Noch nicht Gesehenes

 

Das Ausstellungsjahr 2019 im Kunstforum Wien widmet Direktorin Ingried Brugger zwei unterschiedlichen Polen der Kunstgeschichte.

 

Im Frühjahr 2019 zeigt sie ab 15. Februar in der Ausstellung „FLYING HIGH“ Werke von Künstlerinnen der Art Brut als aufstrebenden Faktor in der Kunstöffentlichkeit.

Im Herbst 2019 steht ab 10. Oktober die erste umfassende Retrospektive zum Werk von Pierre Bonnard, einem Superstar der klassischen Moderne am Programm. Die Ausstellungs-Kooperation mit der Londoner Tate und der Kopenhagener Ny Carlsberg Glyptothek wird unter dem Titel „Die Farbe der Erinnerung“ gezeigt.

 

Im tresor im Bank Austria Kunstforum Wien werden kommendes Jahr drei Ausstellungen gezeigt: „collected #8 – Frauenbilder? Meisterinnenwerke aus der UniCredit Bank Austria Kunstsammlung“ (21. Februar bis 31. März 2019), „Christian Kosmas Mayer X Fotografis“ (11. April bis 16. Juni 2019) und „Alfredo Barsuglia“ (7. November 2019 bis 12. Jänner 2020).

 

Weitere Informationen unter www.kunstforumwien.at

(JT Jänner 2019)

Foto: Wien.Info

Das etwas andere Ausstellungsprogramm der Kunsthalle Wien 2019

 

Das Programm der Kunsthalle Wien im Jahr 2019 widmet sich schwerpunktmäßig anderen, teilweise auch prozesshaft ausgerichteten Formaten des Ausstellens, die das Publikum direkt involvieren oder das Theatrale zum Modell kritischer Repräsentation unserer Gegenwart machen.

 

Den Auftakt machen gleich zwei Ausstellungen mit österreichischen Künstlern: „Heinz Frank. Der Winkel des Endes kommt immer von hinten“ ab 20. Februar thematisiert im gläsernen Ausstellungsraum der Kunsthalle Wien Karlsplatz die Winkel „des Endes“ beziehungsweise seiner vier Ecken ebenso wie die Doppelgesichtigkeit von Bildern an transluziden Grenzen zwischen Kunst- und Stadtraum. In der Kunsthalle Wien Museumsquartier konzentriert sich die Ausstellung „Peter Friedl. Teatro“ ab 22. März auf Modell, Sprache, Geschichte, Übersetzung, Theatralik.

Im Sommer startet zum dritten Mal die Vienna Biennale, die sich erneut den Herausforderungen der digitalen Moderne stellt. Mit dabei ist auch die Kunsthalle Wien mit der umfangreichen Gruppenausstellung „Hysterical Mining“ ab 29. Mai, die sich an beiden Standorten der Frage von Technologie und Geschlecht und insbesondere feministischen Positionen im Spiegel ästhetischer Praxis widmet. 

Ebenfalls im Sommer 2019 verwandeln Gelatin & Liam Gillick mit „Stinking Dawn“ ab 5. Juli die Kunsthalle Wien Museumsquartier in ein Filmset. Liam Gillick liefert das Filmmanuskript und Gelatin baut eine Installation nach Art einer Filmkulisse. Die Dreharbeiten beginnen am Eröffnungsabend und wer möchte, kann auch mitmachen.

Im Herbst begibt sich die Gruppenausstellung „Time is Thirsty“ ab 30. Oktober auf eine Reise durch Zeit und Raum im Gewand einer Ausstellung.

Den Jahresabschluss in der Kunsthalle Wien Karlsplatz bildet „Andreas Fogarasi. Nine Buiildings, Stripped“ ab 13. November. In einer Reihe höchst abstrakter und zugleich durch und durch realistischer Skulpturen dokumentiert der Künstler den Wandel von Gebäuden und der Stadt.

 

Weitere Informationen unter www.kunsthallewien.at

(JT Jänner 2019)

Foto: Kunsthalle Wien

AusstelungsVielfalt 2019 im Belvedere und Belvedere 21

 

Das Programm des Belvedere und Belvedere 21 für das Jahr 2019 wartet mit großen Auftritten namhafter sowie noch unterschätzter Künstler auf - und mit überraschenden Dialogen von historischer und zeitgenössischer Kunst.

Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere, hat gemeinsam mit ihrem Kuratorenteam ein Programm mit insgesamt 19 Ausstellungen zusammengestellt. Kennzeichnend sind die Vielfalt der künstlerischen Positionen und die unkonventionelle Programmierung.

 

Am 25. Jänner startet im Unteren Belvedere die Schau „Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien 1900–1938“. Ab Februar wird Christian Ludwig Attersees Frühwerk im Belvedere 21 mit einer großen Einzelausstellung in den Fokus gerückt. Parallel dazu bietet im Belvedere 21 ab März die Schau „Über das Neue. Junge Szenen in Wien“ einen Streifzug durch die lokalen Kunstszenen.

Am 8. März startet die Ausstellung „Talking Heads. Zeitgenössische Dialoge mit F. X. Messerschmidt“ in der Orangerie des Unteren Belvedere.

Im Unteren Belvedere ist ab 7. Juni eine der angesehensten Vertreterinnen der Gegenwartskunst mit einer großen Werkschau zu Gast: Kiki Smith.

