaurierten Werken aus dem eigenen Bestand werden zahlreiche Leihgaben aus nationalen und internationalen Sammlungen präsentiert. Zu sehen sind dabei u. a. Werke von Lucas Cranach d. Ä., Albrecht Altdorfer, Wolf(gang) Huber oder Jacopo de’ Barbari. Darüber hinaus werden Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Medaillen von weniger bekannten Meistern gezeigt, die das hohe Niveau der Produktion in den österreichischen Werkstätten jener Zeit erfahrbar machen.

 

Weitere Informationen und Corona-Besuchsregeln unter www.belvedere.at

(JT Nov. 2021)

Fotos:

Urban Görtschacher, Ecce Homo, 1508. Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Jörg Breu d. Ä., Flucht nach Ägypten, 1501. Foto: bpk, Germanisches Nationalmuseum, Jürgen Musolf / Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg

Marx Reichlich, Heimsuchung, 1502. Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Urban Görtschacher, Susannenlegende, um 1520. Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Anything goes

Die Ausstellung „The 80s – Die Kunst der 80er Jahre“ - kuratiert von Angela Stief mit Assistentin Martina Denzler - in der ALBERTINA MODERN bis 13. Februar 2022 präsentiert über 160 Arbeiten von Künstlern, die nicht nur dieses schrille und bunte Jahrzehnt bestimmten, sondern deren Schaffen weit in die Kunst des 21. Jahrhunderts vorausreicht.

 

Die 1980er sind das Zeitalter des (Neo-)Liberalismus. Das Aufkommen der ersten PCs, von Videospielen, Globalisierung, der Öffnung der nationalen Grenzen und steigende Mobilität suggerieren eine Welt in relativer Harmonie. Technischer Fortschritt und die Verlockungen des Konsums versprechen eine rosige Zukunft. Nach vorne drängt eine Generation, die genug vom Nachkriegsmuff hat. Eine Generation, der Wohlstand und Gemütlichkeit keineswegs genügen.

Es ist ein Jahrzehnt der Rebellion, aus den Radios ertönt Elektromusik, Wave und Punk zeigen der Gesellschaft offen ihren Unmut. Aus dem Untergrund erwächst eine Avantgarde, die experimentiert, in Frage stellt und einen Spiegel vorhält.

 

Die Kunst der 1980er ist bunt und facettenreich. Sie kann alles sein, nur eines nicht: langweilig. In den Achtzigerjahren wurde plötzlich alles möglich. Die großen gesellschaftlichen und politischen Umbrüche sind auch in der Kunst deutlich sichtbar.

Die „Jungen Wilden“ entdecken die bildende Kunst neu und zelebrieren die Vielfalt im Denken und Handeln, Wissen und Glauben. Nach den kargen Jahren von Konzeptkunst und Minimalismus äußern sich die Neuen Wilden nun auf bunte und vor allem auch sehr experimentelle Weise. Entdeckung und die Freude am Neuen stehen im Vordergrund. Ein Versuchslabor, das auch vor Kitsch und Pathos keinerlei Berührungsängste mitbringt. Mehr noch: Als sicheres Zeichen von Selbstreflektion, vielleicht auch als Augenzwinkern, wird der Finger dorthin gelegt, wo sich die massentauglich inszenierte Gesellschaft etwas zu ernst nimmt.

In der bildenden Kunst macht sich das „Anything Goes“ des anarchistisch denkenden Österreichers Paul Feyerabend durch stilistischen Reichtum bemerkbar. Der sogenannte Hunger nach Bildern, der diese Dekade einläutete und sich in den expressiven Gesten der Jungen Wilden auf großformatigen Leinwänden widerspiegelt, ist nur als Gegenbewegung zu den minimalistischen und konzeptuellen Strömungen der 1960er- und 1970er-Jahre verständlich.

 

Die 1980er-Jahre, die von Jeff Koons und Jenny Holzer über Jean-Michel Basquiat und Keith Haring bis zu Cindy Sherman und Richard Prince reichen, sind die Wiege der Kunst von heute. Das Oeuvre von österreichischen Kunstschaffenden wie Brigitte Kowanz und Erwin Wurm über Herbert Brandl und Maria Lassnig bis zu Franz West und Peter Kogler gliedert sich in der Ausstellung The 80s. mühelos in den Kanon eines internationalen Staraufgebots ein.

