Der Frueauf-Kreis im Oberen Belvedere

 

Bis zum 11. März 2018 ist die Ausstellung „Rueland Frueauf d. Ä. und sein Kreis“ im Oberen Belvedere (www.belvedere.at) zu sehen. Im Zentrum der Schau stehen die Werke des spätgotischen Malers

Rueland Frueauf d. Ä. und seines Werkstattumfeldes.

Anlass zur Ausstellung bilden die aufwendigen Restaurierungsarbeiten der Tafeln von Frueaufs Salzburger Altar, die im Belvedere durchgeführt wurden. Sie stellen das Herzstück der Exposition dar, die sich der selten in den Blick gerückten Künstlergeneration vor Albrecht Dürer widmet.

Rueland Frueauf der Ältere dürfte um 1440/50 geboren worden sein. Lebens- und Arbeitsmittelpunkt des Malers war anfangs Salzburg und ab den 1480er Jahren Passau, wo er vom dortigen Stadtmaler den Auftrag zur Bemalung des Rathauses übernahm und 1507 starb. Er zählt zu den bedeutendsten spätgotischen Malern des deutschsprachigen Raums.

 

Neben dem Œuvre von Frueauf d. Ä. werden auch ausgewählte Werke von Künstlern aus Frueaufs Umkreis präsentiert. Unter anderem sind einige Arbeiten des Meisters von Großgmain zu sehen, die sich durch eine besonders exquisite Maltechnik auszeichnen. Dank großzügiger Leihgaben der Kunstsammlungen des Stifts Klosterneuburg werden außerdem sämtliche Werke von Frueaufs Sohn Rueland Frueauf d. J. gezeigt, darunter auch die berühmte Leopoldlegende. Das ist die erstmalige Gegenüberstellung des Gesamtwerks des jüngeren Frueauf mit dem Schaffen seines Vaters.

Die Ausstellung wird von Björn Blauensteiner kuratiert und ist eine Kooperation mit dem Stift Klosterneuburg.

(JT Dez. 2017)

Fotos:

Rueland Frueauf d. Ä., Verkündung an Maria, 1490. Foto: Johannes Stoll, © Belvedere, Wien. Malerei auf Fichtenholz 210 x 133,4 cm

 

Rueland Frueauf d.Ä., Anbetung der Heiligen Drei Könige. Foto: Johannes Stoll, © Belvedere, Wien

Der schwarze Romantiker

 

Der Schriftsteller Victor Hugo (1802–1885), Gallionsfigur der französischen Romantik und Homo Politicus schlechthin, wurde schon zu Lebzeiten zu einer eigenen Institution. Die emotionale Kraft, die seinen Jahrhundertromanen wie Der Glöckner von Notre Dame (1831) und Les Misérables (1862) innewohnt, fesselt bis heute eine weltweite Leserschaft. Der visionäre Schriftsteller frönte jahrzehntelang auch einer malerischen Passion.

 

Bis zum 15. Jänner 2018 widmet das Leopold Museum im MQ Wien ihm die Ausstellung „Der schwarze Romantiker“.

Mit Darstellungen von skurrilen Randexistenzen zollte er Francisco de Goya Tribut. Mit märchenhaft-düsteren Darstellungen von Kathedralen und Schlössern beschwor er die Geister einer Vergangenheit herauf, deren kostbare Relikte er gefährdet glaubte. Victor Hugo verwendete ungewöhnliche Malmitteln wie Sepia, Kaffeesatz oder Staub und ließ oft das Zufallsprinzip walten.

In der umfangreichen Schau im Grafischen Kabinett werden rund 80 Blätter von Hugo den Werken seiner vormodernen Vorgänger wie Alexander Cozens und William Turner gegenübergestellt. Gleichzeitig wird sein Doppeltalent unter Berücksichtigung der fruchtbaren Verbindungen zu den Persönlichkeiten aus den Bereichen Literatur und Kunst in den Kontext eines bewegten Zeitalters eingebettet.