Im Herbst zeigt das Belvedere 21 als erstes Bundesmuseum eine Werkschau des bislang nicht umfassend gewürdigten oberösterreichischen Konzeptkünstlers Josef Bauer.

Weitere Einzelausstellungen im Belvedere 21 sind Eva Grubinger, Nicolas Jasmin, Caroline Achaintre und Henrike Naumann gewidmet.

Die Herbstausstellung in der Orangerie des Unteren Belvedere gestaltet Johanna Kandl. Zeitgleich dazu ist im Unteren Belvedere eine umfangreiche Retrospektive zu Wolfgang Paalen zu sehen.

 

Weitere Infos unter www.belvedere.at und www.belvedere21.at

(JT Jänner 2019)

Fotos © Belvedere, Belvedere21

Spannendes Jahr 2019 im Leopold Museum

 

Die Besucher des Leopold Museums im MQ Wien können sich auf ein Ausstellungsjahr 2019 voller Höhepunkte freuen.


Am 16. März startet die Schau „
Wien um 1900. Urquell der Moderne“. Am 6 April folgt „Oskar Kokoschka. Expressionist, Migrant, Europäer“. Edmund Kalb's und Olga Wisinger-Florian's Werke werden ab dem 24. Mai gezeigt.

Im Herbst ab dem 27. September widmet sich eine Ausstellung „Richard Gerstl. Inspiration – Vermächtnis“. Und am 15. November gibt es dann Meisterwerke der Expressionisten zu sehen in der Ausstellung „Deutscher Expressionismus. Die Sammlungen Braglia und Johenning“.

 

Weitere Informationen unter www.leopoldmuseum.org

(JT Jänner 2019)

Foto: Frank von zur Gathen

Das Ausstellungsjahr in der Albertina Wien

 

In das Frühjahr 2019 startet die Albertina Wien ab dem 16. Februar mit der spektakulären Präsentation "Rubens bis Makart. Die Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein" in zwei Ausstellungshallen. 

Im Herbst ab 20. September sind die weltbekannten Meisterwerke von Albrecht Dürer in einer großen Schau zu erleben.

 

Mit Manfred Willmann ab 8. Februar, Hermann Nitsch ab 17. Mai  und Maria Lassnig ab 6. September sind 2019 zudem drei der wichtigsten österreichischen Künstler unserer Zeit umfassende Ausstellungen gewidmet. Ab 11. Oktober werden die Zeichnungen der Sammlung Guerlain gezeigt.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at

(JT Jänner 2019)

Foto: Albertina

Die Highlights des Kunsthistorischen Museums 2019

 

Zu den ProgrammHöhepunkten im Wiener Kunsthistorischen Museum im Jahr 2019 zählt die groß angelegt Schau über Mark Rothko, dessen Werk in Österreich noch nie gezeigt wurde.  Die Ausstellung vom 12. März bis 30. Juni wird mehr als vierzig wichtige Arbeiten aus Rothkos gesamtem Schaffen umfassen und Vorstellungen des Sakralen, Geistigen, Tragischen und Zeitlosen nachgehen. Rothkos Tochter Kate und sein Sohn Christopher, die von Anfang an in das Projekt eingebunden waren, werden für die Schau zahlreiche bedeutende Werke aus der Sammlung der Familie als Leihgaben zur Verfügung stellen.

 

Im Herbst – vom 15. Oktober 2019 bis 19. Jänner 2020 - widmet das Museum dann dem Maler Caravaggio und dem Bildhauer Bernini die erste große Ausstellung in Österreich. Ihre Meisterwerke werden von ausgewählten Arbeiten ihrer Zeitgenossen, darunter Nicholas Poussin, Orazio Gentileschi, Alessandro Algardi oder Simon Vouet, „kommentiert“. Mit rund 60 Hauptwerken – Malerei wie Skulpturen – wird die revolutionär-neuartige Kunst des beginnenden 17. Jahrhunderts vorgestellt: faszinierende Werke voller Dramatik, intensiver Leidenschaft, starker Bewegung und farbintensiver Theatralik.

 

Weitere Infos unter www.khm.at

(JT Jänner 2019)

Foto © KHM-Museumsverband

Die perfekte Karte für KunstLiebhaber

 

Die Jahreskarten des Leopold Museums in Wien bieten 1 Museum – 7 Ebenen – 1 Jahr KunstGenuss! Man kann aus drei Kategorien mit jeweils 10 Vorteilen wählen. Alle Karten bieten ganzjährig freien Eintritt zur weltgrößten Egon Schiele Sammlung, zur bedeutenden Sammlung der Kunst von Wien 1900, zu Hauptwerken von Gustav Klimt und mehr als vier großen Sonderausstellungen. Zusätzlich ist man zu jeder feierlichen Ausstellungseröffnung eingeladen!

Erhältlich sind die Karten online unter https://www.leopoldmuseum.org/de/besuch/tickets-preise/jahreskarten oder an der Kassa im Leopold Museum.

 

Die Leopold Card um € 49 beinhaltet 1 Jahr freien Eintritt zu allen Ausstellungen (gültig ab Ausstellungsdatum), Welcome-Goodie-Bag, kein Anstellen an der Kasse - die Leopold Card ist das Ticket direkt ins Museum, Einladungen zu allen Ausstellungseröffnungen, kostenlose Teilnahme an allen öffentlichen Führungen, Ermäßigung für die Begleitung um € 2 auf das Vollpreisticket, Gratis Ausstellungsplakat, Audioguide zum halben Preis, 10% Ermäßigung im Shop des Leopold Museum ab einem Einkaufswert von € 15, und Zusendung des Newsletters mit allen Terminen.