Die Kunst der 80er bezeichnet einen wichtigen Wendepunkt in der jüngeren Kunstgeschichte.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

Bitte beachten Sie die gültigen Corona-Besuchsregeln.

(JT Okt. 2021)

Fotos:

Jeff Koons, Bear and Policeman, 1988. Kunstmuseum Wolfsburg © Jeff Koons. Foto: Gautier Deblonde

David Salle, Room with blue statue, 1986. Öl, Acryl und lichtempfindliches Leinen auf Leinwand.
ALBERTINA, Wien – The ESSL © Bildrecht, Wien, 2021

Francesco Clemente, Hermaphrodite, 1985. Gouache auf handgeschöpftem Pondicherry-Papier.
ALBERTINA, Wien - The JABLONKA Collection © Francesco Clemente

Isolde Joham, Electric Rider, 1981. Öl und Acryl auf Leinwand. Privatsammlung © Isolde Joham | Foto:

Olga Pohankova

Skurrile TraumZeichnungen


Anlässlich des 100. Geburtstags von Paul Flora (1922–2009) zeigt die Albertina Wien
bis 30. Jänner 2022 die umfassende Retrospektive „Paul Flora - Zeichnungen“.

 

Die Ausstellung rückt den prominenten Tiroler Künstler als Zeichner in den Fokus und präsentiert anhand von rund 130 ausgewählten Arbeiten einen mehrere Jahrzehnte umspannenden Bogen durch sein vielfältiges Œuvre, von den späten 1930er- bis hin zu den frühen 2000er-Jahren.

Die Präsentation vereint Hauptwerke der Albertina mit zentralen Leihgaben aus dem Nachlass und dem Besitz der Familie Paul Floras.

 

Die in Tuschfeder oder Bleistift ausgeführten Zeichnungen bestechen durch präzise Strichführung, konkret reduzierte Umrisslinien sowie minutiös ausgeführte Schraffuren – stilistische Charakteristika, die den Blättern ihre besondere Ausdruckskraft verleihen.

Der Betrachter macht eine spannende Reise durch eine fantasievolle wie facettenreiche Bildwelt mit magischen Landschaften und mysteriösen Gestalten wie schwarzen Raben oder skurrilen menschlichen Figuren, die die humorvolle Seite in Flora'sSchaffen unterstreichen.

An diese Arbeiten reihen sich geheimnisvolle Darstellungen der Lagunenstadt Venedig, die seinen ideenreichen Themenkanon erweitern.

Paul Flora's Zeichnungen scheinen einem Traum entsprungen zu sein. Sie sind von zeitloser Beständigkeit und Relevanz.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

Bitte beachten Sie die gültigen CoronaRegeln für Besucher.

(JT Okt. 2021)

Fotos:

Paul Flora, Rattenfänger, 1975. Federzeichnung. Sammlung der Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg sowie Diogenes Verlag, Zürich
Paul Flora, Schrebergarten, 1976. Federzeichnung. Sammlung der Nachlassvertretung für Paul Flora,

Salzburg © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg sowie Diogenes Verlag, Zürich

Louis Vuitton zeigt die Morozov Collection

 

Bis 22. Februar 2022 präsentiert die Fondation Louis Vuitton in Paris THE MOROZOV COLLECTION, eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen impressionistischer und moderner Kunst.


Als international bedeutendes Ereignis wird die Ausstellung 200 Meisterwerke aus der französischen und russischen Sammlung der Brüder Mikhaïl und Ivan Morozov zusammenführen.
Zu den präsentierten Künstler zählen französische Ikonen von 
Manet, Rodin, Monet, Pissarro, Lautrec, Renoir, Sisley, Cézanne, Gauguin, Van Gogh, Bonnard, Denis, Maillol, Matisse, Marquet, Vlaminck, Derain und Picasso, sowie russiche Werke von Repin, Vrubel, Korovin, Golovin, Serov, Larionov, Goncharova, Malevich, Mashkov, Konchalovsky, Utkin, Saryan oder Konenkov.