 

(JT Dez. 2017)

Foto: VICTOR HUGO 1802–1885 BURG UND SCHLOSS VON VIANDEN IM MONDSCHEIN, 1871 Bleistift, braune Tinte auf Papier 25,7 x 35 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey, Foto: Maisons de Victor Hugo/Roger-Viollet

Zu Weihnachten KunstGenuss schenken

 

Wenn man jemanden beschenkt, dann bringt man damit auch seine Wertschätzung zum Ausdruck,

die Gabe sollte den Beschenkten bereichern

– ob emotional oder durch neues Wissen und neue Erfahrungen.

Was liegt da näher als ein KunstGenussGeschenk?

 

Eintrittskarten in Ausstellungen und Sammlungen

oder Karten-Gutscheine bieten sich für Bilderstürmer an,

Kunst quasi täglich erleben zu lassen – am besten gemeinsam,

d.h. verschenken Sie doch z.B. eine Museums-Jahreskarte nach dem Motto

„eine für Dich, eine für mich“!

 

Kunstvolle Weihnachten wünscht Ihnen herzlichst,

Ihre Lilly Tampier

Illustration by Arthur Sarnoff

 

Die Jahreskarte für 30 Ausstellungen, 7 Museen und 365 Tage

 

Mit der Jahreskarte des Kunsthistorischen Museums Wien (www.khm.at) kann man an 365 Tagen alle sieben Museen und Standorte des KHM‘s in aller Ruhe bei mehreren Aufenthalten auf sich wirken lassen, sich Saal für Saal „erobern“ und die ganze Vielfalt der Ausstellungen genießen.

 

Die Jahreskarte um € 44 inkludiert den Eintritt in das Kunsthistorische Museum Wien, die Kaiserliche Schatzkammer Wien, die Kaiserliche Wagenburg Wien, Schloss Ambras Innsbruck, den Theseustempel, das Weltmuseum Wien und in das Theatermuseum. Sie verschafft Ihnen darüber hinaus Zutritt zu über 300 Führungen und zu allen Kunstschatzi-Events. Für eine individuelle Führung stehen Ihnen Audioguides zum halben Preis zur Verfügung. In den  Museumsshops erhalten Sie 10% Rabatt bei einem Einkauf ab € 10 (ausgenommen auf reduzierte und preisgebundene Waren). Es gibt für den KHM-Museumsverband auch eine eigene Jahreskarte für 19- bis 25-Jährige um nur € 25.

 

Schenken Sie ein Jahr Inspiration mit einem Jahreskarten-Gutschein, erhältlich an den Museumskassen, in allen BAWAG-P.S.K.-Filialen sowie online unter www.jahreskarte.khm.at – und wecken Sie bei Ihren Lieben schon die Vorfreude auf die Highlights 2018 wie die große Herbstausstellung zu Bruegel sowie zeitgenössische Interventionen von Wes Anderson.

(LT Nov. 2017)

The American Way of Life

 

Die Ausstellung „Robert Frank“ in der Albertina Wien (www.albertina.at) ist bis 21. Jänner 2018 zu sehen. Dr. Walter Moser, der Kurator der Schau, lenkt die Blicke der Besucher auf die amerikanische Nachkriegszeit, die Robert Frank in seinen Fotos genial eingefangen hat.

 

Robert Franks zwischen 1955 und 1956 aufgenommene Werkgruppe „The Americans“ schrieb Fotogeschichte. Während eines Road Trips durch die USA aufgenommen, beleuchtet Frank in schwarz-weiß Bildern den American Way of Life in den Nachkriegsjahren, den er als von Rassismus, Gewalt und Konsumkultur geprägt zeigt.

Damit gelingt ihm eine der einflussreichsten Foto-Arbeit der Nachkriegszeit, die die Street-Photography nachhaltig erneuert.