Gegen Vorlage eines gültigen Studentenausweises unter 28 Jahre erhält man eine Student Card um

€ 28. Die ermäßigte Leopold Card um € 34 gibt es für Senioren (ab 60 Jahren), Beschäftigungslose, Menschen mit Behinderung, Kunsthistorikerverband, Kunstvermittlerverband, Gebührenbefreite.

(JT 2018)

Die Jahreskarte für 7 Museen und 365 Tage

 

Mit der Jahreskarte des Kunsthistorischen Museums Wien (www.khm.at) kann man an 365 Tagen alle sieben Museen und Standorte des KHM‘s in aller Ruhe bei mehreren Aufenthalten auf sich wirken lassen, sich Saal für Saal „erobern“ und die ganze Vielfalt der Ausstellungen genießen.

 

Die Jahreskarte um € 44 inkludiert den Eintritt in das Kunsthistorische Museum Wien, die Kaiserliche Schatzkammer Wien, die Kaiserliche Wagenburg Wien, Schloss Ambras Innsbruck, den Theseustempel, das Weltmuseum Wien und in das Theatermuseum. Sie verschafft Ihnen darüber hinaus Zutritt zu über 300 Führungen und zu allen Kunstschatz-Events. Für eine individuelle Führung stehen Ihnen Audioguides zum halben Preis zur Verfügung. In den Museumsshops erhalten Sie 10% Rabatt bei einem Einkauf ab € 10 (ausgenommen auf reduzierte und preisgebundene Waren). Es gibt für den KHM-Museumsverband auch eine eigene Jahreskarte für 19- bis 25-Jährige um nur € 25.

 

Jahreskarten-Gutscheine sind erhältlich an den Museumskassen, in allen BAWAG-P.S.K.-Filialen sowie online unter www.jahreskarte.khm.at – und weckendie Vorfreude auf die Highlights 2019 von Mark Rothko bis Caravaggio & Bernini.

(JT 2018)

Ein Jahr Freude an der Kunst

Das Bank Austria Kunstforum Wien auf der Freyung in der Wiener City ist für Kunstinteressierte die erste Anlaufstelle, wenn es um die Klassische Moderne und die Avantgarden der Nachkriegszeit in der Malerei geht.

Vorteile der Jahreskarte um € 35 (gültig 12 Monate ab Kaufdatum) des Kunstforums sind, dass Sie, so oft Sie wollen die drei bis vier Top-Ausstellungen pro Jahr ohne Anstellen an der Kassa besuchen können. Sie haben freien Eintritt bei sämlichen Rahmenveranstaltungen und öffentlichen Führungen des Kunstforums (gilt nicht bei Fremdveranstaltungen) und erhalten im Shop beim Einkauf 10 % Ermäßigung (gilt nicht auf Bücher) und Ermäßigung beim Kauf eines Ausstellungskataloges.

Bei Fragen bezüglich Versandzeiten, Spesen und Lieferung kontaktieren sie bitte Herrn Christian Szaal-Paul per email an shop@kunstforumwien.at oder per Telefon unter 01/537 33 16.

(JT 2018)

Auf direktem Weg zur Kunst

Mit einer Jahreskarte haben Sie Zugang zu allen WechselAusstellungen und Sammlungen des Belvedere in Wien ohne Wartezeit.

Es steht Ihnen eine breite Palette von kostenlosen Zusatzangeboten zur Verfügung. Von Überblicksführungen durch die Schausammlung und die WechselAusstellungen bis zu vertiefenden Gesprächen mit Experten und Künstlern. Zudem erhalten Sie Ermäßigungen auf ausgewählte Publikationen und freien Eintritt ins Blickle Kino.

Mit der Belvedere Jahreskarte erhalten Sie außerdem zweimal jährlich das exklusive Belvedere Kunstmagazin sowie das Journal 21, die Publikation für zeitgenössische Kunst, kostenlos zugesandt.

Das Belvedere bietet achthundert Jahre österreichische Kunstgeschichte. Dies macht die Belvedere Jahreskarte zum idealen Geschenk für Kunstinteressierte! 

Bestellungen unter https://www.belvedere.at/Belvedere_Jahreskarte

(JT 2018)

365 Tage Kunst!

 

Mit einer Mitgliedschaft der Freunde der Albertina bekommt man 365 Tage AlbertinaGenuss ohne Wartezeiten an der Kassa und ein inspirierendes Jahr voller Kunst und Kultur. Es erwarten Sie exklusive Führungen, Vorträge, Previews und Ermäßigungen im Museumsshop.

 

Weitere Informationen unter www.albertina.at/freunde-der-albertina/

(JT 2018)

Koloman Moser's GesamtKunstwerk

 

Das Wiener MAK (www.mak.at) würdigt am Stubenring 5 bis 22. April 2019 anlässlich seines 100. Todesjahres das Werk von Koloman Moser (1868–1918), einen der großen Visionäre der Wiener Moderne, mit einer umfangreichen Personale. Die Ausstellung „KOLOMAN MOSER. Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann“ taucht tief in das Œuvre des Ausnahmekünstlers ein und zeigt auf, wie entscheidend Moser die Suche nach einer neuen, modernen Formensprache in Wien um 1900 mitgeprägt hat.