 

Seit der Entstehung der Sammlung um die Jahrhundertwende wird die gesamte Sammlung nun das erste Mal außerhalb von Russland gezeigt.

 

Weitere Informationen unter www.fondationlouisvuitton.fr

(JT Okt. 2021)

Fotos:

Valentin Sérov, Portrait du collectionneur de la peinture moderne russe et française Ivan Abramovitch Morozov , Moscou, 1910. Galerie Trétiakov, Moscou

Paul Gauguin, Eu haere ia oe (Où vas-tu ?) La Femme au fruit, Tahiti, 1893. Musée de l’Ermitage, Saint-Pétersbourg

Auguste Renoir, Portrait de Jeanne Samary ou La Rêverie, Paris, 1877. Musée d'Etat des Beaux-Arts

Pouchkine, Moscou

Dynamisch

 

Im Belvedere 21 in der Arsenalstraße 1, 1030 Wien, bringt die Ausstellung „Avantgarde und Gegenwart. Die Sammlung Belvedere von Lassnig bis Knebl“ bis 19. Februar 2023 - kuratiert von Luisa Ziaja - rund 140 historische und zeitgenössische Positionen in ein produktives Wechselspiel.

In sechs Erzählsträngen vermittelt die Schau Zugänge zur Kunst von den 1930er-Jahren bis heute.

Sie verfolgt bekannte sowie verborgene Spuren und stellt oft überraschende Verknüpfungen her.

Im Zusammenspiel von historischen Avantgarden und Gegenwart wird die Sammlung des Belvedere als dynamisches Gefüge erlebbar gemacht.

 

Die Ausstellung präsentiert eine hochkarätige Auswahl von Werken von Greta Freist, Friedensreich Hundertwasser, Maria Lassnig, Padhi Frieberger, Günter Brus, VALIE EXPORT, Heimo Zobernig, Elke Silvia Krystufek, Ashley Hans Scheirl und Jakob Lena Knebl.

Werke dieser und vieler anderer österreichischer Künstler befinden sich in der Sammlung des Belvedere und machen die Faszination des Bestandes aus dem 20. sowie dem 21. Jahrhundert aus.

Die Sammlung wird als ein dynamisches Gefüge von Konstellationen begriffen, das auf Kontinuitäten und Brüche, Relevanzen und Redundanzen hin befragt wird und ist Ausdruck vielfältiger Beziehungsgeflechte: zwischen Akteuren, Zeitschichten, Haltungen, Neu- und manchmal auch Gegenentwürfen.

 

Weitere Infos unter www.belvedere.at

Bitte beachten Sie bei Ihrem Besuch die aktuell gültigen Corona-Regeln.

(JT Sep. 2021)

Fotos:

Jakob Lena Knebl, Joan, 2019. Johannes Stoll, Belvedere, Wien / © Bildrecht, Wien 2021

Ashley Hans Scheirl, Neoliberal Surrealist, 2019. Johannes Stoll / Belvedere, Wien,

Courtesy Galerie Crone, Wien

Nilbar Güreş, How I met your Mom, 2017. Johannes Stoll / Belvedere, Wien

 

Hochkarätige Kunst im Leopold Museum

 

Erstmals präsentiert das Leopold Museum im Wiener Museumsquartier die der breiteren Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannte Sammlung Schedlmayer.

Auf Ebene -2 wird bis 20. Februar 2022 die Schau DIE SAMMLUNG SCHEDLMAYER. EINE ENTDECKUNG! Gezeigt.

 

In knapp drei Jahrzehnten trugen Hermi (1941–2018) und Fritz Schedlmayer (1939–2013) mit viel Leidenschaft eine hochkarätige Auswahl kunstgewerblicher Gegenstände und Werke der bildenden Kunst zusammen.

­Ihren Anfang nahm die Geschichte der Sammlung im Jahr 1989, als das österreichische Ehepaar die Villa Rothberger in Baden bei Wien erwarb. Das 1912 vom Architekten Otto Prutscher maßgeblich umgebaute und eingerichtete Haus ließen sie restaurieren, entdeckten den Facettenreichtum von Prutschers Wirken und wandten sich mit Elan und Akribie der Erforschung seines Lebens und Werks zu.