In der Albertina lässt sich Franks künstlerischer Werdegang von seinen frühen, auf Reisen in Europa entstandenen Fotografien bis zu seinem späten introspektiven Œuvre nachvollziehen.
(JT Nov. 2017)

Wellfleet, Massachusetts, 1962, Silbergelatinepapier, © Robert Frank, Sammlung Fotostiftung Schweiz, Schenkung des Künstlers

14th Street White Tower – New York City, 1948, Silbergelatinepapier, © Robert Frank, Sammlung Fotostiftung Schweiz, Schenkung des Künstlers

Rodeo – New York City, 1955, Silbergelatinepapier, © Robert Frank, Fotostiftung Schweiz, Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur (BAK), Bern

Ferdinand Hodler – Wegbereiter des Expressionismus

 

Mit der Schau „FERDINAND HODLER - WAHLVERWANDTSCHAFTEN VON KLIMT BIS SCHIELE“ zeigt das Leopold Museum in Wien im MuseumsQuartier bis zum 22. Jänner 2018 die bislang umfangreichste Retrospektive des Schweizer Malers in Österreich. Mit Exponaten von 26 leihgebenden Institutionen und zahlreichen Privatsammlungen in der Schweiz sowie weiteren Museen und Sammlungen in Deutschland und Frankreich, präsentiert Kurator Hans-Peter Wipplinger einen spannungsreichen Einblick in die großen Themenkreise Hodlers (1853–1918)  und seinen Einfluss auf die Künstler der Wiener Moderne. Als Exponent von Symbolismus und Jugendstil, als Wegbereiter des Expressionismus und nicht zuletzt als Erneuerer der Monumentalmalerei, war der Schweizer Maler Impulsgeber für Gustav Klimt (1862–1918), Koloman Moser (1868–1918), Albin Egger-Lienz (1868–1926), Oskar Kokoschka (1886–1980) und Egon Schiele (1890–1918), wie 30 ausgewählte Werke anschaulich belegen. Rund 100 Gemälde und über 50 Arbeiten auf Papier aus allen Schaffensphasen Ferdinand Hodlers umfasst die Ausstellung.

Neben die Werkgruppe der Selbstporträts, werden die zunächst naturalistischen, dann formal stilisierten und zuletzt der Abstraktion zustrebenden Landschaften gezeigt. In ihnen bringt Hodler „das ewige Element der Natur, die Schönheit“ zum Ausdruck und schafft damit Werke, die zu den bedeutendsten der modernen Landschaftsmalerei zählen.

 

Zur Ausstellung ist ein reich ausgestatteter Katalog in deutscher und englischer Sprache erschienen, herausgegeben von Hans-Peter Wipplinger (Verlag der Buchhandlung Walther König).

Kuratorenführungen gibt es am Donnerstag, 07.12.2017, 18 Uhr und Donnerstag, 18.01.2018, 18 Uhr mit Hans-Peter Wipplinger. Mit gültigem Museumsticket ist die Führung kostenlos. Überblicksführungen finden jeden Sonn- und Feiertag um 15 Uhr statt um € 3,- Führungsbeitrag.  Anmeldung an der Kassa ab einer Stunde vor Führungsbeginn empfohlen (begrenzte TeilnehmerInnenzahl).

Weitere Informationen unter  www.leopoldmuseum.org

(JT Okt. 2017)

Fotos:

SELBSTBILDNIS, Februar 1912 Öl auf Leinwand 38,5 × 29,5 cm Kunstmuseum Basel, Vermächtnis Max Geldner, Basel, 1958 Photo: Kunstmuseum Basel/Martin P. Bühler

BILDNIS GERTRUD MÜLLER, 1911 Öl auf Leinwand 175 × 132 cm Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung, 1980 Photo: Kunstmuseum Solothurn