 

Viele der rund 500 Exponate werden erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Chronologisch aufgebaut, lässt die MAK-Schau jede Etappe von Mosers ungewöhnlichem Werdegang Revue passieren: vom Maler zum Allround-Gestalter und schließlich wieder zurück zur Malerei.

Bis heute übt sein Gesamtwerk eine nachhaltige Faszination aus. Als Universalkünstler beherrscht Moser die Disziplinen Malerei, Grafik, Kunstgewerbe und Innenraumgestaltung ebenso wie Mode und Bühnenbild.

Das von der Wiener Secession propagierte GesamtKunstwerk lebt Moser in beeindruckender Weise vor. Er gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der Wiener Moderne, als einer der einflussreichsten Künstler des Wiener Jugendstils und zählt neben Gustav Klimt und Josef Hoffmann zu den führenden Künstlerpersönlichkeiten des Wiener Kunstfrühlings.

In fünf Kapiteln kontextualisiert die von Christian Witt-Dörring, Gastkurator, und Elisabeth Schmuttermeier, Kustodin MAK-Sammlung Metall und Wiener-WerkstätteArchiv, kuratierte MAK-Ausstellung Mosers Werk vor dem Hintergrund der kunsttheoretischen Entwicklung in Wien von 1860 bis 1918.

Gleichsam als roter Faden begleitet eine reich illustrierte Chronologie zu Mosers Schaffen durch die Ausstellung.

 

Besucher der MAK-Ausstellung erhalten mit ihremTicket ermäßigten Eintritt zur Ausstellung Anwendungen. Koloman Moser und die Bühne im Theatermuseum (bis 22. April 2019), die erstmals Mosers Theaterarbeiten in ihrer Gesamtheit zeigt – von der intimen Kabarettbühne bis zur großen Opernausstattung. Zur Schau erscheint der Katalog KOLOMAN MOSER. Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann, hg. v. Christoph Thun-Hohenstein, Christian Witt-Dörring und Elisabeth Schmuttermeier im Birkhäuser Verlag, Basel 2019. Erhältlich ist er im MAK Design Shop und unter MAKdesignshop.at

 

(JT Dezember 2018)

Fotos:

Koloman Moser, Plakat für die XIII. Secessionsausstellung, 1902

© MAK

Koloman Moser, Männlicher Akt (gelb und blau), um 1913, Privatbesitz,

© Belvedere, Wien/ Johannes Stoll

Koloman Moser, Schreibschrank für Berta Waerndorfer, 1903, Ausführung: Wiener Werkstätte,

© MAK/Nathan Murrell

Peace & Plenty

 

Erwin Wurm zählt längst zu den Weltstars der zeitgenössischen Kunst. Die ALBERTINA Wien (www.albertina.at) widmet dem Österreicher nun eine Ausstellung seiner thematisch wie technisch sehr vielseitigen Zeichnungen der letzten Jahre.

 

Ob daheim oder unterwegs: Erwin Wurm zeichnet fast täglich. Dabei arbeitet er mit dem vor Ort verfügbaren Papier, in verschiedenen Qualitäten und Formaten, mit Bleistift, Farbstift, Kugelschreiber oder auch Wasserfarbe. Die Zeichnungen sind Reflexion, Weltkommentar sowie Ideenspeicher und umfassen den gesamten Werkkosmos des Künstlers.

Thematisch gleichen sie einem Tagebuch, tauchen darin neben Selbstporträts doch vor allem Menschen auf, mit denen Erwin Wurm in Kontakt ist - Künstlerfreunde sowie Familienmitglieder. Darüber hinaus beschäftigen ihn in seinen Arbeiten auf Papier auch bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Kunst- und Kulturgeschichte. Gemeinsam ist den Zeichnungen Wurms bissig-humorvoller Blick auf die Welt und den Menschen mit all seinen Unzulänglichkeiten sowie sein Sinn für Situationskomik und prekäre Momente.

 

Die Ausstellung ist von 21. November 2018 bis 10. Februar 2019 zu sehen.

(JT November 2018)

Fotos:

Erwin Wurm | Staubsauger, 2017 | Aquarell, Buntstift, Papier © Studio Erwin Wurm

Erwin Wurm | Asthma2finger, 2017 | Quarell, Buntstift, Papier © Studio Erwin Wurm

Erwin Wurm | Petrol Asthma, 2017/2018 | Zeichnung, Albertina, Wien © Studio Erwin Wurm

Komplexes im Belvedere21

 

 

Im Belvedere21 läuft die Schau „Der Wert der Freiheit“ bis 10. Februar 2019. Welchen Stellenwert hat Freiheit heute? Wie kann der gesellschaftliche Balanceakt zwischen individueller Selbstbestimmung und sozialer Verantwortung gelingen? Werke von mehr als fünfzig Künstlerinnen und Künstlern nähern sich diesem komplexen Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und schaffen ein Bewusstsein für die Fragilität der Freiheit.