Ein weiteres Augenmerk des Sammlerpaares galt der bildenden Kunst. Die Schedlmayers erwarben her­ausragende Werke des deutschen Expressionismus von Karl Hofer, Christian Rohlfs, Max Pechstein oder etwa Ernst Ludwig Kirchner. Neben diesen fanden Gemälde von Vertreter der österreichischen Moderne wie Broncia Koller-Pinell, Jean Egger, Anton ­Kolig, Franz Wiegele und Anton Faistauer Eingang in die Sammlung.

 

Die Sammlung ist eine Entdeckung im Wiener MuseumsHerbst- und -Winter!

 

Weitere Informationen unter www.leopoldmuseum.org

Bitte beachten Sie die gültigen Besuchsregeln während der CoronaPandemie.

(JT Sep. 2021)

Fotos:

Ernst Ludwig Kirchner, Sitzende Frau vor einem Ofen (Erna), 1913 © Privatbesitz, Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger

Karl Hofer, Drei Mädchen am Fenster, 1939 © Privatbesitz, Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger © Bildrecht, Wien 2021

Anton Faistauer, Damenbildnis, 1929 © Privatbesitz, Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger

Kunst von Welt in der Sammlung des Belvedere

 

Das Belvedere stellt in der IM BLICK-Ausstellung über Kunst von Welt bis 27. März 2022 im Oberen Belvedere drei bislang wenig gezeigte Werke seiner Sammlung vor – gemalt von Pionieren der modernen Malerei ihrer Herkunftsländer: Raden Saleh, Osman Hamdi Bey und Hakob Hovnatanyan.

Mit
dieser Ausstellung wird ein multiperspektivischer Blick auf das historische Schaffen von Künstlern an den Schnittstellen unterschiedlicher Kulturen geworfen. Saleh, Hamdi Bey und Hovnatanyan sind bislang kaum gewürdigte Künstler an der Schwelle zur Moderne.
Im Fokus stehen die drei großformatigen Bilder 
Kämpfende Tiger über der Leiche eines Javaners (Saleh), Über den Koran meditierend (Hamdi Bey) und Naser ad-Din, der Schah von Persien (Hovnatanyan). Die Werke gelangten kurz nach ihrer Entstehung nach Wien. Seitdem im Bestand von Wiener Museen (zunächst des Kunsthistorischen Museums, später des Belvedere), waren sie die meiste Zeit in Depots untergebracht.
Dennoch sind sie museale Hauptwerke bedeutender Künstler, deren Biografien ebenso spannend sind wie ihre Bilder. Gemeinsam ist ihnen, dass sie mit ihrem Schaffen die vermeintlichen Grenzen zwischen den Kulturen ihrer Herkunftsländer und Europas aufbrachen.
Ihre Einordnung in den Kanon eurozentristisch geprägter Kunstgeschichte fällt bis heute schwer. Im Kunsthandel erzielen Werke der drei Künstler mittlerweile Millionenbeträge.

Die Reihe IM BLICK stellt das Schaffen der drei Persönlichkeiten näher vor und leuchtet die Hintergründe ihrer Arbeiten aus. Ein spezielles Augenmerk gilt dabei der Ausprägung künstlerischen Wirkens zwischen europäischen und asiatischen Kulturtraditionen.

 

Weitere Infos unter www.belvedere.at

(JT Sep. 2021)

Fotos: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Osman Hamdi Bey, Über den Koran meditierend, 1902

Hakob Hovnatanyan, Nāser ad-Din, der Schah von Persien, um 1860

Saleh Ben Jaggia Raden, Kämpfende Tiger über der Leiche eines Javaners, 1870

Unlearning Racism

 

Re:Present ist ein Ausstellungsprojekt des Calle Libre Street-Art-Festivals in Kooperation mit dem Weltmuseum Wien bis 11. Februar 2022. Aktivisten und Künstler unter anderem aus der Street Art Szene wurden eingeladen, in den imperialen Räumlichkeiten des Weltmuseums Wien künstlerisch Stellung zu Themen wie Rassismus, Kolonialismus und Eigen- sowie Fremddarstellungen/ Repräsentationen zu beziehen.
 