DIE DENTS DU MIDI VON CAUX AUS, 1917 Öl auf Leinwand 60 × 80 cm Privatsammlung Tessin | Photo: Privatsammlung Schweiz

THUNERSEE MIT SYMMETRISCHER SPIEGELUNG, 1909 Öl auf Leinwand 67,5 × 92 cm Musée d’art et d’histoire, Photo: Bettina Jacot-Descombes

GENFERSEE MIT MONT-BLANC BEI SONNENAUFGANG, 1918 Öl auf Leinwand 57,5 × 85,5 cm Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung, 1980 Photo: SIK-ISEA, Zürich | Zurich/Philipp Hitz

MuseumsJuwel

 

Bereits seit 125 Jahren gibt es das Österreichische Pharma- und Drogistenmuseum. Seit 15 Jahren ist es am Standort Währinger Straße 14 in 1090 Wien beheimatet (www.drogistenmuseum.at) – ein durchaus zu feierndes Doppeljubiläum! 

In den liebevoll renovierten Räumlichkeiten im 9. Bezirk hat das Museum einen würdigen Rahmen gefunden um die Raritäten und Kuriositäten der über 10.000 Exponate und Kuriositäten wirkungsvoll zu präsentieren.

 

Die Entwicklung des Berufes „Drogist“ hat eine lebhafte Vergangenheit: Aus Quacksalbern und fahrenden Heilkünstlern, die ihre Waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf Jahrmärkten verkauften, entwickelte sich mit der Zeit ein geregelter Drogenhandel. Der Begriff „Droge“ war damals noch positiv besetzt. Aus den Drogenkleinhandlungen entstanden im Laufe der Zeit die Drogerien. Die Drogerie hatte die Aufgabe, Drogen (= getrocknete Kräuter, pflanzliche Arzneimittel) und Chemikalien zu vertreiben. Industriell gefertigte Markenartikel gab es praktisch noch nicht. Auch Fotografie, Farben und Lacke sowie Pflanzenschutz hatten in der Drogerie ihre Kinderstube. Drogisten sind übrigens die einzige Berufsgruppe Österreichs, die über die gesetzliche Erlaubnis verfügt, Gifte abzugeben. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts etablierte sich die Drogerie als Fachgeschäft für Gesundheit, Schönheit und Wellness, wie wir sie heute kennen. Das Personal der Fachdrogerie steht für qualifizierte Kundenberatung, die den Konsumenten hilft, sich in der Vielzahl der am Markt angebotenen Produkte zurechtzufinden.

 

Im Drogistenmuseum finden monatlich auch Vorträge von Fachleuten statt. Der Schwerpunkt liegt bei gesundheitsbezogenen Themen aus Sicht der Schul- und Alternativmedizin, Ernährung, Aromatherapie, Kräuter und Gewürze, alte Hausmittel, um nur einige zu nennen. Dazu kommen spannende Reise-Erlebnisberichte und faszinierende Vorträge des Historikers Mag. Georg Hamann. Der Museums-Vortragsraum kann auch für kleine externe Veranstaltungen gemietet werden.

Die Finanzierung des Museums erfolgt überwiegend durch Sponsoren, Einnahmen von Führungen und Vorträgen sowie Eigenleistungen der gegenwärtig 10 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind besonders zu erwähnen, denn ohne ihren Einsatz wäre ein Aufrechterhalten des Museumsbetriebes nicht möglich.