 

Der Begriff Freiheit unterliegt einem stetigen Wandel. Historisch wird er seit der antiken Polis von wechselnden Gegenspielern geprägt und beschreibt eine wichtige Grundlage der Demokratie. Seit den 1990er Jahren stellt sich die Demokratie als Staatsform im Zusammenspiel mit der Marktwirtschaft zunehmend als alternativlos dar, während es mit der Globalisierung vermehrt zu Spannungen zwischen den beiden kommt. Heute scheint das Denken des Neoliberalismus die errungenen, selbstverständlich wirkenden Freiheiten nach und nach wieder aufzulösen und die Demokratie langsam auszuhöhlen.

 

Weitere Informationen zu der Ausstellung unter www.belvedere21.at

(JT 2018)

Fotos:

Šejla Kamerić, "Liberty", 2015, Courtesy Galerie Tanja Wagner, Berlin. Plexiglas, Leuchtdioden, Metallstachel, 51 × 293 × 20 cm 

Rousseau des Ostens

 

Die Albertina Wien (www.albertina.at) zeigt vom 26. Oktober 2018 bis zum 27. Jänner 2019 die Ausstellung „Niko Pirosmani - Wanderer zwischen den Welten“.

Der georgische Maler Niko Pirosmani (1862–1918) war ein Autodidakt, der einst seine leuchtenden, eindringlichen Bilder für die georgischen Gasthäuser,Tavernen und Schenken der Jahrhundertwende malte.

1913 wurde er in der legendären Ausstellung Zielscheibe in Moskau gemeinsam mit Natalia Gontscharowa, Michail Larionow, Kasimir Malewitsch und Marc Chagall als „Rousseau des Ostens“ präsentiert. Heute gilt es, den Avantgardisten neu zu entdecken.

 

Kunst war für Pirosmani ein weites, offenes Feld, er selbst soll ein Außenseiter und Vagabund gewesen sein. Ein Wanderer zwischen des Welten, zwischen Stadt und Land, Gaststuben und Tierställen, der sich gleichzeitig im Zentrum der Gemeinschaft aufhielt. Seine Werke sprechen die Betrachtenden direkt an. In die rurale Welt seiner Bilder haben bereits die Eisenbahn und die illustrierten Zeitschriften Einzug gehalten. In seinen Bildern preist er eine strahlend harmonische Ordnung, die er selbst als „der Vagabund“ mehr erträumt als erfahren hat.

(JT Oktober 2018)

Fotos:

Niko Pirosmani, Tatar camel driver, Öl auf Karton, © Infinitart Foundation

Niko Pirosmani, The Kakhetian Train, Öl auf Karton, © Infinitart Foundation

Niko Pirosmani, Giraffe,  Öl auf Wachstuch, © Infinitart Foundation

Schiele unterm Mikroskop

 

Wer glaubt, er hätte schon alle Werke von Egon Schiele gesehen und wüsste einfach alles über dieses Genie, der irrt! Die Ausstellung „Egon Schiele. Wege einer Sammlung“ in der Orangerie im Unteren Belvedere zeigt bis 17. Februar 2019, einhundert Jahre nach dem Tod des Künstlers, einen der innovativsten Beiträge zum diesjährigen Gedenkjahr.

 

Im Mittelpunkt der Schau steht die hauseigene Schiele-Sammlung. Zum einen wird der Fokus auf die Sammlungsgenese gelegt, zum anderen wird die Geschichte hinter den Bildern erzählt. Die Ergebnisse modernster kunsttechnologischer Untersuchungen ermöglichen neue Einblicke in die Arbeitsweise des Künstlers und enthüllen bislang unbekannte Facetten der Entstehung seiner Meisterwerke.

Die Schiele-Sammlung des Belvedere umfasst heute zwanzig Werke, darunter 16 Gemälde. Die Ausstellung geht den Wegen dieser Werke nach, von der Entstehung im Atelier des Künstlers bis zur Aufnahme in die Sammlung des Belvedere. Ankäufe, Schenkungen, Tauschgeschäfte, Museumreformen oder auch Restitutionen prägen die Wege dieser Bilder, in deren Geschichten auch die abwechslungsreiche Sammlungsgeschichte des Belvedere offenkundig wird.

 

In der Ausstellung sind alle Gemälde zu sehen, die sich jemals im Bestand des Belvedere befunden haben, darunter prominente Leihgaben wie Bildnis Wally Neuzil oder Kardinal und Nonne (Liebkosung) aus dem Leopold Museum, Zeichnungen und Aquarelle aus der Albertina und weitere Arbeiten aus privaten Sammlungen im In- und Ausland, etwa auch einige Vorstudien.

Durch Archivalien – Inventarbücher, Korrespondenzen, Tauschprotokolle und Rechnungen – wird darüber hinaus die seltene Möglichkeit geboten, hinter die Kulissen eines Museums zu blicken.

 

In Vorbereitung der Ausstellung wurden umfangreiche maltechnische Forschungsarbeiten durchgeführt. Erstmals wurde der gesamte Schiele-Bestand eines Museums mit digitalem Röntgen, UV-Strahlung, Infrarotreflektografie, Mikroskop- und Makroaufnahmen genau untersucht. Die gezeigten Detailaufnahmen der Gemälde bieten eine ungewohnte wie eindrucksvolle Nahsicht auf Schieles Malerei.