Die Kooperation zwischen Calle Libre und dem Weltmuseum Wien setzt sich zum Ziel, einen offenen Dialog und eine kritische Selbstreflexion zu Sammlungskontexten im Museum zu ermöglichen. Sie möchte dazu beitragen, durch einen bewussteren Umgang mit unserer Vergangenheit und Gegenwart die Zukunft der Gesellschaft verantwortungsvoll mitzugestalten.

Die teilweise direkt an den Wänden der Ausstellungsräume entstehenden Werke schaffen Verbindungen zu weiteren Arbeiten im öffentlichen Raum, die 2021 und in den letzten Jahren im Rahmen des Calle Libre Festivals geschaffen wurden. Im Weltmuseum Wien werden elf künstlerische Positionen von internationalen Künstlern und Fotografen zu sehen sein. Insbesondere zielen die Kunstwerke darauf ab, einen ehrlichen Dialog zu schwierigen Themen in- und außerhalb des Museums zu fördern.

Die 8. Ausgabe des Calle Libre Festivals findet von 2. bis 8. August 2021 in Wien statt.

 

Weitere Infos zum Besuch unter https://www.weltmuseumwien.at/ausstellungen/represent/

(JT Juli 2021)

Fotos:

Mahir Jahmal. They don’t care about us! © Mahir Jahmal

Stinkfish / Ho Chi Minh Girl, 2018 © Ernst Hilger 

Die Pariser Kommune

 

Wenn der Lockdown zu Ende ist und Museen wieder öffnen, hat auch das Museum „Das Rote Wien im Waschsalon Karl-Marx-Hof“ in 1190 Wien; Waschsalon Nr. 2; Karl-Marx-Hof, Halteraugasse 7, Neues zu bieten.
Neben den regelmässigen Sonntagsführungen durch den Karl-Marx-Hof offeriert die Führungs-Reihe „Aussendienst“ an jedem ersten Sonntag des Monats interessante Stadtspaziergänge durch ausgewählte Wiener Gemeindebauten.

Und eine neue Sonderausstellung bis 27. Februar 2022 erinnert an die Pariser Kommune:

VIVE LA COMMUNE - Die erste „Diktatur des Proletariats“.

 

Am 18. März 1871, vor 150 Jahren, gelangt erstmals in einer Millionenstadt das Proletariat an die Macht – und hält sich dort für 72 Tage.

Der Waschsalon Karl-Marx-Hof zeigt eine Sonderausstellung über die Pariser Kommune, die zwar regelmäßig zitiert, aber selten thematisiert wird: Ihre Entstehungsgeschichte, ihr Bemühen um eine Neugestaltung von Arbeit und Produktion, ihre fortschrittlichen Ansätze in der Fürsorge- und Bildungsarbeit – und auch ihr furioses Scheitern in einem schrecklichen Blutbad.

Ihre Errungenschaften muten vor 150 Jahren geradezu revolutionär an: Die Pariser Kommune begrenzt die tägliche Arbeitszeit auf zehn Stunden, kommunalisiert die Arbeitsvermittlung, legt Mindestlöhne fest und schafft erste Ansätze einer betrieblichen Selbstverwaltung. Sie erlässt ausstehende Mieten, führt einen Pensionsanspruch für die Witwen- und Waisen von gefallenen Nationalgardisten ein und gründet Waisenhäuser.

Im Bereich der Bildung eröffnet die Kommune Berufsschulen für Burschen und Mädchen, führt den Gratisunterricht ein und gleicht die Gehälter von Männern und Frauen an. Auf die Trennung von Kirche und Staat folgt schließlich auch die Säkularisierung der Bildungs- und Krankenpflegeeinrichtungen.

 

Den einen dienen die Pariser Kommune und das Schlagwort von der „Diktatur des Proletariats“ als teuflisches Schreckgespenst, den anderen als leuchtendes Vorbild. Und das bis heute. So verwundert es auch nicht, dass das vom britischen Streetart-Künstler Banksy für die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch gestiftete Schiff nach Louise Michel benannt wurde, einer der zentralen Persönlichkeiten der Pariser Kommune.

 

Kontakt und Infos unter Tel.: 0664 88540888, Email an info@dasrotewien-waschsalon.at

www.dasrotewien-waschsalon.at

(JT 2021)

Plakat "Grand Panorama" © Bibliothèque nationale de France