 

Der Leitgedanke im Drogistenmuseum: Alle Besucher sind herzlich willkommen! Sie sollen das Museum mit mehr Freude, Begeisterung, Wissen und dem Wunsch, wiederzukommen und das Museum weiterzuempfehlen, verlassen.(JT Okt. 2017)

Illustration: Gil Elvgren, Fotos © Drogistenmuseum, Niki Lappas

MännerMaler

Das Leopold Museum im MuseumsQuartier Wien präsentiert vom 22. September 2017 bis zum 8. Jänner 2018 eine umfassende Ausstellung zum Werk des österreichischen Künstlers Anton Kolig (1886-1950). Kuratiert wird die Schau von Franz Smola. Zur Ausstellung ist ein umfassender Katalog erschienen im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln. Weitere Informationen zur Schau und zum Rahmenprogramm finden sich auf www.leopoldmuseum.org

Kolig, ein Hauptvertreter der frühen Avantgarde, zählt zu den bedeutendsten Malern in Österreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hauptthemen seiner Gemälde sind Porträts, Stillleben und Allegorien – und großartiger Akte von jungen Männern. Die Ausstellung im Leopold Museum ist nach über fünfzig Jahren die erste große Personale, die in Wien stattfindet. Das Museum verfügt mit über 20 Gemälden über den umfangreichsten musealen Bestand von Werken dieses Künstlers. Gezeigt werden rund 60 Gemälde und 50 Arbeiten auf Papier.

Gemeinsam mit den Malerkollegen Sebastian Isepp, Franz Wiegele und Anton Mahringer gehörte der Künstler zum bedeutenden Nötscher Kreis. Anton Kolig war ein dynamischer, expressiver Maler, dessen Virtuosität sich am besten in den Aktbildern junger Männer entfaltet hat. Kolig, verheiratet mit Katharina Wiegele, hatte 4 Töchter und einen Sohn, die von ihm häufig als Motive für seine Gemälde herangezogen wurden. Er liebte seine Familie, aber fühlte sich sichtlich zu jungen Männern hingezogen.

Anton Koligs Schaffen entsprach nicht der nationalsozialistischen Kunstdiktion, er war Schikanen ausgesetzt, und bei einem Bombenabwurf auf Nötsch wurde er 1944 schwer verletzt. Körperlich schwer gezeichnet arbeitete er nach dem Weltkrieg noch an Entwürfen für ein Glasfenster des Stephansdomes und für den Eisernen Vorhang des Salzburger Festspielhauses.

Der Maler schuf ein vielschichtiges Werk, dessen Facetten man nun näher kennenlernen kann.

 (JT Sep. 2017)

Fotos © Bildrecht, Wien, 2017

Sitzender Jüngling („Am Morgen“), 1919. Öl auf Leinwand 152x93,1 cm, Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger

Die Familie des Künstlers, 1928. Öl auf Leinwand 180x201 cm, Belvedere, Wien 

Großer Spiegelakt, 1926. Öl auf Leinwand 177,4x80 cm, Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger

Raffael – ästhetischer Idealist und Meister der Renaissance

 

Vom 29. September 2017 bis 7. Jänner 2018 zeigt die Albertina Wien (www.albertina.at) in Kooperation mit dem Ashmolean Museum Oxford die Ausstellung „Raffael“, die man auf gar keinen Fall versäumen darf!

Raffael bildet mit Leonardo da Vinci und Michelangelo das große Dreigestirn der Renaissance. Mit seinen weltberühmten Zeichnungen zählt der allzu jung verstorbene Meister Raffaello Santi (1483 – 1520) aus Urbino darüber hinaus zu den größten Zeichnern der Kunstgeschichte.

 

Die Albertina präsentiert 150 Gemälde und Zeichnungen aus den eigenen bedeutenden Beständen, ergänzt um die schönsten und wichtigsten Zeichnungen bedeutender Museen wie den Uffizien, der Royal Collection der britischen Königin, dem British Museum, dem Louvre, den Vatikanischen Museen und dem Ashmolean Museum in Oxford.  

Ob als Maler und Architekt in Florenz und Rom oder im Auftrag von Päpsten und Fürsten – Raffael ist ein wahres Universalgenie der Hochrenaissance, stets auf der Suche nach dem Equilibrium zwischen Naturnachahmung und Idealität. Die Ausstellung umfasst Werke der frühen umbrischen Periode (bis 1504) über die Jahre des Florenz-Aufenthaltes (1504/1505–1508) bis hin zur römischen Zeit (1508/1509–1520) aus allen Schaffensphasen. Die Schau reicht von den ersten spontanen Ideenskizzen, virtuosen Detailstudien, über Kompositionsstudien bis zu den ausgeführten Gemälden.