 

Weitere Infos unter www.belvedere.at

(JT Oktober 2018)

Fotos:

Kauerndes Menschenpaar (Die Familie),1918, Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Wien, Öl auf Leinwand, 150 x 160,8 cm

Egon Schiele Mann und Frau (Umarmung), 1917, Yageo Foundation Collection, Taiwan, Foto: © Richard Nagy Ltd., London, Gouache und Kreide auf Papier, 45 × 29,5 cm

Egon Schiele, Hauswand (Fenster), 1914, © Belvedere Wien, Öl auf Leinwand, 111 x 142 cm

Egon Schiele, Vier Bäume, 1917, © Belvedere, Wien, Öl auf Leinwand, 110 × 140 cm

Egon Schiele, Mutter mit zwei Kindern III, 1915-17, Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Wien, Öl auf Leinwand, 150 × 159,8 cm

Makroaufnahme aus Egon Schiele, Die Frau des Künstlers, Edith Schiele, 1918, © Belvedere Wien, Abteilung Restaurierung

Schönheit

 

Eine Ausstellung des MAK, Wien, und des Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main, zeigt vom 24. Oktober 2018 bis 31. März 2019 SAGMEISTER & WALSH (www.mak.at).

 

Mit ihrem faszinierenden Ausstellungsprojekt Beauty liefern Stefan Sagmeister und Jessica Walsh ein multimediales, höchst sinnliches Plädoyer für die Lust am Schönen.

Nahezu im gesamten 20. und 21. Jahrhundert war und ist Schönheit im Designdiskurs eher negativ besetzt. Dieser Antipathie setzen Sagmeister & Walsh beeindruckende Argumente entgegen und machen Schönheit als einen zentralen, funktionalen Aspekt ansprechender Gestaltung erlebbar. Die Schau spielt mit allen Sinnen der Besucher und zeigt deutlich auf: Schönheit ist mehr als eine rein oberflächliche Strategie. Unterstützt von Erkenntnissen aus der psychologischen Ästhetik treten Sagmeister & Walsh den Beweis an, dass schön gestaltete Arbeiten die menschliche Wahrnehmung stimulieren und damit besser funktionieren.

 

Ein Mix aus eigens für die Ausstellung produzierten Installationen und Beispielen aus Produktdesign, Stadtplanung, Architektur und Grafikdesign animiert in der MAKSäulenhalle, im MAK DESIGN LABOR, in der MAK GALERIE, im MAKKunstblättersaal und in der MAK-Schausammlung Gegenwartskunst zum Sehen, Riechen und Fühlen. Gegliedert in sechs Ausstellungsthemen – „Was ist Schönheit?“, „Die Geschichte der Schönheit“, „Im Auge des Betrachters“, „Schönheit erleben“, „Transformierende Schönheit“ und „Das Schönheitsarchiv“ – entfachen rund 70 Objektgruppen einen ästhetischen Diskurs zur Schönheit als Paradigma für hochwertige Gestaltung.

(JT Oktober 2018)

Fotos:

Sagmeister & Walsh, Logo SAGMEISTER & WALSH: Beauty, 2018 © Sagmeister & Walsh, New York

Stefan Sagmeister & Jessica Walsh, Porträt, 2013 © John Madere

Sagmeister & Walsh, Yes!, Unterführung, Brooklyn-Queens Expressway, 2016 © Maggie Winters Gaudaen for Pop! Wed Co.

Street-Photography

 

Helen Levitt (1913–2009) ist eine der wichtigsten Vertreterinnen der Street-Photography. Als leidenschaftliche Beobachterin und Chronistin des New Yorker Straßenlebens fotografierte sie ab den 1930er-Jahren die Bewohner der armen Stadtviertel, wie etwa Lower East Side, Bronx und Harlem. Mit einem Blick für surreale und ironische Details hielt sie die Menschen in dynamischen Kompositionen fest. Ihre unsentimentale Bildsprache eröffnet ein humorvolles und theatralisches Schauspiel abseits moralischer und sozial-dokumentarischer Klischees.

 

Die ALBERTINA widmet der amerikanischen Fotografin vom 12. Oktober 2018 bis 27. Jänner 2019 eine Retrospektive und führt rund 130 ihrer ikonischen Werke zusammen. Vertreten sind Werke von ihren frühen vom Surrealismus beeinflussten Fotografien von Kreidezeichnungen, über ihre 1941 entstandenen Aufnahmen aus Mexiko bis hin zu den 1938 von Walker Evans angeregten, heimlich aufgenommenen Porträts von Passagieren in der New Yorker U-Bahn.

Revolutionär ist Helen Levitt auch in ihrer Farbfotografie. Bereits 1959 etabliert sie Farbe als künstlerisches Ausdrucksmittel und zählt somit zu den frühesten Vertretern der New Color Photography. Levitt war 1974 die erste Farbfotografin, die im Museum of Modern Art eine Ausstellung erhielt.

 

(JT Oktober 2018)

Fotos:

Helen Levitt

New York, 1945, Silbergelatinepapier, Albertina, Wien. Dauerleihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung für Kunst und Wissenschaft © Film Documents LLC / Courtesy Galerie Thomas Zander, Köln

New York, 1973, Dye-Transfer-Print, Film Documents LLC © Film Documents LLC / Courtesy Galerie Thomas Zander, Köln

New York, ca. 1940, Silbergelatinepapier, Film Documents LLC © Film Documents LLC / Courtesy Galerie Thomas Zander, Köln

Genialer Grenzgänger

 

2018, 100 Jahre nach seinem Tod, ist dem zentralen Künstler aus der Sammlung des Leopold Museum, Egon Schiele (1890–1918), bis 10. März 2019 eine besondere Ausstellung gewidmet.