 

(JT Aug. 2017)

Abbildungen:

Maria mit dem Kind (Madonna Colonna), 1508, Gemäldegalerie Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz Foto: Jörg P. Anders

Selbstporträt, 1506, Galleria degli Uffizi Florenz, Gabinetto Fotografico delle Gallerie degli Uffizi

Heilige Familie mit dem Lamm, 1507, Museo del Prado, Madrid: © Joseph S.Martín – ARTOTHEK

Rubens‘ opulentes Werk

 

Vom 17. Oktober 2017 bis zum 21. Jänner 2018  präsentiert das Kunsthistorische Museum Wien den berühmten Barockmaler Peter Paul Rubens im Kontext mit seinen Inspirationsquellen und Vorbildern. Die große Sonderausstellung „Rubens – Kraft der Verwandlung“ zeigt anhand von Werken aus der eigenen Sammlung des KHM sowie rund 70 Leihgaben aus den großen Sammlungen der Welt, wie Rubens bei anderen Künstlern – in Werken seiner Zeitgenossen ebenso wie in Gemälden bedeutender Renaissancemaler sowie Skulpturen aus Antike und Renaissance – Inspiration fand und wie ihm seine außergewöhnlichen Kunstwerke gelangen. 

 

Peter Paul Rubens (1577 Siegen - 1640 Antwerpen) war seinerzeit ein Star – und ist es bis heute! Das gewaltige Lebenswerk dieses Genies umfasst großformatige Altarbilde und sinnliche Akte. Zu den berühmtesten zählt etwa „Das Pelzchen“ im Kunsthistorischen Museum. Die Darstellung ist eine Liebeserklärung des Malers an seine zweite Gemahlin, die junge Hélène Fourment.

 

Die Werkauswahl, darunter etwa 70 Leihgaben aus dem Prado in Madrid, der Eremitage in St. Petersburg oder der National Gallery of Art in Washington D.C. ist dabei so getroffen, dass Gegenüberstellungen verdeutlichen, wie Rubens arbeitete. Es ist damit der spannendste Aspekt seines Schaffens thematisiert: die Auseinandersetzung des Malers mit Quellen und Vorbildern.

(JT Aug. 2017)

Fotos:

Peter Paul Rubens. Helena Fourment ("Das Pelzchen") um 1636/1638, Eichenholz 176 x 83 cm © KHM-Museumsverband

Peter Paul Rubens. , Das Parisurteil, 1638. Öl auf Leinwand 199 x 381 cm ©Museo Nacional del Prado

Peter Paul Rubens. Detail aus "Die vier Flüsse des Paradieses", um 1615. Leinwand, 110 cm x 85,5 cm x 2,4 cm. © KHM-Museumsverband

 

Herbst in der Kunsthalle Wien

 

Es gibt bereits eine erste Vorschau auf die Ausstellungen im Herbst in der Kunsthalle Wien (www.kunsthallewien.at).

 

Die Ausstellung „Was ist Loos?“ vom 28. September bis 12. November 2017 am Standort Karlsplatz, kuratiert von Juliane Bischoff, gibt einen Überblick über Arbeiten von Ineke Hans und geht Fragen nach dem aktuellen Zustand und der Zukunft des Designs nach. Mit ihren Entwürfen reagiert Ineke Hans damit auf gesellschaftliche Bedürfnisse unserer Zeit und entwickelt Objekte, die auch soziale Aspekte einbeziehen. 