 

Einzigartig durch die Kombination von Gemälden, Papierarbeiten und zahlreichen Archivalien präsentiert die Schau seit Februar die wichtigsten Themen im Schaffen des Künstlers: zunächst sein selbstbewusstes Heraustreten aus der Tradition und seine Findung als Ausdruckskünstler, in der Folge Motivgruppen wie die ambivalente Figur der Mutter oder die Tabubrüche in Form der Darstellung junger Mädchen und Buben, des weiteren Themen wie Spiritualität und Verwandlung, seine enigmatischen Häuser und Landschaften oder etwa seine spannungsvoll komplexe Analyse in seinen Porträtdarstellungen.

 

Die Gewichtung der Ausstellung ergibt sich aus jener der Sammlungen Leopold, die Kunstgeschichte schrieben: bei den Ölbildern wie den Papierarbeiten liegt der Schwerpunkt auf den expressionistischen Jahren 1910–1914, wobei die Blätter zu je einem Drittel den Selbstdarstellungen, den Porträts und Akten der Mädchen und schließlich jenen erwachsener Frauen gewidmet sind. Demgegenüber umfassen die Gemälde alle oben genannten Themen. Neben dem umfassenden Sammlungsbestand, deren Papierarbeiten aus restauratorischen Gründen in drei Durchläufen gezeigt werden, sind einzelne herausragende Schiele-Werke von internationalen Sammlungen als „noble Gäste“ in die Jubiläumsausstellung integriert.

 

Ab 29. September 2018 ist die Schau reloaded zu sehen.

 

Schiele war ein obsessiv Suchender, fasziniert von Frauen wie seiner Muse Wally Neuzil, inspiriert von der Seele der Dinge und der Natur, ein Selbstdarsteller, der extreme Posen und Grimassen als Spiegelung seines eigenen Innenlebens und prägnante, knöchrig-kantige Darstellungen liebte.  

Der Meister ist viel zu früh gestorben. Uns bleibt seine betörend schöne und zugleich tragisch hässliche, aber immer scharfkantige Kunst.

(JT September 2018)

Selbstbildnis mit Lampionfrüchten, 1912. Öl, Deckfarbe auf Holz. 32,2x39,8cm. Leopold Museum, Wien. Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger.

Kardinal und Nonne („Liebkosung“), 1912. Öl auf Leinwand. 70X80,5cm. Leopold Museum, Wien. Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger.

Kauernde mit grünem Kopftuch, 1914. Bleistift, Gouache auf Papier. 47X31cm. Leopold Museum, Wien. Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger

Faszination Japan

Die Herbstausstellung des Kunstforums auf der Freyung (www.kunstforumwien.at) widmet sich unter dem Titel „Faszination Japan. Monet – Van Gogh – Klimt“ vom 10. Oktober 2018 bis zum 20. Jänner 2019 der „Japomanie“ – der Begeisterung der westlichen Welt für die Ästhetik und die Bilderwelt des Fernen Ostens.

Schon in den 1860er Jahren erobern die elegant-exotische Ästhetik der Alltagsgegenstände, die exquisiten Textilien und vor allem die fantasievollen Ukiyo-e, die leuchtend bunten Farbholzschnitte, den europäischen Markt und erfüllen die Sehnsüchte nach einer unbekannten Kultur.

 

Vor allem Künstler beginnen zu sammeln und die fremdartigen Motive in ihre Bildsprache zu integrieren. Monet, Manet, Van Gogh und Degas sind die ersten, ihnen folgen die jüngeren – Toulouse-Lautrec, Bonnard, Vuillard oder Vallotton, Franz Marc und Wassily Kandinsky, um nur die wichtigsten zu nennen. Von Paris aus erobert die Japomanie ganz Europa – auch in Österreich entwickelt sich, ausgehend von der Wiener Weltausstellung 1873, ein regelrechter Hype um die fernöstliche Ästhetik, an der sich auch Gustav Klimt und Egon Schiele inspirieren.

 

Die Ausstellung, kuratiert von Evelyn Benesch, zeigt Gemälde und Druckgrafiken, aber auch Objekte und Möbel, und stellt die von fernöstlicher Ästhetik beeinflusstenen Werke von Monet, Degas, Klimt oder Henri de Toulouse-Lautrec, den Nabis und dem Blauen Reiter, den japanischen Holzschnitten, Paravents und Objekten gegenüber. An die 100 Exponate aus internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen geben einen breiten Überblick über das Phänomen des „Japonismus“ vom späten 19. Jahrhundert bis zum Beginn der Avantgarden.

(JT September 2018)

Foto: Alfred Stevens, Die japanische Pariserin, 1872, Öl auf Leinwand, 150 x 105 cm, Musée des Beaux-Arts de La Boverie, Liège © Liège, Musée des Beaux-Arts – La Boverie 

MuseumsJuwel

 

Bereits seit 125 Jahren gibt es das Österreichische Pharma- und Drogistenmuseum. Seit 15 Jahren ist es am Standort Währinger Straße 14 in 1090 Wien beheimatet (www.drogistenmuseum.at) – ein durchaus zu feierndes Doppeljubiläum! 

In den liebevoll renovierten Räumlichkeiten im 9. Bezirk hat das Museum einen würdigen Rahmen gefunden um die Raritäten und Kuriositäten der über 10.000 Exponate und Kuriositäten wirkungsvoll zu präsentieren.

 

Die Entwicklung des Berufes „Drogist“ hat eine lebhafte Vergangenheit: Aus Quacksalbern und fahrenden Heilkünstlern, die ihre Waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf Jahrmärkten verkauften, entwickelte sich mit der Zeit ein geregelter Drogenhandel. Der Begriff „Droge“ war damals noch positiv besetzt. Aus den Drogenkleinhandlungen entstanden im Laufe der Zeit die Drogerien. Die Drogerie hatte die Aufgabe, Drogen (= getrocknete Kräuter, pflanzliche Arzneimittel) und Chemikalien zu vertreiben. Industriell gefertigte Markenartikel gab es praktisch noch nicht. Auch Fotografie, Farben und Lacke sowie Pflanzenschutz hatten in der Drogerie ihre Kinderstube. Drogisten sind übrigens die einzige Berufsgruppe Österreichs, die über die gesetzliche Erlaubnis verfügt, Gifte abzugeben. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts etablierte sich die Drogerie als Fachgeschäft für Gesundheit, Schönheit und Wellness, wie wir sie heute kennen. Das Personal der Fachdrogerie steht für qualifizierte Kundenberatung, die den Konsumenten hilft, sich in der Vielzahl der am Markt angebotenen Produkte zurechtzufinden.

 

Im Drogistenmuseum finden monatlich auch Vorträge von Fachleuten statt. Der Schwerpunkt liegt bei gesundheitsbezogenen Themen aus Sicht der Schul- und Alternativmedizin, Ernährung, Aromatherapie, Kräuter und Gewürze, alte Hausmittel, um nur einige zu nennen. Dazu kommen spannende Reise-Erlebnisberichte und faszinierende Vorträge des Historikers Mag. Georg Hamann. Der Museums-Vortragsraum kann auch für kleine externe Veranstaltungen gemietet werden.

Die Finanzierung des Museums erfolgt überwiegend durch Sponsoren, Einnahmen von Führungen und Vorträgen sowie Eigenleistungen der gegenwärtig 10 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind besonders zu erwähnen, denn ohne ihren Einsatz wäre ein Aufrechterhalten des Museumsbetriebes nicht möglich.

 

Der Leitgedanke im Drogistenmuseum: Alle Besucher sind herzlich willkommen! Sie sollen das Museum mit mehr Freude, Begeisterung, Wissen und dem Wunsch, wiederzukommen und das Museum weiterzuempfehlen, verlassen.(JT 2017)

Illustration: Gil Elvgren, Fotos © Drogistenmuseum, Niki Lappas

Das Werk der Künstlerin Maria Biljan-Bilger – fast vergessen, doppelt präsent

 

Als Bildhauerin, Keramikerin und Textilkünstlerin schuf Maria Biljan-Bilger (1912-1997) ein unverwechselbares Werk zwischen Archaik und Moderne. Ihr Wirken ist in der zeitgenössischen Öffentlichkeit in Vergessenheit geraten und es ist ihrem Mann, dem Architekten Friedrich Kurrent, und dem Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger-Ausstellungshalle in Sommerein zu verdanken, dass man die absolut großartigen, beeindruckenden Kunstwerke von Biljan-Bilger heute noch besichtigen kann – und unbedingt sollte!

 

Die Ausstellungshalle, von Kurrent an einem ehemaligen Steinbruch errichtet, in der Hauptstraße 61 in 2453 Sommerein am Leithagebirge in Niederösterreich, wo es die Künstlerin 1962 hinzog, ist vom 1. Mai bis Ende Oktober jeden Samstag, Sonntag und Feiertag von 10.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 18.00 Uhr (Eintritt € 3, Kinder frei) für Besucher offen.

 

Biljan-Bilger war Mitbegründerin des Art-Clubs und hatte 1952 ihre erste Personalausstellung im legendären „Strohkoffer“, dem Wiener Ausstellungslokal des Art-Clubs, der Wiener Avantgarde. 1965 war sie Gründungsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Architektur. Von 1978 bis 1982 war sie Professorin für Keramik an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Im Jahr 2006 wurde in Wien-Donaustadt die Biljan-Bilger-Gasse nach ihr benannt.

Die Künstlerin erhielt 1972 den Österreichischen Kunstpreis für Bildende Kunst, 1982 das Silberne Ehrenzeichen der Stadt Wien und den Burgenländischen Kulturpreis und 1992 den Kulturpreis für bildende Kunst des Landes Niederösterreich. Ihre Ausstellungen führten sie nach Rom, Turin, Venedig, Sao Paulo, Mailand, Istrien oder München, wo sie am 1. Mai 1997 stirbt. Ihre Grabstätte ist am Ortsfriedhof in Sommerein.

 

Der Just Tampier-Geheimtipp: verbinden Sie einen Besuch der Ausstellungshalle in Sommerein, das von Wien über Schwechat, Schwadorf und Trautmannsdorf ganz schnell zu erreichen ist (weitere Informationen unter www.maria-biljan-bilger.at) mit einem Mittagessen im ortsansässigen Landgasthaus zum Grünen Baum von Gerhard Schiller.

 

(JT 2017)

Fotos: www.maria-biljan-bilger.at, Margherita Spiluttini