 

Vom 3. November 2017 bis 28. Jänner 2018 erkundet das Projekt „Publishing as an Artistic Toolbox: 1989–2017“ die Potenziale von Druckwerken – in Form von Büchern, Zeitschriften, Zeitungen, künstlerischen Interventionen, Websites – als Kontext und Medium, in dem Informationen und Wissen vermittelt und letztlich auch Kunst produziert wird. Die Ausstellung von Kurator Luca Lo Pinto ist in der Kunsthalle Museumsquartier zu sehen.

 

Ebenfalls im Museumsquartiert bilden vom 17. November 2017 bis 14. Jänner 2018 Bildende Kunst und (elektronische) Musik bei Florian Hecker eine Einheit. Skulpturale Elemente können zugleich Soundquellen sein und der Modifizierung, Verstärkung oder Lenkung akustischer Sensationen im Raum dienen. Hecker wird für die Kunsthalle Wien eine eigene „synthetische“ Komposition erstellen und einen szenografischen Raum für deren Aufführung entwerfen. Wie bei den Ausstellungen von Tony Conrad oder Charlemagne Palestine erwartet den/die Besucher/in ein synästhetisches Abenteuer: der Versuch, Klang sichtbar und fühlbar zu machen. Kuratorin ist Vanessa Joan Müller.

(JT Sommer 2017)

Fotos beigestellt von der Kunsthalle Wien

Das Werk der Künstlerin Maria Biljan-Bilger – fast vergessen, doppelt präsent

 

Als Bildhauerin, Keramikerin und Textilkünstlerin schuf Maria Biljan-Bilger (1912-1997) ein unverwechselbares Werk zwischen Archaik und Moderne. Ihr Wirken ist in der zeitgenössischen Öffentlichkeit in Vergessenheit geraten und es ist ihrem Mann, dem Architekten Friedrich Kurrent, und dem Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger-Ausstellungshalle in Sommerein zu verdanken, dass man die absolut großartigen, beeindruckenden Kunstwerke von Biljan-Bilger heute noch besichtigen kann – und unbedingt sollte!

 

Die Ausstellungshalle, von Kurrent an einem ehemaligen Steinbruch errichtet, in der Hauptstraße 61 in 2453 Sommerein am Leithagebirge in Niederösterreich, wo es die Künstlerin 1962 hinzog, ist vom 1. Mai bis Ende Oktober jeden Samstag, Sonntag und Feiertag von 10.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 18.00 Uhr (Eintritt € 3, Kinder frei) für Besucher offen.

 

Biljan-Bilger war Mitbegründerin des Art-Clubs und hatte 1952 ihre erste Personalausstellung im legendären „Strohkoffer“, dem Wiener Ausstellungslokal des Art-Clubs, der Wiener Avantgarde. 1965 war sie Gründungsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Architektur. Von 1978 bis 1982 war sie Professorin für Keramik an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Im Jahr 2006 wurde in Wien-Donaustadt die Biljan-Bilger-Gasse nach ihr benannt.

Die Künstlerin erhielt 1972 den Österreichischen Kunstpreis für Bildende Kunst, 1982 das Silberne Ehrenzeichen der Stadt Wien und den Burgenländischen Kulturpreis und 1992 den Kulturpreis für bildende Kunst des Landes Niederösterreich. Ihre Ausstellungen führten sie nach Rom, Turin, Venedig, Sao Paulo, Mailand, Istrien oder München, wo sie am 1. Mai 1997 stirbt. Ihre Grabstätte ist am Ortsfriedhof in Sommerein.

 

Der Just Tampier-Geheimtipp: verbinden Sie einen Besuch der Ausstellungshalle in Sommerein, das von Wien über Schwechat, Schwadorf und Trautmannsdorf ganz schnell zu erreichen ist (weitere Informationen unter www.maria-biljan-bilger.at) mit einem Mittagessen im ortsansässigen Landgasthaus zum Grünen Baum von Gerhard Schiller.

 

(JT Mai 2017)

Fotos: www.maria-biljan-bilger.at, Margherita Spiluttini